Goldene Ehrennadel für Wester Überzeugendes Sprachrohr der emsländischen Landwirte

Von Hermann-Josef Mammes


Haren. Mit der höchsten Auszeichnung des Landvolkes Niedersachsen ist am Freitag der ehemalige Präsident des Emsländischen Landvolkes Hermann Wester ausgezeichnet worden. Niedersachsens Bauernpräsident Albert Schulte to Brinke überreichte ihm die goldene Ehrennadel nebst Urkunde.

Der 67-jährige Wester hatte das Amt nach neun Jahren im Dezember 2017 an den Frerener Georg Meiners übergeben. Dieser sagte am Freitag bei der Abschiedsfeier seines Vorgängers im Saal Hagen in Haren: „Ich habe nach der Amtsübernahme schnell gemerkt, wie groß das Ansehen und Vertrauen im Emsland und in der Grafschaft Betheim in das Amt des Präsidenten sind.“ Dies sei der Verdienst von Hermann Wester sowie dessen Vorgänger Bernhard Brand. Der Vereinigung des Emsländischen Landvolks (VEL) gehören 111 Ortsvereine sowie 7900 Mitglieder an. Der Bezirksverband mit Hauptsitz in Meppen repräsentiert 4000 Haupterwerbsbetriebe und 2000 Nebenerwerbsbetriebe.

Selbst erfolgreicher Landwirt

Der Niedersächsische Bauernpräsident war voll des Lobes für die Region: „Im Emsland sind es die Menschen, die den Erfolg ausmachen.“ Die Emsländer selbst hätten ihre Region auch dank des Emslandplans nach vorne gebracht. Hieran habe die Landwirtschaft entscheidenden Anteil. Der Harener Hermann Wester habe seine landwirtschaftliche Ausbildung 1968 auf dem landwirtschaftlichen Hof Schulte-Lohmöller in Borsum (Gemeinde Rhede) begonnen. Bereits 1978 erfolgte die Meisterprüfung. Mit seiner Ehefrau und Familie führte er dann in Haren-Wesuwe den elterlichen Betreib mit Schweinehaltung, Hähnchenmast sowie Stärkekartoffelbau weiter.

Viele Ehrenämter

Der Bauernpräsident verwies auf die diversen weiteren Ehrenämter, die Wester in den Folgejahren innehatte. Es begann mit dem Vorstandsposten bei der Landjugend Haren 1971. Seit vielen Jahren gehört er dem Vorstand des Landvolkkreisvereins Meppen an. Weitere Posten in führenden Positionen füllte er bei der Erzeugergemeinschaft Hümmling und der Emsländischen Volksbank aus. Zudem engagierte er sich auf Landes- und Bundesebene für die Landwirtschaft. Das Ziel von Hermann Wester sei immer gewesen: „Die Landwirtschaft entwickeln und nach vorne bringen.“Dieses sei ihm in imposanter Weise gelungen.

Sprachrohr der Landwirte

Landrat Reinhard Winter dankte Wester für dessen „Herzblut und Engagement“. Er habe sich immer für die Familienbetriebe und die Landwirtschaftin der Region eingesetzt. Dabei habe der emsländische Landvolkspräsident in den Gesprächen mit der Kreisverwaltung immer mit „offenem Visier“ verhandelt. „Du warst ein ehrliches und überzeugendes Sprachrohr der Landwirte.“ Auch auf Initiative von Wester hin sei das Seuchenvorsorgezentrum der Gesellschaft für Seuchenvorsorge in Klausheide bei Nordhorn entstanden.

Große Wertschöpfungskette

Die Bedeutung der Landwirtschaft im Emsland verdeutliche Winter anhand von Zahlen. 64 Prozent des Landkreises seien landwirtschaftliche Flächen. Zudem gebe es 35 Millionen Geflügelmastplätze. Die Wertschöpfung der Landwirtschaft sowie ihrer vor- und nachgelagerten Wirtschaft nur im Emsland bezifferte der Landrat auf 1,5 Milliarden Euro im Jahr. Ein „großes Dankeschön“ gab es denn auch vom Speller Unternehmer Bernard Krone. Landvolk-Hauptgeschäftsführer Lambert Hurink erinnerte an den Leitspruch seines früheren Präsidenten. Dieser habe die VEL als Mannschaft gesehen. Dabei habe Wester bei Problemen mit Gelassenheit und Ruhe nach Lösungen gesucht. Wester selbst wies darauf hin, dass er diese vielen Aufgaben nur erfüllen konnte, „weil mir meine Frau und meine Familie den Rücken freigehalten haben“.