„Diskriminierung hat viele Gesichter“ Bundesbeauftragte berichtet in Haren über Arbeit für mehr Chancengleichheit

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Am Rande der Versammlung anlässlich des Internationalen Frauentags in Haren: Christine Lüders und Gitta Connemann (vorne, 3. und 4. v.l.) mit Bürgermeister Honnigfort und den Teilnehmerinnen. Foto: Stadt HarenAm Rande der Versammlung anlässlich des Internationalen Frauentags in Haren: Christine Lüders und Gitta Connemann (vorne, 3. und 4. v.l.) mit Bürgermeister Honnigfort und den Teilnehmerinnen. Foto: Stadt Haren

Haren. Am Internationalen Frauentag hat Christine Lüders, Leiterin der Antidiskriminierungsstelle des Bundes, Haren besucht. Dabei berichtete sie von ihrer Arbeit für mehr Chancengleichheit.

Begrüßt wurde Lüders durch die Bundestagsabgeordnete Gitta Connemann (CDU), deren Einladung sie gefolgt war, den Harener Bürgermeister Markus Honnigfort und die kommunale Gleichstellungsbeauftragte Annegret Schepers. Der Einladung zum gemeinsamen Erfahrungsaustausch kamen neben einigen Gleichstellungsbeauftragen im Landkreis Emsland auch die emsländische Sozialdezernentin Sigrid Kraujuttis sowie zahlreiche Vertreterinnen der örtlichen Frauenvereine, -verbände und –initiativen nach.

Eine der zentralen Aufgaben der unabhängigen Diskriminierungsstelle des Bundes sei die Unterstützung von Personen, die Benachteiligungen erfahren haben, welche rassistisch motiviert oder wegen der ethnischen Herkunft, des Geschlechts, der Religion oder Weltanschauung, einer Behinderung, des Alters oder der sexuellen Identität erfolgt sind. „Hier fehlt es noch an Vielem“, fasste Lüders zusammen und verwies auf ungleiche Entlohnungen der Geschlechter, die aktuelle „Metoo“-Debatte, aber auch die latente Benachteiligung von Bewerbern mit Migrationshintergrund, Älteren oder Behinderten auf dem deutschen Arbeitsmarkt.

Gleichbehandlungscheck

„Diskriminierung hat viele Gesichter und findet oft unterschwellig statt“, fasst es Lüders zusammen. Sie setzt auf Aufklärung statt Verbote. Unter anderem biete die Antidiskriminierungsstelle Unternehmen einen praxistauglichen Gleichbehandlungscheck an und trage hierfür einen Teil der Kosten.

Auch das Pilotprojekt einer anonymisierten Bewerbung stammt von Lüders und habe nachweislich dabei geholfen, benachteiligte Bewerbergruppen stärker bei der Personalrekrutierung zu berücksichtigen. Letztlich profitiere auch der Arbeitgeber davon, wenn der Auswahlfokus auf der Qualifikation des Bewerbers liege.

Mehr Solidarität angemahnt

Mit Blick auf die Einführung des Frauenwahlrechts vor 100 Jahren mahnte Gitta Connemann mehr Solidarität unter Frauen an und lobte die gute Vernetzung der verschiedenen Frauengruppen in Haren und im Landkreis Emsland. Sie wünscht sich eine stärkere Beteiligung von Frauen in kommunalen Gremien sowie den Landes- und Bundesparlamenten. „Der Anteil weiblicher Abgeordneter ist stagnierend bis rückläufig“, so Connemann. Dabei zeige unter anderem die 2016 beschlossene Reform des Sexualstrafrechts, wie wichtig parlamentarische Initiativen gerade für Frauen seien.

Lüders und Connemann betonten zum Schluss, dass ein Mehr an gesellschaftlicher Gleichberechtigung viele Potenziale und Chancen nicht nur für den Einzelnen, sondern auch für die Gesellschaft als Ganzes eröffnen könnte.


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