Emmelner wollen Bau verhindern 1010 Unterschriften gegen Hühnerstall in Haren

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Eine Liste mit 1010 Unterschriften haben Vertreter der IG gegen den Legehennenstall in Emmeln an die Stadtverwaltung überreicht. Foto: Tobias BöckermannEine Liste mit 1010 Unterschriften haben Vertreter der IG gegen den Legehennenstall in Emmeln an die Stadtverwaltung überreicht. Foto: Tobias Böckermann

Haren. Die „Interessengemeinschaft gegen den Legehennenstall“ in Haren-Emmeln hat mehr als 1000 Unterschriften gesammelt und an die Stadt Haren überreicht.

Damit soll die Forderung unterstrichen werden, die Stadt möge sich gegen den Bau einsetzen und alle ihr zur Verfügung stehenden Mittel ausschöpfen.

Die Unterschriften hätten 25 Freiwillige an nur wenigen Tagen gesammelt, berichteten Andrea Evers, Rita Suelmann, Ella Mielke, Maria Tembaak und Norbert Germer bei der Übergabe einer Kopie der Liste an Harens Bürgermeister Markus Honnigfort und Stadtbaurat Henrik Brinker.

Mit ihrer Unterschrift haben sich die Menschen laut Aussage auf der Liste gegen den Stallbau gewandt, weil dieser „erhebliche problematische ökologische Folgen und vielfältige Auswirkungen auf die Nachbarschaft“ haben werde – unter anderem durch Nitrat, Feinstaub und Gerüche.

Außerdem sei ein so großer Legehennenstall mit 52000 Tieren nicht mit dem Ziel einer nachhaltigen Agrarpolitik vereinbar. Unterstellt wird ein hoher Einsatz von Antibiotika, der indirekt die Menschen gefährde. Außerdem sinke der Marktwert der Nachbargrundstücke.

Frage der Akzeptanz

Bürgermeister Honnigfort und Stadtbaurat Brinker zeigten Verständnis für die Sorgen der Unterzeichner, für die Andrea Evers noch einmal zum Ausdruck brachte: „Genug ist genug. Wir sind in Emmeln schon durch die Schlachterei, das Futtermittelwerk und die Bundesstraßen erheblich mit Geruch und Emissionen belastet. Es kommt aus allen Richtungen. Mehr wollen wir einfach nicht, und wir fordern die Stadt Haren auf, sich für uns einzusetzen.“

Markus Honnigfort betonte, man habe schon vor vielen Jahren damit begonnen, die Anwohner vor einem Zuviel an Belastung durch Landwirtschaft zu schützen und deshalb entsprechende bauliche Vorgaben gemacht.

So dürfe in vielen Randbereichen und so auch am nördlichen Siedlungsrand von Emmeln in einer Zone von 400 Metern kein neuer Stall gebaut werden. Der Stall Engelken sei deshalb in den Planungen weiter vom Dorf weggeschoben worden. „In dem geschützten 400-Meter-Bereich, in dem auch einzelne Wohnhäuser liegen, müssen die Geruchs- und Emissionsvorgaben eines Wohngebietes eingehalten werden“, sagte Stadtbaurat Brinker. Damit sei man viel weiter als andere Kommunen.

„Nicht erfreut“

Auch wenn die Verwaltung keineswegs erfreut sei über das Bauvorhaben müsse man doch feststellen, dass Landwirte über ein sogenanntes privilegiertes Baurecht verfügten, das nicht mit einer „Verhinderungsplanung“ eingeschränkt werden könne, sagte Honnigfort. Man habe vor diesem Hintergrund getan, was man konnte, und er wolle keine falschen Hoffnungen wecken: „Die Stadt Haren kann den Stall nicht verhindern, nur weil sie es möchte. Genehmigungsbehörde ist der Landkreis Emsland. Dennoch wäre es natürlich wichtig auch für die Landwirtschaft insgesamt, die Akzeptanz in der Gesellschaft nicht aufs Spiel zu setzen.“

Es spiele in diesem Verfahren zudem keine Rolle, dass 2013 das Baugesetzbuch geändert wurde. „Der Antrag ist nach altem Recht gestellt worden, und das gilt.“ Leider sei der Versuch gescheitert, mit der Familie Engelken den Stallbau an anderer Stelle, etwa nach einem Flächentausch, zu vereinbaren.

Honnigfort sagte zu, die Stadtverwaltung werde am Erörterungstermin am 26. April teilnehmen, bei dem die inzwischen eingegangenen Einwendungen von Privatleuten und Trägern öffentlicher Belange besprochen werden. Außerdem wolle man das Gespräch mit Familie Engelken suchen und einen weiteren Anlauf für einen möglichen Flächentausch starten.

Wie berichtet, hatte Familie Engelken auf dem Hof des Onkels ursprünglich eine Freilandhaltung von Legehennen geplant. Diese hatte die Stadt aber verboten, um den Betrieb der Geflügelschlachterei Emsland Frischgeflügel im Fall des Ausbruchs einer Tierseuche nicht zu gefährden. Deshalb hatte sie sich zum Bau eines Bodenhaltungsstalles entschlossen.


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