Musik und Tanz „Mit dem Ostwind“ 550 Besucher beim Neujahrskonzert in Haren



Haren. Das Neujahrskonzert des Heimatvereins Haren (Ems) hat rund 550 Konzertbesucher in das Festzelt an der Mersmühle gelockt.

Unter dem Motto „Mit dem Ostwind“ kam das Publikum in den Genuss von feurigen Tänzen aus Ungarn und Rumänien, ergänzt durch slawische Reigen und flotte Polkas, auf die Bühne im Festzelt gebracht von Tanzgruppen des Harener Tanzbogens und der Tanzgalerie Lingen. Für den orchestralen Klang sorgte einmal mehr das Lingener Kammerorchester, das in Haren erstmals von Luzlim Bucaliu dirigiert wurde.

Begrüßt wurden die Konzertbesucher von Uli Schepers, dem Vorsitzenden des Harener Heimatvereins, und von Harens Püntkerkönigin Marilies Menke. Schepers blickte kurz auf die zehnjährige Geschichte des Neujahrskonzertes an der Harener Mersmühle zurück: „Wir haben diese Großveranstaltung Jahr für Jahr verbessert, verfeinert und jedes Jahr mit einem anderen Motto versehen, und so entwickelte sich aus einem kleinen musikalischen Neujahrsempfang im Müllerhaus mit 60 Besuchern ein großes Neujahrskonzert im Festzelt mit fast zehnfacher Besucherzahl“. Mit einem auf plattdeutsch gesungenen Neujahrsgruß, in den das Auditorium sangessicher einstimmte, eröffnete die Püntkerkönigin das Konzert.

Zu Beginn überraschte das Orchester sein Publikum mit einer musikalischen Zusammenfassung der vorangegangenen Neujahrskonzerte, „die vom digitalen, vollautomatischen und interaktiven Dirigenten mit dem Namen GTX-XL-2018 präsentiert wird“, verkündete Schepers. Er nahm eine Fernbedienung, „mit der ich das Lingener Kammerorchester im schnellen Vorlaufmodus, lauter und leiser, oder mit der radikalen Stopptaste, quasi in meiner Hand habe“, scherzte der Vorsitzende des Harener Heimatvereins.

Natürlich übernahm danach der eigentliche Dirigent Luzlim Bucaliu wieder den Dirigentenstab und führte das Orchester durch das spannende Konzert. Es breitete sich ein schöner, sehr harmonischer Klangteppich aus, transparent die einzelnen Instrumentengruppen und sehr klangvoll das gesamte Orchester besonders bei den dynamischen Passagen. Ein nicht ganz einfaches Unterfangen bei der schwierigen Akustik in einem beheizten Festzelt und dazu noch mitten im Winter. „Eine Herausforderung, aber ein echtes Vergnügen für uns alle, in diesem wunderschönen und einzigartigem Ambiente“, sagte der musikalische Leiter Bucaliu in der Konzertpause.

Die feurigen Darbietungen vom Tanzbogen Haren und der Tanzgalerie Lingen wurden ergänzt durch komplexe Orchestermusik von Pjotr Iljitsch Tschaikowsky, Dmitri Schostakowitsch, Antonín Dvořák und Johannes Brahms. Sehr informativ die Anmoderation der Musikstücke durch den neuen Dirigenten des Lingener Kammerorchesters, dessen Handschrift von den Musikkennern im Publikum sofort erkannt wurde. Auf seiner Violine brachte Felix Hammer, der Erste Geiger des Orchesters, als Solist mit „Csárdás“, in brillanter Manier die wohl bekannteste Komposition des italienischen Komponisten Vittorio Monti, virtuos zu Gehör.

Nach einem unterhaltsamen Konzertnachmittag „für Ohr und Auge“, schwärmte eine begeisterte Konzertbesucherin, endete die dreistündige Veranstaltung nach stehenden Ovationen mit zwei Zugaben, dem komplexen Orchesterwerk „Kaiser-Walzer“ von Johann Strauss (Sohn), und dem schwungvollen „Radetzky-Marsch“ von Johann Strauss (Vater), der natürlich bei keinem Neujahrskonzert fehlen darf.


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