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Karneval in Kirschengemeinde Hagener Narren stürmen das Rathaus

Von Stefan Buchholz, Stefan Buchholz | 23.02.2017, 21:22 Uhr

Mit der Übernahme des Rathauses durch das Narrenvolk ist jetzt auch in Hagen die heiße Phase des Karnevals angebrochen. Gut 100 große und kleine Narren stürmten zu Weiberfastnacht den Regierungssitz von Bürgermeister Peter Gausmann.

Während wegen des Sturmtiefs „Thomas“ in närrischen Zentren wie Düsseldorf die Karnevalsfeiern unter freiem Himmel abgeblasen wurden, hatten die Hagener Jecken Glück. Die Amtsübergabe an den neuen Karnevalspräsidenten konnte noch vor dem Rathaus verkündet werden. Johannes Blömer trat nach 30 Jahren als Cheforganisator des Karnevals in der Kirschgemeinde zurück. Er übergab sein Amt an Martin Grba, den Präsidenten des Musikzuges im Musikverein Wiesental. „Endlich habe ich in ihm einen Nachfolger gefunden“, gab Blömer bekannt.

Grba gab sich gleich jeckenhaft und reimte im Büttenredenstil: „Der Nikolaus, das ist gewiss, das bleibt unser Hannes, vor mir, da hätten die Kinder wohl eher Schiss!“ Als neuer Präsident machte Grba klar, dass Karneval Spaß bereiten soll, „gerade in Zeiten, in denen der Terror versucht, Angst zu verbreiten. Wir Hagener Karnevalisten stemmen uns dagegen und feiern in unserem schönen Ort friedlich und fröhlich Karneval!“

Ebenfalls noch unter freiem Himmel sang sich eine vom Akkordeon begleitete Abteilung des MGV  Goldbach-Lerchen warm. Dann jedoch verwehte ein Schauer die humorige Büttenrede von Liesbeth und Irmgard alias Karin Frese und Andrea van der Veen.

Das Narrenvolk war nicht mehr zu halten. Obwohl die Rathausangestellten vorab tüchtig Kamelle unters junge Jeckenvolk geworfen hatten, probierten die Karnevalistinnen des Schützenvereins Natrup-Hagen den Rathaussturm. Bürgermeister Peter Gausmann, verpackt in einer Puppe, die seinen Amtssitz als Burg symbolisieren sollte, gab den Stößen durch den Rammbock schließlich nach. Sein Stellvertreter, Rainer Plogmann, hisste die weiße Fahne – und gab mit der Kapitulation vor den Karnevalisten das Rathaus frei.

Im Sitzungssaal setzten Lisbeth und Irmgard ihren Klatsch-Ulk fort. Sie erinnerten an das „abgesoffene“ Zeltlager der Hagener Jungen im vergangenen Sommer. Dank des neuen „Himmelreich-Dammes könne Hagen künftig sowieso nicht mehr absaufen, meinte Irmgard. „Datt entwickelt sich zum neuen Ausflugsziel. Ferienwohnungen gibt’s in Himmelreich auch schon, da fehlt nur noch son schönes Café.“

Neben Johannes Blömer traten auch die Gellenbecker Jungs zum letzten Mal beim Hagener Karneval auf. Sie brachten nicht nur ihre Hits, sondern mit der Melodie von „Aber Dich, gibt’s nur einmal für mich“ auch einen auf Blömers Verdienste umgeschriebenen Text zu Gehör.

Nachdem das Narrenvolk den Getränkebestand des Rathauses ausgetrocknet hatte, ging es zum traditionellen Zug durch die Gemeinde. Unterwegs hielt man Einzug im Gasthaus Beckmanns, dem Imbiss-Restaurant Zeitlos und der Gaststätte Stock.