Bürgerpreis für Initiativkreis Stadt Haren zeichnet Behindertenarbeit aus

Von Gerd Mecklenborg


Haren. Bei der Übergabe des Bürgerpreises der Stadt Haren (Ems) sind alle Laudatoren davon überzeugt gewesen, „mit dem Initiativkreis für Behindertenarbeit die richtige Organisation als Anerkennung für ihre großartige Arbeit ausgezeichnet zu haben“.

Die Stadt Haren verlieh zum achten Mal ihren Bürgerpreis verliehen. Zahlreiche Ehrengäste aus Vereinen, Verbänden und dem Stadtrat waren in den Saal Hagen gekommen, um mit lang anhaltendem Beifall Heiner zum Hebel, dem Vorsitzenden des Initiativkreises, zu beglückwünschen. Der nahm stellvertretend für alle Mitglieder und Helfer des ehrenamtlichen Vereins die Auszeichnung von Harens Bürgermeister Markus Honnigfort entgegen.

Echtes Vorbild

In seiner Begrüßung begründete Honnigfort die Entscheidung der Auswahlkommission und freute sich mit den Preisträgern, „denn aus vielen Gesprächen mit Harener Bürgern weiß ich, dass die heutige Auszeichnung eine hohe Wertschätzung in der Bevölkerung genießt“. Die Kommission hätte „wieder ein sehr glückliches Händchen bewiesen“, sagte der Bürgermeister. Mit der Auszeichnung habe man aufzeigen wollen, dass es in Zeiten der digitalen Übersteuerung wieder einer stärkeren Orientierung „hin zur Kultur des Hinwendens und Zuhörens“ geben müsse. Bisherige Bürgerpreisträger, wie der Freundeskreis Lindloh, die Seniorenbetreuer oder das Team der Harener Tafel seien „das beste Beispiel dafür, wie Menschen aufeinander zugehen können“, sagte Honnigfort. Zu dieser Gruppe gehöre „in vorbildlicher Weise“ auch der Initiativkreis.

Echte Integration

In seiner Laudatio ging Pastor Günter Bültel auf die Verdienste der Bürgerpreisträger ein. „Seit über 40 Jahren lebt der Initiativkreis menschlich, einfach und effektiv vor, wie Integration und Teilhabe funktionieren können. Alle Mitglieder und Helfer beweisen das täglich mit ganz viel Liebe und einer großen Portion Geschick“, lobte der Geistliche. „Ihr alle tragt dazu bei, Berührungsängste abzubauen, und zeigt uns in großartiger Weise, wie man miteinander und aneinander lernen kann“, so Bültel.

1977 entstand Idee

Im Rahmen eines Pfadfinderausflugs der St. Martinus Gemeinde entstand 1977 erstmals die Idee, gemeinsam mit Behinderten einen Ausflug zu unternehmen. Seitdem plant der Initiativkreis regelmäßig gemeinsame Freizeitaktivitäten von Menschen mit und ohne Behinderung. Seit Jahren unterhalten die Mitglieder und Helfer Kontakte zur Oberschule Haren, deren Schüler an vielen Aktivitäten teilnehmen.

Neues Bewusstsein

Bevor Heiner zum Hebel der Bürgerpreis feierlich überreicht wurde, hob Harens Bürgermeister hervor „dass es eurem Engagement, aber auch dem des Freundeskreises Lindloh, zu verdanken ist, dass ein neues Bewusstsein für den Umgang mit geistig und körperlich behinderten Menschen auch in unserer Stadt gewachsen ist“. Für die Auszeichnung bedankte sich Heiner zum Hebel bei der Kommission und bei der Stadt, appellierte dabei aber auch an Politik und Verwaltung, „unnötige Bürokratie abzubauen, die in unserem Bereich zu oft effektive Vereinsarbeit erschwert“. Musikalisch großartig umrahmt wurde die Veranstaltung von der inklusiven Musikgruppe Solo & Tutti.


Zur Sache: Der Bürgerpreis der Stadt Haren (Ems) wird seit 2011 an eine verdiente Person oder Gruppe verliehen. Geehrt werden „Helden des Alltags“, die sich insbesondere im sozialen, sportlichen, wirtschaftlichen und kulturellen Bereich verdient gemacht haben. Vorschläge werden von einer siebenköpfigen Kommission gesichtet und bewertet. Vorschlagsberechtigt sind alle Bürger, Vereine, Verbände und Institutionen der Stadt.