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Laienspielschar des MGV Sudenfeld Plattdeutsche Sprache in Hagen bewahren

Von Horst Troiza | 28.10.2015, 17:33 Uhr

Seit Jahrzehnten haben sich Maria Herkenhoff und Monika Waltermann der Pflege der plattdeutschen Sprache verschrieben. Lange standen sie als Darstellerinnen der Laienspielschar des MGV Sudenfeld selbst auf der Bühne, heute bringen sie ihre Erfahrung hinter den Kulissen ein und führen Nachwuchskräfte an die Feinheiten des Plattdütsken heran.

Die plattdeutsche Sprache wurde beiden in die Wiege gelegt. Eltern, Großeltern – um sie herum wurde nur Mundart gesprochen. Maria Herkenhoff, 80 Jahre alt, und die fünf Jahre jüngere Monika Waltermann erinnern sich noch genau an jene Zeit in den 1940er Jahren, als Hochdeutsch nur bei förmlichen Anlässen gesprochen oder für den Schriftverkehr benutzt wurde. „Im Haus sprachen doch alle platt, das war auch bei den Nachbarn so“, weiß Herkenhoff noch. Allerdings drängten die Älteren ihre Kinder, in der Schule Hochdeutsch zu sprechen. Sie befürchteten sonst Nachteile, da das Plattdütske ja meist nur bei der Landbevölkerung gesprochen wurde.

Auf der Bühne mit dem MGV Sudenfeld

So kam es, dass die beiden wie viele andere ihrer Generation auch zweisprachig aufwuchsen. Das wiederum machte sie für die Spielschar des MGV Sudenfeld interessant, der 1925 gegründet wurde und neben dem Gesang eine weitere kulturelle Aufgabe, das Theaterspielen, übernommen hatte. Beider Väter machten beim Chor mit und luden ihre Töchter ein, bei den Laiendarstellern mitzumachen. Maria Herkenhoff trat der Gruppe 1953 bei, Monika Waltermann 1968.

„Für uns Kinder war es immer ein richtiges Fest gewesen, wenn auf der Bühne gespielt wurde“, weiß Letztere noch. Anfangs fanden die Aufführungen in Bauerndielen, manchmal in den Gaststuben statt. Das Bühnenbild bestand aus einer Drehkulisse, die in den Pausen bewegt wurde, sodass der Hintergrund gewechselt werden konnte. In jenen Jahren wurden manche Stücke noch Hochdeutsch aufgeführt, doch das konnte sich auf Dauer beim Publikum nicht durchsetzen, das die Alltagssprache wünschte.

Es gibt Nachwuchs

Die beiden haben unzählige Male auf der Bühne gestanden und dem Publikum herrliche Unterhaltung geboten. Das Sudenfelder Laienensemble hatte Zugkraft, der Saal der Gaststätte Herkenhoff war ein gern besuchter Ort von Freunden des plattdeutschen Theaters. 1968, nach 41 Jahren, beendete Maria Herkenhoff ihre aktive Laufbahn auf der Bühne, Monika Waltermann blieb 37 Jahre aktiv. Nach ihrem Rücktritt sind sie beide der Spielschar verbunden geblieben. „Es macht einen Riesenspaß, mit den jungen Leuten zu arbeiten , die immer wieder nachwachsen und den Spielbetrieb aufrecht erhalten“, sagen beide. So kommt es, dass sie dem Theaterspielen noch im Rentenalter viel von ihrer Zeit widmen. In den ersten Jahren nach dem Rücktritt waren sie noch als Souffleusen tätig, doch jetzt beteiligen sie sich an der Auswahl der Stücke und helfen Neulingen mit ihren Kenntnissen bei den Feinheiten der plattdeutschen Sprache. „Heute wächst ja kaum noch jemand mit dieser Sprache auf. Wir möchten einen Beitrag dazu leisten, dass sie erhalten bleibt und geschätzt wird“, nennen sie den Grund.