Landkreis strukturiert um 800.000 Euro für Katastrophenschutz im Emsland

Von Tobias Böckermann

Aus und vorbei. Der ABC-Zug des Deutschen Roten Kreuzes in Bawinkel ist seit Dezember 2017 Geschichte. Nun müssen seine Kompetenzen neu verteilt werden. Foto: Felix ReisAus und vorbei. Der ABC-Zug des Deutschen Roten Kreuzes in Bawinkel ist seit Dezember 2017 Geschichte. Nun müssen seine Kompetenzen neu verteilt werden. Foto: Felix Reis

Haren. Der Katastrophen- und Zivilschutz im Emsland wird neu geregelt und auf verschiedene Standorte. Dafür hat sich der Feuerschutzausschuss ausgesprochen.

Grundsätzlich sollen demnach in Zukunft die bislang im ABC-Zug des DRK in Bawinkel zusammengefassten Kompetenzen auf das Emsland verteilt werden ( wir berichteten). Hintergrund ist unter anderem eine Empfehlung der Strahlenschutzkommission (SSK) im Zusammenhang mit möglichen Notfällen im Kernkraftwerk Emsland in Lingen.

Die SSK hat vorgegeben, die sogenannte Mittelzone um das Kraftwerk von einem Radius von zehn auf einen Radius von 20 Kilometern zu erweitern. Eine Evakuierung aus diesem Plangebiet muss innerhalb von 24 Stunden nach Alarmierung vollzogen werden. Die neuen Radien hätten zur Folge, dass der ABC-Zug in Bawinkel ebenfalls evakuiert hätte werden müssen. Einsatztaktisch sei dies nicht zu vertreten, hieß es.

Gleichzeitig sind bundesweit die Zugangsvoraussetzungen für notwendige Lehrgänge im ABC-Bereich bereits vor einiger Zeit verschärft worden, so dass nur noch ausgebildete Feuerwehrleute im ABC-Bereich weitergeschult werden können. Dem ABC-Zug in Bawinkel fehlten auch deshalb zuletzt bereits rund 35 ausgebildete Fachkräfte – in der Folge wurde er im Dezember 2017 vom Deutschen Roten Kreuz abgemeldet und steht für den Katastrophenschutz ohnehin nicht mehr zur Verfügung.

Nun also werden Aufgaben und Fahrzeuge aus Bawinkel zum Teil neu verteilt, nach jetzigem Plan sollen Fahrzeuge des nun CBRN genannten Dienstes bei der Feuerwehrtechnischen Zentrale in Sögel, sowie bei den Feuerwehren Twist-Schöninghsdorf, Holte und Bawinkel untergebracht werden. Allerdings ist die Standortfrage noch nicht endgültig entschieden, Gespräche laufen noch.

CBRN steht dabei für chemische (C), biologische (B), radioaktive (R) und nukleare (N) Gefahren. Vor allem für die Schaffung von geeigneten Fahrzeug-Stellplätzen und für Lehrgänge fallen bis zum Jahr 2020 Kosten in Höhe von mindestens rund 791.000 Euro an. Der Feuerschutzausschuss stimmte dieser Ausgabe zu, der Kreisausschuss muss aber noch ein gleichlautendes Votum abgeben.

Josef Steinkamp (CDU) freute sich über eine einvernehmliche Lösung und hoffte darauf, dass sich nun genügend Freiwillige für die Lehrgänge im Katastrophenschutz melden. Jens Schmitz (AfD) warb dafür, bei den Arbeitgebern noch mehr um Verständnis für Feuerwehrleute zu werben, damit diese weiterhin ihrem wichtigen Ehrenamt nachgehen könnten.

Dank zollten der Ausschussvorsitzende Gerhard Wübbe und die Mitglieder dem scheidenden Abschnittsleiter Mitte, Josef Cordes. Er habe sechs Jahre lang hervorragende Führungsarbeit geleistet.