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Slavko Avsenik im Interview Die Oberkrainer beim Schlagertreff in Haren

Von Reinhard Fanslau | 22.08.2019, 15:34 Uhr

Saso Avsenik ist der Enkel des großen Slavko Avsenik, der 1953 die berühmten Oberkrainer gründete. Avsenik und seine Oberkrainer sind die Stargäste beim Schlagertreff von Maria Olliges im Hotel Hagen in Haren am 15. September (17 Uhr). Vorab gab er das folgende Interview.

Herr Avsenik, die Oberkrainer kommen aus den Bergen. Haben Sie keine Angst, demnächst im flachen Emsland aufzutreten?

Nein, wir haben schon so einige Termine in Norddeutschland gespielt. Nicht ganz oben im Norden, aber zum Beispiel in Hannover, Bremen, Hamburg und Bad Bevensen. Ich habe festgestellt, dass die Leute von weither kommen, nur um uns zu sehen. Es ist sehr schön für uns, in dieser Region aufzutreten und sie immer wieder neu zu entdecken.

Sie spielen beim „Schlagertreff“ in Haren. Was sie und ihre Gruppe machen ist aber kein Schlager, sondern Volksmusik. Glauben Sie, dass Ihre Musik auch bei Schlagerfans gut ankommt?

Auf jeden Fall. Wir singen auch in deutscher Sprache. Und schon alleine dadurch, dass wir nicht auf Englisch singen, haben wir eine sehr gute Brücke zu den Menschen, die allgemein gerne deutsche Musik hören. Wir haben in der Vergangenheit viele gemeinsame Auftritte mit Schlagerkollegen gehabt, zum Beispiel im Fernsehen beim „Musikantenstadl“ oder bei „Immer wieder sonntags“. Durch unsere Auftritte in diesen Sendungen haben wir ein breites Schlagerpublikum erreicht und angesprochen.

Die Mitglieder der Oberkrainer sind alle um die 30 Jahre alt, die meisten sogar jünger. Was halten Sie und ihre Mitmusiker von der aktuellen Musikszene? Legen Sie zu Hause auch mal was ganz Anderes als Volksmusik auf, Metallica oder Lady Gaga zum Beispiel?

Wir sind alle um die 30. Der Jüngste bin ich mit 28, der Älteste ist 32. Wir alle mögen sehr gerne alle möglichen Arten von Musik, die es auf der Welt gibt. Wir sind selber Musiker und versuchen bei jedem Künstler, die Qualität der Musik zu entdecken. Das ist zum Beispiel bei vielen alten Produktionen der Fall. Früher gab es viele hervorragende Aufnahmen, die ohne technische Unterstützung ausgekommen sind. Wir wissen, dass in der heutigen Zeit, die Technik sehr viel möglich macht. Deswegen schauen wir erstmal darauf, wer gute musikalische Ideen hat. So haben wir auch nichts gegen Lady Gaga, so lange sie auch live gute Performances macht. Als Profis kennen wir nur zwei Musikrichtungen: Es gibt nur gut und schlechte Musik.

Ihr berühmter Großvater Slavko war der Gründer der Oberkrainer, aber auch ein guter Skispringer. Sind Sie jemals von einer Skischanze gesprungen?

Nein, das nicht, aber ich habe eine schöne Anekdote zu der Frage. Ich habe sie schon mal gestellt bekommen. Da habe ich geantwortet, dass ich nie von einer Skischanze, aber als kleiner Junge aus Spaß zu Hause von Bettkante zu Bettkante gesprungen bin. Das hat eine Journalistin falsch verstanden und dargestellt. Seitdem stand ich in der Öffentlichkeit als Casanova da.