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24.02.2018, 08:01 Uhr KOMMENTAR

Haltung gegenüber Harener Autist nicht akzeptabel

Von Hermann-Josef Mammes


Die Agentur für Arbeit soll auch Menschen mit Handicaps Berufsperspektiven aufzeigen. Foto: dpaDie Agentur für Arbeit soll auch Menschen mit Handicaps Berufsperspektiven aufzeigen. Foto: dpa

Haren. Kernaufgabe der Agentur für Arbeit ist es, Menschen die Teilhabe am Berufsleben zu ermöglichen. Im Fall des 18-jährigen Harener Autisten Daniel Müller passiert leider genau das Gegenteil: Hier findet gezielte Ausgrenzung statt.

Die Arbeitsverwaltung stellt sich immer gern öffentlich als großer Dienstleister dar. Aber zu ihren Aufgaben gehört es eben nicht nur, hoch qualifizierte Fachkräfte zu vermitteln. Die Arbeitsvermittler sollen auch dazu beitragen, dass Inklusion von behinderten Menschen nicht mit der Schulzeit endet. Dabei gebe es für Daniel Müller sogar mittelfristig die Chance, später auf dem ersten Arbeitsmarkt einen Job zu finden. Die Johannesburg traut ihm durchaus zu, dass er die zweijährige Ausbildung zum Fachpraktiker für Holzverarbeitung erfolgreich absolviert.

Aus der Bahn werfen

Doch dafür ist der 18-jährige Autist auf bestimmte Rahmenbedingungen - allen voran seinen gewohnten Arbeitsplatz - zwingend angewiesen. Zu dieser Einschätzung kommt sogar das von der Agentur für Arbeit selbst in Auftrag gegebene psychologische Gutachten. Trotzdem beharren die Arbeitsvermittler auf eine Ausbildung im Christopherus-Werk. Da jedoch für Daniel Bahnfahrten nicht zuletzt wegen möglicher Unwägbarkeiten wie Verspätungen oder Zugausfälle nicht in Frage kommen, soll er stationär untergebracht werden.

Dies würde den Autisten laut Psychologin komplett aus der Bahn werfen. Zudem würde es in letzter Konsequenz auch immense Kosten verursachen. Dass die Agentur trotzdem bei ihrer starren und sturen Haltung bleibt, ist nicht akzeptabel.


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