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Vergnügungspark in Kleinformat 200 Kinder beim Kinderfest des Hagener Familienverbandes

Von Frank Muscheid | 07.07.2014, 19:06 Uhr

„Ich finde es super. Ich bin schon als kleines Kind mit meinen Eltern hergekommen“, sagt Nina Jungermann, am Sonntag mit Mann Heiko und den Töchtern Abby (6), Ziva und Amber (beide 3) beim Familienfest des Ortsvereins vom Deutschen Familienverband (DFV) auf dem Grundschulgelände in Gellenbeck. Die Jugendlichen beim Kinderschminken haben sich Mühe gegeben, den Zwillingsschwestern fast identische Masken zu malen. Wie die beiden haben rund 200 Kinder mit ihren Familien mächtig Spaß.

„Das Familienfest war schon immer ein Highlight, für meine Kinder ist das genauso“, findet Nina Jungermann. „Mein Mann und ich sind selbst in den Familienverband eingetreten, als wir Kinder bekommen haben, weil der Verband viele schöne Aktionen für Familien macht.“ Während Abby vom Angeln der magnetischen Enten begeistert ist, findet ihre Mutter „den heißen Draht eindrucksvoll, weil er so groß ist“. Wer genau hinsieht, erkennt in der Metallschlange, die mit einer großen Öse berührungsfrei abgefahren werden muss, einen Firmennamen.

Das deutet an, wie groß die Unterstützung in Hagen ist. „Wir haben viele Spenden gesammelt und werden unterstützt, egal wen wir ansprechen“, sagt DFV-Ortsverbandsvorsitzender Claus Denker. Die Grundschule habe das Gelände mit viel Platz und den nötigen sanitären Anlagen gestellt. Viele Spenden sind nun Preise fürs Fadenziehen oder das Glücksrad, das ganz kindgerecht mit bunten Symbolen funktioniert. Außerdem kann sich später als Erster etwas aus Gutscheinen oder Spielzeug aussuchen, wer am meisten Punkte an den Stationen sammelt. Für die Attraktionen gibt es für wenige Euro am Schulhofeingang eine Tüte „Eintritts-Chips“ – „wenn die leer ist, können sich die Kinder an der Kasse neue holen“, sagt Claus Denker.

Schließlich wartet da noch eine Hüpfburg, ein Wurfspiel mit Clown-Ziel, aber auch eine zur Farbenschleuder umgebaute Waschmaschinentrommel, mit der aus DINA4-Blättern moderne Kunstwerke werden, eine Schatzkiste, aus der Figuren herausgetastet werden sollen, eine Knobelbude und nicht zuletzt „die längste Rollbahn Hagens – 25 Meter lang“, so Denker. „Die meisten Stationen sind selbst gebaut. Das Fest wird seit 1976 gefeiert. Wir organisieren das mit 20 Personen, viele Jugendliche übernehmen Aufgaben, das ist schön. Uns ist wichtig, dass die Kinder spielen können, während die Erwachsenen bei Kaffee, Kuchen oder Wurst sitzen. Unser Motto ist immer, etwas mit der Familie zusammen zu machen, ob das jetzt Eltern oder Oma und Opa sind. Das Kind eben nicht abzugeben.“

Was an Einnahmen übrig bleibe, fließe in die Familienfreizeit für eine Woche im Herbst. Diesmal soll es mit 103 Personen in die Jugendherberge Finnentrop im Sauerland gehen, mit Wellnessangebot wie Snoezelraum und einem familienpolitischen Seminar für Erwachsene. Schon am kommenden Samstag geht’s im Schlauchboot auf die Hase, nach den Sommerferien auf Fahrrad- und Wandertour mit Lagerfeuer. Denker: „Bei den Freizeiten gibt es keine elektronischen Geräte. Abends sitzen wir am Tisch und spielen etwas, stellen zusammen etwas auf die Beine. Dass viele Kinder heute so viel am Handy ,daddeln‘, ist verkehrt. Zusammen zeigen wir, dass es auch anders geht.“