„Der Besuch der alten Dame“ Theater-AG des Harener Gymnasium zeigt Klassiker

Von Petra Heidemann

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Seit fast einem Jahr setzt sich die Theater AG des Gymnasiums Haren mit Dürrenmatts „Der Besuch der alten Dame“ auseinander, um das Theaterstück ausdrucksstark auf die Bühne zu bringen. Foto: SchuleSeit fast einem Jahr setzt sich die Theater AG des Gymnasiums Haren mit Dürrenmatts „Der Besuch der alten Dame“ auseinander, um das Theaterstück ausdrucksstark auf die Bühne zu bringen. Foto: Schule

Haren. Die Theater-AG des Harener Gymnasiums führt am 1. und 2. März das Theaterstück „Der Besuch der alten Dame“ von Friedrich Dürrenmatt auf. Der Eintritt ist kostenlos.

  „‚Der Besuch der alten Dame‘ ist eine Geschichte, die sich irgendwo in Mitteleuropa in einer kleinen Stadt ereignet, geschrieben von einem, der sich von diesen Leuten durchaus nicht distanziert und der nicht so sicher ist, ob er anders handeln würde ...“, so nahm Friedrich Dürrenmatt selber Stellung zu seinem Werk.

Immer noch aktuell

Die Theater-AG des Harener Gymnasiums sieht darin eine Aufforderung, die in dem Stück aufgeworfenen Fragestellungen wie „Was würde ich tun?“ und „Was bin ich bereit, aufzugeben“ an die heutige Gesellschaft heranzutragen. Die Uraufführung der Tragikomödie liegt zwar 62 Jahre zurück, aber gerade in unserer Gesellschaft drohten Anspruchsdenken, Profitstreben und Lebensgier gesellschaftstragende Sozialtugenden wie Mitmenschlichkeit und Fürsorgeverantwortung an den Rand zu drängen. Diese Aktualität lebendig auf die Bühne zu bringen, das ist seit April des vergangenen Jahres Anliegen der jungen Theatergruppe des Gymnasiums Haren. Etliche der 15 Akteure aus den Klassen sieben bis zwölf stehen neben „Ehemaligen“ zum ersten Mal auf der Bühne.

Späte Rache

Die Kleinstadt Güllen verspricht sich vom Besuch der Milliardärin Claire Zachanassian finanzielle Unterstützung, ist sie doch ein Kind dieser Stadt. Doch die inzwischen betagte Dame hat als junges Mädchen entehrt ihre Heimat verlassen müssen, nachdem sie gegen die unlauteren Mittel den Vaterschaftsprozess um ihr ungeborenes Kind verloren hatte. Nach dem Verlust des Kindes in die Prostitution geraten, ist sie durch die erste ihrer insgesamt neun Ehen zu Reichtum gelangt, mit dem sie inkognito inzwischen alle Grundstücke der Heimatstadt aufkaufte, bevor sie nun nach 45 Jahren als Rachegöttin  zurückkehrt und eine Milliarde demjenigen in Aussicht stellt, der den damaligen Kindsvater Alfred tötet.

Ehrbare Bürger

Während sich die „ehrbaren Bürger“ in Auseinandersetzung mit diesem Angebot in ihrer korrupten Scheinheiligkeit entlarven, entwickelt Alfred als Einziger nach und nach moralisches Bewusstsein, wird letztlich aber zum tragischen Helden. Dürrenmatts Bühnenklassiker mit seinen skurrilen Typen, eisigen Dialogen und dramatischen Szenen kann man an zwei Abenden sehen. Die Aufführungen am 1. und am 2. März finden im Forum des Schulzentrums in Haren statt und beginnen jeweils um 19.30 Uhr. Einlass ist ab 19.00 Uhr. Der Eintritt ist wie immer frei, aber die Akteure würden sich sehr über Spenden zugunsten sozialer Projekte am Gymnasium Haren freuen.


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