Vertreterversammlung in Haren Immer mehr Imker und Bienen im Nordwesten

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Haren/Twist. Die Imkerwelt aus Weser-Ems hat sich in Haren und Twist getroffen. Während die Zahl der Imker deutlich steigt, nehmen die Sorgen um die Biene selbst weiter zu.

Der Landesverband der Imker Weser-Ems vertritt mehr als 4000 Bienenzüchter aus den ehemaligen Regierungsbezirken Osnabrück, Aurich und Emden sowie aus der Hansestadt Bremen. Rund 150 von ihnen haben nun ein Wochenende lang auf Einladung der drei Harener Imkervereine (Tinnen-Emmeln, Haren und Umgebung, Imme) zunächst das Harener Bienenzentrum Imme Bourtanger Moor zum Fachsimpeln genutzt und dann im Gasthof Robben in Twist-Hebelermeer ihre Fachtagung abgehalten.

Vorsitzender Werner Clausing berichtete, in den vergangenen fünf Jahren sei die Zahl der Mitglieder in den 65 vertretenen Imkervereinen und 17 Kreisimkerverbänden um mehr als 1300 auf über 4000 gestiegen. Allein 2017 seien 621 Vereinsbeitritte zu verzeichnen gewesen. Die Zahl der von diesen Imkern gehaltenen Bienenvölker stieg in den vergangenen fünf Jahren um 2800 auf 27.400.

Viel Zulauf also für eine Tätigkeit, die zwar auf eine jahrhundertelange Tradition verweisen kann, jahrzehntelang aber unter Nachwuchsmangel litt. Sorgenfrei aber sind die Bienenzüchter nicht: Schädlinge wie die Varoamilbe oder der Mangel an Blütenpflanzen in der freien Landschaft machen ihren Schützlingen das Leben zunehmend schwer.

Zu wenig Blüten

Dass die Imkerei und mit ihr die Zukunft der Insekten zuletzt immer stärker in den Mittelpunkt des gesellschaftlichen Interesses gerückt sind, verdeutlichte die Gästeliste der Vertreterversammlung im Emsland. Mit Johanne Waßmuth war die Staatssekretärin im Landwirtschaftsministerium des Landes Niedersachsen ebenso vertreten wie Ludwig Diekmann als Leiter der Abteilung Tierzucht bei der Landwirtschaftskammer Weser-Ems oder Albert Schulte to Brinke als Präsident des Niedersächsischen Landvolkes. Weitere Vertreter der örtlichen Landwirtschaft, der Kammer, der niederländischen Imkerei und Harens stellvertretender Bürgermeister Hartmut Bruns informierten sich oder überbrachten Grußworte.

Das (Über-)leben der Bienen in der modernen Agrarlandschaft war mehrfach Thema – unter anderem sagte Albert Schulte to Brinke, den Bienen fehle es vor allem im August und September an Nahrung. Probleme bereiteten möglicherweise die Neonicotinoide, also hochwirksame Insektizide. Weniger problematisch sah er einer Mitteilung des Bienenzentrums zufolge den Einsatz von Glyphosat – jedenfalls im Zusammenhang mit Insekten.

Vorbild Niederlande

Der Vorsitzende des Vereins Imme, Hermann Hüsers, hielt als Obmann für Bienenweide, Naturschutz und Bestäubung seinen Jahresbericht und forderte dazu auf, die Straßen- und Wegeseitenräume stärker in den Blick zu nehmen. Hier bestimme die Pflege den Aufwuchs, was bedeute: Wenn man den Aufwuchs zum passenden Zeitpunkt mäht und entfernt, entstehen artenreiche Grünstreifen mit vielen Blumen. Sehr gute Erfahrungen hätten damit die Niederländer in Hoogeveen gesammelt.

Einen ähnlichen, aber noch großflächigeren Effekt könnte die Anlage von Blühflächen als Kompensation in intensiv bewirtschafteten Ackerbauregionen bewirken. Wie man mit Blühstreifen und Blühflächen Insekten und Ackervögeln wie dem Rebhuhn helfen kann, darüber berichtete der Göttinger Biologe Werner Beeke. Er hatte einen ähnlichen Vortrag bereits vor einigen Wochen in Haren gehalten. Sein Credo war auch das der Imker: Nur zusammen mit den Landwirten lässt sich eine Verbesserung der Situation bewerkstelligen.

Mit den Landwirten

Der langjährige Vorsitzende Werner Clausing trat nicht zur Wiederwahl an. Seine Nachfolge tritt Silke Meier aus Melle an. Clausing wurde mit der Lehzen-Medaille und damit der höchsten Auszeichnung, die ein Imker in Niedersachsen erhalten kann, bedacht. Außerdem wählten die Delegierten ihn zum Ehrenvorsitzenden. Dem Vorstand der Imker in Weser-Ems gehört der Harener Hermann Hüsers als Obmann für Bienenweide weiterhin an.


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