Ein Artikel der Redaktion

Mädchenlager findet statt Platz überschwemmt: Jungenzeltlager Hagen abgesagt

Von Stephanie Kriege, Stephanie Langer | 24.06.2016, 16:27 Uhr

Aufgrund der Folgen des Unwetters ist das Jungenzeltlager Hagen im emsländischen Westerloh, das am Freitag beginnen sollte, abgesagt worden. Das Mädchenzeltlager, das am Samstag startet, ist nicht in Gefahr.

„Da die Radde über die Ufer getreten ist, stehen der Zeltplatz und die Zufahrtswege unter Wasser. Eine Anreise ist derzeit nicht möglich“, hatte Phil Jentzsch von der Lageleitung am Freitagvormittag gegenüber unserer Redaktion gesagt. Da schimmerte noch ein Fünkchen Hoffnung durch, dass das Lager eventuell mit ein paar Tagen Verzögerung beginnen können würde.

Im Laufe des Tages stellte sich aber heraus, dass ein Zeltlager auf dem Platz in Westerloh bei Haselünne nicht möglich ist. Die Zelte stehen komplett unter Wasser.

Auf Facebook schrieben die Verantwortlichen: „Wir konnten die Lage auf unserem Zeltplatz inzwischen checken und haben nun leider traurige Gewissheit: das JZL im emsländischen Westerloh wird dieses Jahr definitiv nicht stattfinden. Wir werden auch in den nächsten Tagen nicht anreisen können. Unser Zeltplatz ist durch den angrenzenden Fluss zu stark überschwemmt worden. Wir arbeiten jetzt mit voller Kraft daran, unsere Materialien zu bergen sobald die Wetter- und Platzverhältnisse dies zulassen. Gleichzeitig finden bereits erste Überlegungen und Planungen statt, um zumindest einzelne Aktionen des Zeltlagers durchzuführen.“

Gegenüber unserer Redaktion sagte Phil Jentzsch am späten Nachmittag: „Alle Gruppenleiter sind wieder in Hagen.“ Da der Zeltplatz komplett geflutet worden ist, konnten die Gruppenleiter am Freitag dort nicht mehr viel ausrichten. „Alles was am Donnerstagabend zu retten war, zum Beispiel die persönlichen Sachen, haben die Gruppenleiter mitgenommen.“ Die Zelte, der Kühlwagen, das Küchenzelt mit seinem Holzboden – all das steht weiterhin in Westerloh. „Wir müssen warten, bis das Wasser einigermaßen weg ist und können erst dann beurteilen, welcher Schaden vorliegt“, so Jentzsch. Vielleicht sei auch gar nicht mehr alles da und manches weggespült worden. Auch was mit den Lebensmitteln passiert, die tonnenweise für das Lager eingekauft worden waren, ist noch unklar. Abwarten lautet jetzt die Devise.

Notfallpläne

Am Donnerstag hatte das Unwetter zwischen 21 Uhr und 21.30 Uhr eingesetzt. „Unser Notfallplan, der auch im letzten Jahr schon zum Einsatz kam, hat super funktioniert“, so Jentzsch. Zur Erinnerung: Im vergangenen Jahr hatte das Jungenzeltlager ebenfalls mit dem Wetter zu kämpfen. Gleich für die zweite Nacht mussten die 135 Kinder und ihre 43 Gruppenleiter den Zeltplatz im emsländischen Spahn verlassen und in eine Sporthalle in Sögel umziehen. Grund: Sturmtief „Zeljko“.

Programm in Hagen?

Nun überlegen die Organisatoren, ob sich einige Programmpunkte des Lagers auch in Hagen durchführen lassen. Über den Stand der Planungen informiert das Zeltlager auf seiner Facebook-Seite „Jungenzeltlager St. Martinus Hagen“ und auf der Homepage der Kirchengemeinde ( www.st-martinus-hagen.de ).

Eigentlich war die Abfahrt ins Zeltlager für Freitagmittag vorgesehen. 143 Kinder, 45 Gruppenleiter, 6 Lagerleitungsmitglieder und die Kochfrauen hatten sich auf zehn spannende Tage im Emsland gefreut. „Wir haben am Freitagmorgen alle Eltern angerufen, damit sich keiner umsonst auf den Weg zur Abfahrt macht“, so Jentzsch. Bei den Eltern sei man auf viel Verständnis gestoßen. „Wir haben sehr große Unterstützung aus Hagen erfahren. Das war eine super Geste von den Hagenern“, sagt Jentzsch im Namen aller Zeltlager-Beteiligten. Doch die Enttäuschung über die Absage des Lagers ist spürbar: „Das ist einfach schade für die Kinder, Eltern und Gruppenleiter. Das Zeltlager ist für uns das Highlight des Jahres und nun ist es wortwörtlich ins Wasser gefallen“, so der Hagener.

Inwieweit die Eltern das bereits gezahlte Teilnahmegeld zurückbekommen, ist noch unklar.

Mädchen im Glück

Das Mädchenzeltlager der Kirchengemeinde wird sich am Samstag wie geplant auf den Weg nach Listrup machen. „Bei uns ist alles gut, der Platz und die Zelte waren wetterfest, uns Gruppenleitern geht es super, sodass der morgigen Anreise nichts im Weg steht“, heißt es auf der Internetseite des Lagers .