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Sommercamp der Bohnenkamp-Stiftung in Hagen und Dissen Sprache und Natur auf der Spur

10.07.2013, 17:18 Uhr

„Sprache und Natur auf der Spur“ – unter diesem Motto nehmen derzeit 60 Kinder der dritten und vierten Klasse aus Osnabrück und den umliegenden Gemeinden an einem Sprach-Sommercamp teil.

Untergebracht sind die Schüler im Schullandheim Mentrup-Hagen und der Noller Schlucht. Kinder aus Zuwandererfamilien mit Deutsch als Zweitsprache erhalten in dem Camp Sprachförderung und Umweltbildung. Finanziell gefördert wird das Camp von der Friedel-&-Gisela- Bohnenkamp-Stiftung , die bei einem Besuchstag einen Einblick bekam.

Die Idee zu dem Camp hatte die Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU) 2008 bei Stadt und Landkreis Osnabrück angeregt. Da der Vertrag mit der DBU aber nur für ein Jahr unterschrieben war, musste für das zweite Sommercamp ein neuer Sponsor gefunden werden. Nachdem 2009 kein Camp stattgefunden hatte, nahm sich 2010 schließlich die Bohnenkamp-Stiftung des Projektes an und fördert das Camp seitdem jährlich mit 50000 Euro. Von dem Geld wurde unter anderem der Außenbereich saniert und die Innenausstattung erneuert. „Die neue Rutsche im Außenbereich ist ein Highlight bei den Kindern“, sagte Michael Prior, Geschäftsführer der Bohnenkamp-Stiftung.

Der Landkreis Osnabrück organisierte das Camp in den ersten drei Jahren, danach übernahm dies die Stadt Osnabrück. Projektleiterin Gabriele Grosser von der Stadt Osnabrück präsentierte das Gesamtkonzept: „Das Camp ist kein gewöhnliches Sommercamp. Hier wollen wir die Themen Natur und Sprache miteinander verbinden. Und das mit ganz viel Spaß am Lernen und Entdecken.“ So gibt es neben den Unterrichtsfächern „Wortschatzarbeit“, „Grammatikvermittlung“ und „Leseförderung“ auch Exkursionen.

Laut Studien haben Kinder mit Deutsch als Zweitsprache in Deutschland deutlich geringere Bildungschancen als muttersprachliche Kinder. „Deshalb müssen diese Kinder gefördert werden“, sagte Kristina Urbanovic vom Verein zur pädagogischen Arbeit mit Kindern aus Zuwandererfamilien (VPAK). „Wir wollen die Kinder nicht nur beschäftigen, sondern auch bilden. Denn Sprache lernt man dadurch, dass man etwas macht“, ergänzte Urbanovic.

Beim Besuchstag war erstmals auch ein Elternteil vor Ort, um den Projektpartnern über Motivation und Auswirkung der Teilnahme ihrer Kinder zu berichten. „Das Camp ist eine tolle Sache, um die Kinder zu fördern. Aus der Schule habe ich davon erfahren“, sagte Hülya Kaygisiz, die mit zwei Jahren aus der Türkei nach Osnabrück kam: „Für mich war es sehr schwer, die deutsche Sprache zu lernen. Meine Eltern konnten kein Deutsch, und ich hatte in der Schule Sprachprobleme.“ Ihr elfjähriger Sohn Alihan besuchte das Camp 2011 und 2012, ihre zehnjährige Tochter Cansu nimmt in diesem Jahr erstmals teil. „Ich habe mich im Fach Deutsch um eine ganze Note verbessert“, sagte Alihan stolz. „Es ist lustiger als in der Schule und nicht wie im Klassenraum. Wir gehen viel spazieren und machen Lernspiele“, sagte seine Schwester Cansu.

„Hinsichtlich der Herkunftsländer haben wir einen Schnitt durch die gesamte Migrationsgesellschaft. Hier nehmen Kinder teil, die aus türkischen, arabischen, russischen, spanischen und afrikanischen Familien stammen“, sagte Projektleiterin Gabriele Grosser.