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„Parkhotel am Teich“ Insektenhotel auf der Gummiwiese „getauft“

Von Petra Pieper | 12.06.2018, 15:47 Uhr

Auf Initiative des Umweltschutzbeauftragten Ulrich Elixmann und mit Unterstützung von drei Schülern ist auf der Gummiwiese unterhalb des St.-Anna-Stifts ein ökologisches Kleinod entstanden: Trockenmauer, Totholzhecke, Wildblumenwiese und ein großes Insektenhotel bieten Wildbienen und anderen Insekten Nist- und Überwinterungshilfen.

Vor Beginn der regulären Sitzung des Planungs- und Umweltausschusses verschafften sich dessen Mitglieder am Donnerstag einen Eindruck von dem neugestalteten Bereich. Auch viele Bewohner des Seniorenheims waren anwesend und gaben ihrer Freude über das schöne Ensemble Ausdruck. Bürgermeister Peter Gausmann erläuterte den Anwesenden, wie es dazu kam. Anfangs hatten sich Jule und Louis Heuer sowie Julia Höckerschmidt an die Gemeinde gewandt, weil sie sich im Park einen Steg zur Insel im Teich wünschten. Da dieser Vorschlag aus verschiedenen Gründen nicht umsetzbar war, schlug der Umweltbeauftragte vor, dass die Kinder mit ihm gemeinsam ein Insektenhotel bauen sollten. Elixmann hatte bereits Erfahrung damit, alle Hagener Grundschulen verfügen dank seines Engagements über eine solche Einrichtung.

Initiative für die Zukunft

„Ohne Bienen und ihre Bestäubungsleistung würden viele unserer Lebensmittel entfallen“, gab Elixmann zu bedenken. Die Gemeinde setze hier ein Zeichen gegen tödliche Pestizide und für die Erhaltung eines artenreichen Naturlebens. Das Insektenhotel könne dazu beitragen, Wildbienen, Hummeln, Wespen, Wanzen, Käfern, Würmern und Schmetterlingen, die häufig schon ihren traditionellen Lebensraum verloren haben, das Überleben zu sichern. „Das ist eine Initiative für die Zukunft unserer Kinder“, unterstrich Elixmann und lobte den Einsatz von Jule, Julia und Louis, die sich sogleich auf die Alternative eingelassen hatten und beim Steineschleppen und Verstreichen der zu großen Einfluglöcher mit Lehm aktiv wurden.

Benjeshecke und Trockenmauer

Weitere Unterstützung kam vom Bundesfreiwilligendienstleistenden David Zumstrull und Bauhofmitarbeiter Alfons Pötter. Unter Verwendung von natürlichem Recyclingmaterial errichteten sie nicht nur das mehrere Meter hohe „Hotel“, sondern zudem eine Benjeshecke, in der Kleintiere wie Igel und Mäuse Unterschlupf finden können, und eine Trockenmauer. „Die Steine lagerten schon lange auf dem Bauhof, nun haben sie endlich eine sinnvolle Verwendung gefunden“, erklärte der ehemalige Bauhofleiter Elixmann. Das Fachwerk für das Hotel stamme aus der ehemaligen Schlachterei Konersmann. „Somit sind praktisch keine Kosten angefallen“, freute sich der Bürgermeister, der den Kindern einen Gutschein für ein „dickes Eis“ überreichte. Und der die Anwesenden zu einer Namensgebung für das Insektenhotel aufforderte. Sogleich prasselten Namensvorschläge auf Gausmann ein, aus denen sich dann per Akklamation „Parkhotel am Teich“ als Favorit herausstellte.