Sichtung bei Haren Wieder Wölfe im Emsland unterwegs

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Haren. In diesen Tagen sind in Norddeutschland wieder viele Jungwölfe unterwegs, die auf der Suche nach einem eigenen Revier Hunderte Kilometer zurücklegen. Auch im Emsland sind Wölfe gesichtet worden, zuletzt am Mittwoch in Haren.

Am 14. März gegen 10.30 Uhr war der Harener Jürgen Ziefuß gemeinsam mit seiner Frau im Auto unterwegs. Auf der Straße „Düne“ in Höhe des Golfplatzes Gut Düneburg bemerkten die beiden ein Tier, das die Aufmerksamkeit der beiden weckte. „Wir dachten zunächst, da stünde ein Reh auf dem Acker“, berichtet Ziefuß. „Aber dann war schnell klar, dass es sich um einen Wolf handelte“. Ziefuß war nach eigenen Angaben früher ab und zu im Osten Europas auf Jagd und hat dort Wölfe und ihr typisches Gangbild kennengelernt. „Für mich war die Sache schnell klar“, sagt er.

Er hielt an, stieg aus und hielt er die Begegnung, die nur maximal eine Minute dauerte, zum Teil mit dem Handy fest. Dabei entstand ein sehr kurzes Video. Der Wolf trabte schließlich in Richtung Altenberge davon.

Dass es sich um einen Wolf handelte, hält auch Hermann Fehnker für wahrscheinlich. „Wir hatten aus Haren noch weitere Meldungen“, sagt der Wolfsbeauftragte des Landkreises Emsland. Außerdem gibt ihm das Wolfsbüro des Landes Niedersachsen in dieser Einschätzung recht. Nach Angaben aus Hannover handelt es sich um einen sogenannten C3a-Nachweis. Als C1-Nachweis gilt zum Beispiel der Lebendfang eines Wolfes, ein genetischer Nachweis zum Beispiel über Kot oder ein eindeutiges Foto. In die zweitstärkste Kategorie C2 fällt ein von einer erfahrenen Person überprüfter Hinweis (z.B. Spur oder Riss).

Als C3-Hinweise gelten alle Hinweise, bei denen ein Wolf auf Grund der mangelnden Indizienlage von einer erfahrenen Person weder bestätigt noch ausgeschlossen werden konnte. Dazu zählen alle Sichtbeobachtungen ohne Fotobeleg oder Fotos und Videos, deren Qualität nicht ausreicht, um einen eindeutigen Nachweis zu führen. Die Kategorie C3 kann in Unterkategorien, wie „wahrscheinlich“ und „unwahrscheinlich“ unterteilt werden und im Fall des Harener Wolfes gilt mit dem Zusatz „a“ die Annahme: „wahrscheinlich“.

Aktuelle und gesicherte Meldungen aus dem Emsland gibt es nach Informationen unserer Zeitung auch aus Werpeloh und von der WTD 91. Drei Fotofallenaufnahmen sollen Wölfe zeigen, eine davon zwei Tiere. Obwohl es im Emsland seit 2014 durchgängig gesicherte Nachweise des Raubtiers gibt, gilt es nicht als festes Territorium. Das liegt vor allem daran, dass sich bislang kein Einzeltier mehrfach über einen längeren Zeitraum hat nachweisen lassen. Die Individuen wechselten offenbar mehrfach.


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