Streit in Unterkunft eskaliert Amtsgericht Meppen spricht Harener frei

Von Gerd Albers

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Das Amtsgericht Meppen hat einen 33-jährigen Harener freigesprochen. Foto: Manfred FickersDas Amtsgericht Meppen hat einen 33-jährigen Harener freigesprochen. Foto: Manfred Fickers

Meppen. Das Amtsgericht Meppen hat einen 33-jährigen Mann vom Vorwurf der gefährlichen Körperverletzung freigesprochen. Die Staatsanwaltschaft hielt dem Schweißer vor, im Frühjahr 2017 einem Mitbewohner in einer Wohnunterkunft in Haren einen zusammengefalteten Plastikstuhl auf den Kopf geschlagen zu haben.

Danach habe er auf den am Boden liegenden Mann mehrfach mit der Faust eingeschlagen und diesen erheblich verletzt. Diese Version wollte der Angeklagte nicht wahrhaben, denn das Geschehen habe sich ganz anders zugetragen. Am Vorfallstag sei sein Mitbewohner angetrunken in sein Zimmer gekommen und habe ihn gebeten, mit auf die Terrasse des Hauses zu kommen, weil er mit ihm etwas besprechen wolle. Er habe jedoch keine Lust dazu gehabt und den Mann aus dem Zimmer gewiesen.

Erneut aufgetaucht

Kurz darauf sei dieser erneut aufgetaucht. Er habe sich dann bereit erklärt, doch noch mit auf die Terrasse zu gehen. Dort habe er an einem Plastiktisch Platz genommen. Außer den beiden sei noch ein dritter Mitbewohner anwesend gewesen. Das angebliche Opfer habe ihm dann vorgeworfen, er habe sexuelle Kontakte mit dessen Freundin. Da dies nicht zutreffe, habe er es abgestritten. Es sei zuerst zu einem verbalen Streit gekommen. Während des Streites habe dann sein Widersacher ihn mit einem Elektroschocker bedroht. Daraufhin habe er ihm ein paar gezielte Faustschläge versetzt, um einen Angriff abzuwehren. Der Widersacher sei zu Boden gegangen und habe die Terrasse verlassen. Mit einem Stuhl habe er nicht auf den Mitbewohner eingeschlagen.

Unterschiedliche Aussagen

Das Gericht hatte den Geschädigten und auch den zweiten Mitbewohner als Zeugen vorgeladen. Das angebliche Opfer bestätigte, dass es bei dem Streit um seine Lebensgefährtin gegangen sei. Der Angeklagte habe das Verhältnis mit seiner Freundin bestritten, aber plötzlich unvermittelt mit einem Plastikstuhl auf ihn eingeschlagen und ihn am Kopf verletzt. Als er bereits am Boden lag, habe der Täter auf ihn eingeschlagen und ihn getreten. Er habe mehrere Verletzungen erlitten. Er habe an dem Tag nur zwei Flaschen Bier getrunken und sei völlig nüchtern gewesen.

Streit bestätigt

Der zweite Zeuge bestätigte in seiner Aussage den Streit zwischen den beiden. Zudem habe der Angeklagte auch mit einem Stuhl auf den Geschädigten eingeschlagen. Über den genauen Tathergang machte er jedoch Angaben, die sich weder mit denen des Opfers noch des Täters deckten. Auch über den Zeitpunkt des Streites gab es drei unterschiedliche Versionen.

Geldstrafe beantragt

Letztendlich sah auch der Staatsanwalt in seinem Plädoyer die gefährliche Körperverletzung nicht als erwiesen an. Dazu seien die Aussagen der Zeugen zu widersprüchlich. Er forderte jedoch für die Faustschläge eine Geldstrafe von 1500 Euro. Der Strafrichter sprach den Angeklagten frei, weil eine gefährliche Körperverletzung nicht einwandfrei nachgewiesen werden könne. Zudem fehle es hinsichtlich der einfachen Körperverletzung an der Vorsätzlichkeit.


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