Anteilige Finanzierung geregelt Stadt Haren und Kirchengemeinden schließen neue Kita-Rahmenverträge

Gemeinsam mit den Vertretern der Kirchenvorstände unterzeichneten Pfarrer Georg Bültel, Bürgermeister Markus Honnigfort und Pfarrer Klaus Willmann (sitzend, v. l.) die neuen Rahmenverträge . Foto: Stadt HarenGemeinsam mit den Vertretern der Kirchenvorstände unterzeichneten Pfarrer Georg Bültel, Bürgermeister Markus Honnigfort und Pfarrer Klaus Willmann (sitzend, v. l.) die neuen Rahmenverträge . Foto: Stadt Haren

Haren. Neue Rahmenverträge, die die Inhalte der Betreuungsleistungen in den Haren Kindertagesstätten regeln, sind jetzt von Vertretern der Stadt und der sechs katholischen Kirchengemeinden unterzeichnet worden.

Die bestehenden Verträge der Stadt Haren mit den Kirchengemeinden St. Martinus (Haren), Herz Jesu (Altharen), St. Josef (Emmeln), St. Gerhard Majella (Fehndorf), St. Maximilian (Rütenbrock) und St. Clemens (Wesuwe) als Träger der Kitas waren bereits zum Jahresende 2015 geendet. Letztmalig hatten Stadt und Kirchengemeinden 1995 und 1996 die Inhalte der Betreuungsleistungen geregelt.

„Mit dem Ende der vereinbarten Laufzeit von 20 Jahren sahen alle Beteiligten die Notwendigkeit, die Vertragsinhalte zu überprüfen und an die heutigen Anforderungen anzupassen“, sagte Bürgermeister Markus Honnigfort. Ein Beispiel seien die gestiegenen gesetzlichen Anforderungen an die Personalausstattung in den Gruppen und damit auch gestiegene finanzielle Bedarfe der Träger. Entsprechend kündigte die Stadt die Verträge zum Ende der Laufzeit.

Intensive Gespräche

Es folgten intensive Gespräche mit den örtlichen Kirchenvorständen, der Trägerarbeitsgemeinschaft sowie Vertretern der Fachberatung und des Generalvikariats des Bistums Osnabrück zu neuen Inhalten. Auch die städtischen Gremien mussten zunächst grünes Licht für die neuen Entwürfe geben, die jetzt zur Unterschrift vorgelegt wurden.

Die kirchlichen Einrichtungen betreuen aktuell fast 700 Kinder in neun Krippen- und 20 Regelbetreuungsgruppen. Die Kita St. Josef in Emmeln wurde zum 1. März um eine Krippen- und eine Regelgruppe erweitert, am Standort St. Anna in Altharen wird derzeit der Ganztagsbereich ausgebaut und soll zum Kindergartenjahr 2018/2019 fertiggestellt werden. Mit dem Neubau einer Kindertagesstätte St. Ansgar steht die größte gemeinsame Investition von Stadt und Kirche in der Kinderbetreuung unmittelbar bevor. Für zwei Krippen- und vier Regelgruppen sind rund 2,5 Millionen Euro veranschlagt.

Kostenverwaltung soll effizienter werden

Basis dafür ist auch der neue Finanzierungsvertrag für die laufenden Betriebskosten. Wesentliche Neuerung ist die Einrichtung gemeinsamer Rendanturen für alle sieben kirchlichen Kitas, wodurch die einzelnen Kirchengemeinden entlastet und mehr Effizienz bei der Kostenverwaltung hergestellt werden sollen. Ferner sollen der Einzug der Kita-Beiträge und das Forderungsmanagement durch die Kommune erfolgen.

„Die Erweiterungen der Einrichtungen und flexible Betreuungszeiten haben den Kontrollaufwand der lokalen Rendanten immer weiter erhöht“, so Pfarrer Klaus Willmann. Darum sei es sinnvoll, diese Aufgabe zu zentralisieren und teils in die Stadtverwaltung einzugliedern, die ohnehin die Beitragsberechnung vornehme, pflichtet ihm Pfarrer Günter Bültel bei. Die Vertragslaufzeit liege nun bei zehn Jahren mit der Option auf Verlängerung um weitere fünf Jahre.

Individuelle Förderung

Auf kirchlicher Seite wurden die Vertragsgespräche vom Generalvikariat aus Osnabrück begleitet. Dort wird die Trägerschaft durch die Kirchengemeinden und damit die Vermittlung christlicher Wertvorstellung in der frühkindlichen Bildung als eine wichtige Aufgabe eingestuft. Gleichzeitig müsse aber auch Verantwortung von den ehrenamtlichen Kirchenvorstandsmitgliedern verlagert werden und die Pfarrer für ihre seelsorgerischen Aufgaben Entlastung erfahren.

Die katholische Kirche übernimmt daher keine neuen Kitas mehr, sondern stärkt seit Jahresbeginn die bestehenden Einrichtungen durch zusätzliche religionspädagogische Elemente und eine Unterstützung der pädagogischen Leitungen im Verwaltungsbereich. Der neue Vertrag ist getragen von dem Gedanken, dass die individuelle Förderung jedes Kindes noch stärker in den Fokus rücken werde. „Die Zeiten der Kinderaufbewahrungsstation sind lange vorbei, der neue Finanzierungsvertrag unterstützt die Entwicklung der Kindertagesstätten zur modernen Bildungs- und Betreuungseinrichtung“, sagte Honnigfort.