Sperrzone rund um Frischgeflügel Drei Kilometer um Schlachterei in Haren kein weiterer Stall

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In einem Radius von etwa drei Kilometern um die Schlachterei von Emsland Frischgeflügel in Haren soll es in Zukunft eine Sperrzone geben, die den Neubau von Geflügelställen verbietet. Archivfoto: Stefan SchöningIn einem Radius von etwa drei Kilometern um die Schlachterei von Emsland Frischgeflügel in Haren soll es in Zukunft eine Sperrzone geben, die den Neubau von Geflügelställen verbietet. Archivfoto: Stefan Schöning

Haren. In einem lockeren Radius von drei Kilometern rund um den Schlachthof Emsland Frischgeflügel in Haren soll es zukünftig eine Sperrzone geben, in der keine weiteren Geflügelställe errichtet werden dürfen. Der Betrieb soll damit vor der Vogelgrippe geschützt werden.

In seiner Sitzung am Dienstagabend beschloss der Ausschuss für Bauen und Planung der Stadt Haren einstimmig die erneute Auslegung des entsprechenden Bebauungsplans. Locker ist der Radius insofern gefasst, als dass sich in dem Umkreis von drei Kilometern um Emsland Frischgeflügel teils ohnehin schon Flächen befinden, deren Bebauungspläne Neubauten von Geflügelställen ausschließen. Dies sind etwa im Norden Flächen mit Wohnbebauung sowie der Wald östlich der B 70. Hinzukommen sollen nun Flächen, in denen derzeit noch Neubauten zulässig wären.

1200 Mitarbeiter schützen

Diese Maßnahme ergreift die Stadt laut Franz Lammers vom Bauamt auf Anraten des Landkreises Emsland, um die Firma so vor Produktionsausfällen zu schützen. Im Norden wird die Sperrzone begrenzt von der B 408, im Westen von der Altharener Straße beziehungsweise der Delldorfer Straße. Im Süden orientiert sich die Sperrzone an der Stadtgrenze zu Meppen sowie der Ems. Stünde im Falle eines Ausbruchs der Vogelgrippe in diesem Gebiet ein Geflügelstall, müsste der Landkreis strenge Auflagen in den sogenannten Sperrzonen verhängen. Dies hätte neben einer Stallpflicht der Geflügelbetriebe auch ein Transportverbot innerhalb der Sperrzone und damit einen Zulieferungsstopp zufolge, welcher erhebliche Produktionsausfälle nach sich ziehen könne. So will die Stadt auch die Arbeitsplätze der mehr als 1200 Mitarbeiter von Emsland Frischgeflügel sichern.

Anwohner erheben Einspruch

Erstmalig ausgelegt wurde der Bebauungsplan bereits im Herbst 2015, um Behörden und Anwohner in den Planungsprozess einzubeziehen. Während die Behörden weitestgehend keine Einwände hatten, erhoben zwei Anwohner am Rand der Sperrzone Einspruch. Der Eigentümer eines Hofes südlich der Emmelner Straße hatte darum gebeten, seine Hoffläche aus dem Plangebiet herauszunehmen, um Ställe für die Hobbytierhaltung und den Eigenbedarf zuzulassen. Im Falle des Ausbruchs der Vogelgrippe könne eine Stallpflicht die Ausbreitung der Krankheit verhindern. Der Bauausschuss empfiehlt dem Stadtrat jedoch, diesem Antrag nicht nachzukommen. Es könne nicht ausgeschlossen werden, dass sich die Vogelgrippe auch über menschliche Kleidung auf den Geflügelbestand eines Hobbytierhalters ausweitet.

Auch Ställe von Hobbyhaltern verboten

Auf Nachfrage von Heinrich Schepers (SPD) erläuterte Stadtbaurat Henrik Brinker, was die Aufstellung des Bebauungsplans für andere Kleintierbestände bedeute, für die bislang aufgrund der geringen Größe kein Bauantrag notwendig gewesen ist. „Für bereits genehmigte Ställe ist das kein Problem“, sagte Brinker. Nicht genehmigte Geflügelkleinbestände bekämen jedoch keine Nachgenehmigung. Laut Franz Lammers gestalte sich eine Kontrolle jedoch schwierig. Dafür sei der Landkreis zuständig. Der werde sich jedoch nicht auf die Suche nach kleinen Geflügelbeständen machen.

Grenzen orientieren sich an Straßen

In dem schraffierten Gebiet rund um die Firma emsland FRischgeflügel in Haren sollen zukünftig keine neuen Geflügelställe mehr zugelassen sein.

Auch der Eigentümer eines Hofs an der Hemsener Straße hatte Einspruch erhoben. Die Sicherheitszone von drei Kilometern ende am Gehöft seines Nachbarn. Er selbst liege nicht mehr im Plangebiet. Der Bebauungsplan schränke die landwirtschaftliche Entwicklung seines Betriebs ein. Er wolle sich offen halten, in Zukunft in die Geflügelhaltung einzusteigen. Der Bauausschuss empfiehlt dem Stadtrat jedoch, auch diesen Antrag nicht zu berücksichtigen. Grund: Die Sperrgrenze orientiere sich auch an topografischen Grenzen der Straßen, sodass sich das Gebiet in diesem Fall entsprechend vergrößert und den Hof einschließt.


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