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Apostel der Auswanderer Papst Leo XIII. lobte ihn: Denkmal für Hagener Pater Rethmann

Von Michael C. Goran | 19.09.2021, 16:33 Uhr

Er kümmerte sich um Auswanderer und wurde von Papst Leo XIII. gelobt. Mit einem Gottesdienst begann am Samstag die Einweihung eines Denkmals für den katholischen Priester Pater Lambert Rethmann.

Als im Jahr 2018 ein Sonderdruck des Hagener Heimatvereins erschien, entstand der Wunsch, einen Erinnerungsort für Pater Rethmann zu schaffen, der von 1824 bis 1908 lebte. Aus dem Kirchenvorstand der katholischen Kirchengemeinde Mariä Himmelfahrt Gellenbeck heraus bildete sich eine Projektgruppe, die das Vorhaben umsetzte.

Johannes Brand vom Heimatverein ordnete das Leben des Pater Rethmann historisch eindrucksvoll ein: „Wir sprechen von einem armen, aber frommen Heuerlingssohn aus Natrup-Hagen, der als 14-Jähriger mit naivem Vertrauen und ein paar Groschen in der Tasche mutterseelenallein nach Münster geht, um Priester zu werden. Der das Abitur nicht schafft. Der dann in Belgien in einen Orden eintritt, der sich ausgerechnet der höheren Bildung widmet, wo er dann prompt als ungeeignet für den Priesterberuf eingestuft wird. Der schließlich nicht wegen seiner intellektuellen Begabung, sondern nur wegen seiner Frömmigkeit zum Studium zugelassen wird.“

Es waren die Arnsteiner Patres, in deren Orden Rethmann in Belgien eingetreten war. Schließlich wurde er, wohl in Ermangelung eines anderen verfügbaren Priesters, 1854 ins französische Le Havre entsandt und war dort bis 1903 tätig. Dies erwies sich als gute Entscheidung. Vor Ort übernahm Pater Rethmann die Seelsorge für deutsche Auswanderer. Sein unermüdliches Engagement brachte ihm den Titel „Apostel der Auswanderer“ ein.

Gemeinsam mit dem Kaufmann Peter Paul Cahensly nahm er die Fürsorge so intensiv wahr, dass im September 1865 der St. Raphaels-Verein gegründet wurde. Ziel war es, Auswanderer vor Betrügern zu schützen. Diese Arbeit fand auch in hohen Kreisen, wie etwa bei der damaligen französischen Kaiserin und Ehefrau Napoléons Eugénie und bei Papst Leo XIII., Ansehen und Anerkennung.

Das Denkmal, erbaut von Werner Paetzke und Willi Hülsmann, besteht aus zwei Teilen: Eine Sandsteinstele bildet ein Portrait des Paters mit seinem Namen und wichtigen Lebensdaten ab. Dazu gehört ein aus heimischen Ziegelsteinen gemauerter Schiffsbug, der einerseits an die Auswandererseelsorge und andererseits an die Familie des Paters erinnert, die als Heuerlinge und Ziegler des Hofes Meyer zu Natrup ihren Lebensunterhalt verdiente.

Der Standort des Denkmals auf dem Grundstück der Schule Natrup-Hagen wurde deshalb gewählt, weil von der Schule aus das Haus zu sehen ist, das an der Stelle von Pater Rethmanns Geburtshaus entstand. Projektmoderator Wolfgang Konersmann dankte den Unterstützern und Sponsoren, zu denen das Bistum Osnabrück, die Gemeinde Hagen, Institutionen, Unternehmen und Privatpersonen gehören.