25.000 Euro pro Jahr Haren plant Schaffung eines Kulturetats

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Die Harener Klassiknacht und der Heimatverein als Veranstalter könnten in Zukunft vom Kulturetat der Stadt Haren profitieren. Archivfoto: Gerd MecklenborgDie Harener Klassiknacht und der Heimatverein als Veranstalter könnten in Zukunft vom Kulturetat der Stadt Haren profitieren. Archivfoto: Gerd Mecklenborg

Haren. Kulturschaffende in der Stadt Haren sollen in Zukunft mehr Unterstützung bekommen: Auf Antrag der CDU soll ein Kulturetat geschaffen werden und 25.000 Euro pro Jahr zur Verfügung stellen.

Dafür hat sich mehrheitlich der Ausschuss für Bildung und Soziales ausgesprochen. Am Donnerstag dieser Woche muss der Stadtrat entscheiden. Der Antrag der CDU sieht vor, den Etat noch für das Jahr 2018 aufzulegen. Weil die Summe nicht im Haushalt berücksichtigt werden konnte, der Ende Dezember beschlossen worden war, soll der Rat einer außerplanmäßigen Ausgabe zustimmen. Danach wäre der Etat jährlich bereitzustellen.

Die Mittel können dann von Vereinen, Verbänden, Personengruppen und nicht gewerblich tätigen Kulturträgern beantragt werden, die in der Stadt Haren ansässig oder tätig sind. Die Mittel sollen vorrangig zur Kofinanzierung von Projekten und Anschaffungen dienen, zum Beispiel dann, wenn andere öffentliche Stellen wie der Landkreis Emsland ein Projekt fördern, aber auf eine Kofinanzierung durch die Kommune bestehen.

Anträge sind an die Verwaltung zu richten, die dann einen Vergabevorschlag erarbeitet. Dieser wird dann vom zuständigen Ausschuss des Stadtrates beraten und beschlossen.

Angebot stärken

Nach Einschätzung der CDU sorgen die zahlreichen Kapellen, Chöre, Theater-, Musik und Tanzgruppen, der Kunstkreis sowie Heimat- und Traditionsvereine für ein breites und buntes Kultur- und Kunstangebot. Diese Arbeit werde fast ausnahmslos ehrenamtlich geleistet und verdiene daher Würdigung und Förderung. Die Mittel sollten zur Unterstützung bei der Durchführung von Projekten und der Umsetzung von Anschaffungen, nicht jedoch für Unterhaltungs- und Verwaltungskosten dienen.

Die Förderungen sollen dabei bisher schon praktiziertes Sponsoring nicht ersetzen, sondern unterstützen und beispielsweise das wirtschaftliche Risiko für die ehrenamtlich geführten Vereine verringern.

Der Vorschlag stieß auch bei der SPD auf Zustimmung. „Wir begrüßen den Antrag der CDU“, sagte Georg Berenzen. „Es ist sinnvoll, die große Vielfalt des Ehrenamtes zu unterstützen“. Allerdings plädiere die SPD dafür, den Antrag zu erweitern. „Wir halten es für sinnvoll, einen Kulturmanager einzustellen, der oder die dann die Kulturarbeit in Haren koordiniert und voranbringt, zumal ja eine große Stadthalle für kulturelle Veranstaltungen in Planung ist.“

Manager einstellen

Außerdem sei ja ohnehin geplant, für das im Aufbau befindliche Maczkow-Museum eine halbe Wissenschaftler-Stelle zu schaffen. Diese könnte man zu einer ganzen machen und beide Tätigkeiten sowie die Betreuung der anderen Harener Museen in einer Hand ansiedeln.

Die CDU-Vertreter lehnten diesen Antrag der SPD ab. Peter Meentken gab zu bedenken, dass die Stadthalle ja noch gar nicht beschlossen sei, die Stelle des Wissenschaftlers sei ebenfalls erst 2019 oder später vorgesehen. Carina Seelhorst schlug vor, über den SPD-Antrag später zu beraten.

Das aber lehnte Georg Berenzen ab und so erhielt sein Vorschlag nur drei Stimmen der SPD. Der Kulturetat selbst wurde aber einstimmig beschlossen, auch wenn Hans-Hermann Lonquich (SPD) bemängelte, das auf seinen Vorschlag 2017 beschlossene Programm zur Bezuschussung von Musikinstrumenten umfasse nur 2000 Euro. „Das ist irgendwie ungerecht“, meinte er. Die CDU-Vertreter verwiesen aber darauf, dass die Musikkapellen auch Anträge auf Mittel aus dem Kulturetat stellen könnten.

Beschlossen hat der Ausschuss die Anhebung der Fördergelder für Jugendgruppen und Jugendgemeinschaften. Diese erhalten zukünftig zum Beispiel bei der Durchführung von Zeltlagern mehr Geld pro Teilnehmertag. Die zuständige Richtlinie hat die Stadt an jene des Landkreises Emsland angelehnt, die vor kurzem ebenfalls geändert worden war. Einige Anpassungen an die Harener Situation habe es gegeben, sagte Dieter Pohlmann von der Stadtverwaltung.


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