Harener Fotograf beteiligt Projekt „Aus-Bruch“ zeigt Bilder, die bewegen

Von Tobias Böckermann


Cloppenburg/Haren. Mit Bildern, die bewegen will ein gemeinnütziger Verein aus Cloppenburg Menschen Mut machen. Einer der beiden Ideengeber ist der aus Haren stammende Fotograf Franz Schepers. Anfang April startet in Cloppenburg die erste Ausstellung.

„Aus-Bruch“ heißt das Projekt, das er 2010 gemeinsam mit dem Cloppenburger Frisör Gert Witten ersonnen hat. Damals hatten beide gemeinsam beruflich zu tun und kamen ins Grübeln über allerlei philosophische Fragen, vor allem: „Sieht man Menschen an, ob sie glücklich und frei leben?“ Oder gehen sie vielmehr, durch gesellschaftliche Normen getrimmt gleichsam „uniformiert“ durchs Leben ohne ihren Mitmenschen Einblick in ihr wahres Befinden zu gewähren? Und vor allem: Ohne einen Aus- und Aufbruch zu wagen?

„Deshalb haben wir Aus-Bruch gestartet“, sagt Franz Schepers, „und in Cloppenburg einen gleichnamigen Verein gegründet.“ Das Ziel: Menschen, egal ob prominent oder nicht, erzählen die Geschichte ihres Ausbruchs, sie berichten von Wendepunkten, die dramatisch traurig oder auch lustig sein können und bringen sie zusätzlich handschriftlich zu Papier.

Der Ausbruch e.V. hat sich zum Ziel gesetzt, über Menschen zu berichten, die es geschafft haben, auszubrechen und sich zu befreien. „Alle Ausbrüche von unseren Protagonisten sollen anderen Menschen Mut machen“, sagt Schepers. Er entwickelt nach intensiven Vorgesprächen im Team die Idee für ein Foto- oder Videoshooting, in dem die Protagonisten ihren Ausbruch zeigen.

Entstanden sind bisher Geschichten unter anderem von Prominenten wie Smudo, Flavio Simonetti, Lena Gercke oder David Gant – den Harenern besonders bekannt aus dem Film The Last Picture, einem Projekt, an dem Franz Schepers ebenfalls maßgeblich beteiligt war. Aber auch nicht prominente Menschen erzählen ihre Geschichte. So sind zum Beispiel mit Stefan Wessels und Ralf Wiedemeyer auch zwei gebürtige Harener Teil des Projekts. Wiedemeyer lebe mit Multipler Sklerose, sagt Schepers, er habe aber seinen motivierenden Lebensmut nie verloren.

Bilder machen Mut

„Die Bilder sollen Mut machen, aus einer Angst, einer Lebenssituation oder einer Gewohnheit auszubrechen, um ein selbstbestimmtes Leben zu führen. Die Geschichten sollen dabei als Inspiration dienen, den ersten Schritt zu machen. Mit unseren Spenden und Einnahmen wollen wir Menschen helfen, Ihren eigenen Weg zu gehen.“

Tatsächlich geht das Projekt am 8. April den ersten großen Schritt in die Öffentlichkeit und startet im Kulturbahnhof Cloppenburg eine viertägige Ausstellung. Zur Eröffnung am Vorabend mit 200 geladenen Gästen hat sich Model Lena Gercke als Moderatorin angesagt. Sie ist Gründungsmitglied von Ausbruch e.V. „Ausbruch ist ein tolles Projekt um anderen Menschen Mut zu machen und sie vielleicht auch zu ihrem ganz eigenen Ausbruch zu inspirieren. Ich hoffe sehr, dass wir viele Leute mit diesem Thema ansprechen und wir mit der Ausstellung viele Spenden für das Projekt entgegen nehmen können“, sagt sie.

Ab dem 7. April um 21 Uhr werden die großformatigen Fotos samt Unterschrift der Portraitierten und ihrer handschriftlich verfassten Aus-Bruch-Geschichte auf dem Internetportal United Charity versteigert.

Die Einnahmen verwendet der Verein Ausbruch zur Unterstützung hilfsbedürftiger Menschen, unter anderem an die Kontaktstelle für Selbsthilfegruppen in Cloppenburg. Außerdem soll die Ausstellung der Startschuss für weitere Fotoshootings sein, für die sich jedermann mit seiner oder ihrer Geschichte bewerben kann. Die dabei erzielten Einnahmen werden ebenfalls gespendet.

Die Ausstellung ist am 8. April von 14 bis 18 Uhr und vom 9. Bis 11. April jeweils von 17 bis 19 Uhr im Kulturbahnhof Cloppenburg zu sehen. Im Netz ist das Projekt unter www.aus-bruch.de zu finden.