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Romeo und Julia lassen grüßen Sudenfelder proben plattdeutschen Schwank

Von Horst Troiza | 17.01.2017, 16:09 Uhr

Zwei Liebende und deren zänkische Familien bilden das Gerüst der Handlung im Schwank „Ouh Gott, düsse Familge“, mit dessen Proben die Laiendarsteller der Plattdeutschen Theatergruppe des MGV Sudenfeld begonnen haben. Die Premiere wird am 26. Februar um 17 Uhr im „Platzhirsch“ in Gellenbeck gefeiert.

Was ist da nur iim Saal beim „Platzhirsch“ los? Kurz vor 19 Uhr eilen ein gutes Dutzend vermummter Gestalten auf die Seitentür zu, leise murmelnd unter den Armen einige geheftete Blätter Papier. Das Licht geht an und dann sind sie durch das Fenster in einer großen Gruppe vor der Bühne zu sehen. Spätestens da dämmert‘s dem Beobachter: Die Theaterleute des MGV sind wieder am Werke, denn nächsten Monat ist die Premiere des neuen Schwanks.

Die letzte Instanz

Mit den Leseproben haben die Darsteller schon vor Wochen begonnen, jetzt werden die Sprechrollen einstudiert. Noch hat jeder der fünf Frauen und fünf Männer sein Rollenbuch in der Hand, eine wichtige Stütze, da die plattdeutsche Sprache ihre Tücken hat. Wenn es dann mal wirklich hakt, dann ist Maria Herkenhoff zur Stelle, als letzte Instanz sozusagen. Die Souffleuse hat das Plattdeutsche mit der Muttermilch eingesogen , hat 40 Jahre lang selbst auf der Bühne gestanden, übernahm dann mit Monika Waltermann die Spielleitung. 81-Jährig zieht sie sich langsam aus der Verantwortung zurück, überlässt das Feld den Jüngeren. Inzwischen liegt die Spielleitung in den Händen der Schauspieler.

Die Freude am Platt

Das Alter der Sudenfelder Laiendarsteller bewegt sich in einer Spanne zwischen Anfang 20 bis zu 60 Jahren. Sie kommen aus verschiedenen Berufen, Handwerksmeister, Sozialarbeiter, Fachverkäufer. Gemeinsam teilen sie die Freude am Theaterspielen, speziell dem plattdeutschen Theater. Dass dabei immer etwas Gutes bei herauskommt, davon hatten sich die Zuschauer zuletzt im vergangenen Winter überzeugen können, als die Sudenfelder mit dem Lustspiel „Olles ute Riege“ einen Kassenknüller ablieferten.

Romeo und Julia lässt grüßen

„Ouh Gott, düsse Familge“ (Autor: Bernd Gombold, ins Plattdeutsche übersetzt von Maria Herkenhoff) hat das Zeug, in dessen Erfolgsspur einzutreten. Ein wenig winkt das Romeo-und-Julia-Motiv, denn die beiden Liebenden haben beide einen ziemlichen Klotz am Bein: ihre Familien. Die nörgeln und zanken um die Wette, nerven das Paar von morgens bis abends - kein Wunder, dass sich Ute (Julia Schönebeck) und Mark (Manuel Dierker) aus dem Staub machen und sich lieber in trauter Zweisamkeit ohne ihre Mischpoche das Eheversprechen geben wollen. Das Vorhaben hätte Erfolg haben können, wenn sie nicht den Fehler gemacht hätten, jemanden darüber ins Vertrauen zu ziehen.

Komik und Slapstick

„Das Stück ist für Zuschauer, die gern lachen und Freude an der plattdeutschen Sprache haben“, verspricht Maria Herkenhoff. Freunde von Komik und Slapstickeinlagen kommen ebenfalls auf ihre Kosten. Das garantieren Opa Johann (Hartmut Vorwald), Hüttenwartin Klara (Melinda Glasmeyer) und Türsteher Pedro (Wilfried Hülsmann). Weitere Rollen übernehmen Benno Markmeyer (Fritz), Karin Hülsmann (Martha), Hendryk Kiffmeyer (Herbert), Marion Glasmeyer (Marlene), und Mechtild Plogmann (Leonie).

Termine und Karten

Die Aufführungen finden am 26. Februar, 4., 5., 12., 18. 19. und 26. März sowie am 1. und 2. April statt. Die Samstagvorstellungen beginnen um 19 Uhr, sonntags hebt sich der Vorhang um 17 Uhr.

Karten sind samstags von 17 bis 19 Uhr und sonntags von 9.30 bis 11.30 Uhr im Gustav-Görsmann-Haus oder telefonisch unter 0151/65785033 oder 05405/7870 zu erhalten.