Schüler und Senioren im Austausch Projekt am Gymnasium Haren für „Kleine Alltagshelden“ nominiert

Von Matthias Engelken

Regelmäßig besuchen Schüler des Gymnasiums Haren die Bewohner im Seniorenzentrum St. Martinus. Foto: EngelkenRegelmäßig besuchen Schüler des Gymnasiums Haren die Bewohner im Seniorenzentrum St. Martinus. Foto: Engelken

Haren. Regelmäßig gehen Schüler des Harener Gymnasiums in ihrer Freizeit zum Seniorenzentrum St. Martinus. Mit den Bewohnern spielen sie Bingo, tanzen oder sprechen über alte Zeiten. Für ihr Engagement wurden sie nun für den Wettbewerb „Kleine Alltagshelden 2017“ vorgeschlagen.

Schon seit mehreren Jahren läuft das Projekt „Generationsübergreifendes Lernen“ am Gymnasium Haren. Schüler der Jahrgangsstufen 6 und 9 besuchen dabei regelmäßig in ihrer Freizeit die Senioren im Seniorenzentrum St. Martinus in Haren. „Das Projekt ist äußerst erfolgreich, viele Schüler nehmen in diesem Jahr erneut daran teil und zeigen großes ehrenamtliches Engagement“, sagt Klaus Schawe, Koordinator am Gymnasium.

Er hatte die jungen Menschen für den Wettbewerb „Kleine Alltagshelden“, ausgeschrieben vom Landkreis Emsland, den Freiwilligenagenturen und -zentren sowie der Meppener Tagespost in ihrem Verbreitungsgebiet, vorgeschlagen, weil sich die Schüler im vergangenen Jahr in besonderer Weise in ihrer Freizeit um die älteren Bürger gekümmert hatten. Denn auch an Sonntagen seien sie neben weiteren Wochentagen in der Senioreneinrichtung aktiv gewesen.

Lernen aus früheren Zeiten

„Wir kegeln mit ihnen, tanzen oder spielen“, erzählt Kristin Schoknecht. Anfängliche Hemmnisse im Umgang mit älteren Menschen wären bei ihr und ihren Mitschülern schnell verfolgen. „Die Bewohner freuen sich jedes Mal, uns zu sehen, das ist Motivation genug weiterzumachen“, sagt sie. Lynn Mörker sieht unterdessen in der Begegnung mit älteren Menschen eine große Möglichkeit, Erfahrungen fürs spätere Leben zu bekommen und auch einen Blick auf das Älterwerden zu erhalten. „Wir lernen vieles über frühere Zeiten, erfahren, wie die Bewohner in ihrer Jugend gelebt haben und was sie machten.“

Und manches Mal lernen sie auch Handfestes, wie Theresa Janssen zu berichten weiß: „Eine ehemalige Tanzlehrerin hat einem Mitschüler mal das Tanzen beigebracht und ihm gleichzeitig erklärt, wie er später die Mädels erobern soll.“ Für Lehrer Schawe ein guter Beleg dafür, dass beide Seiten vom Austausch profitieren.

Projekt wird ausgeweitet

Zwar würden die Schüler für ihr freiwilliges Engagement Zertifikate erhalten, doch diese seien längst nicht Anreiz, dort mitzumachen. „Die meisten Schüler, die in der Jahrgangsstufe 6 sich für das Projekt freiwillig melden, bleiben auch später am Ball“, weiß er. Das soziale Miteinander ist seinen Kollegen und ihm am Harener Gymnasium wichtig. Das soll nicht nur klassenintern geschehen, sondern ebenso jahrgangsübergreifend. „Mit dem Projekt wollen wir das Interesse und das Verständnis für den Lebensraum älterer Menschen wecken“, sagt er.

Die Schüler sollen seiner Meinung nach dabei erfahren, wie wichtig sie selbst in der Mitgestaltung der Gesellschaft sind, indem sie sich auf die für beide Seiten gewinnbringenden Begegnungen mit den älteren Menschen einlassen. Dabei freut ihn besonders die hohe Zahl an freiwilligen Schülern. Deshalb wird das Projekt künftig ausgeweitet, denn auch die Bewohner der Seniorenresidenz in Altharen erhalten bald Besuch von den Schülern und dürfen sich auf viele Aktionen freuen.