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Jubelfeier zum 100. Geburtstag Festakt beendet Gellenbecker Kirchenjubiläumsjahr

Von Werner Barthel | 16.12.2015, 12:45 Uhr

Am 13. Dezember 1915 ist die Gellenbecker Kirche eingeweiht worden. 100 Jahre später wurde sie innen renoviert und erstrahlt seit Mai dieses Jahres in neuem Glanz. Knapp 300 Kirchenmitglieder feierten aus diesem Grund gemeinsam mit vielen Gästen in der Gellenbecker Sporthalle ein großes Fest. Auf die Halle musste man wegen der großen Zahl an Teilnehmern ausweichen.

Schon die Gestaltung des Festhochamts war dem Anlass angemessen: Die Kirche war bis zum letzten Platz gefüllt, Pastor Josef Ahrens feierte gemeinsam mit einigen ehemaligen Priestern der Gemeinde die Messe, und Gerhard Stenzaly , den Gellenbeckern noch immer in guter Erinnerung, hielt die Predigt.

Prozession zur Sporthalle

Die musikalische Begleitung hatten Christoph Niesemann an der Orgel und der von ihm geleitete Gemischte Chor übernommen. Nach dem Gottesdienst zog die Gemeinde in einer Art Prozession den mit Fahnen ausgesteckten Weg zur Sporthalle, die ebenfalls geschmückt war. Zum Gelingen der Feier trugen auch Charlotte Brandebusemeyer (Violine) und Johannes Bensmann (Klavier) von der Jugendmusikschule Hagen bei, die für ihre Darbietungen tosenden Beifall erhielten.

Wolfgang Konersmann vom Kirchenvorstand, bei dem schon während der Renovierungsarbeiten die Fäden zusammen liefen, hatte Einführung und Begrüßung der Festgäste übernommen. Ingrid Keiser, Vorsitzende des Pfarrgemeinderates, warf anschließend einen Blick zurück. Die ersten Ausschüsse waren bereits 2010 ins Leben gerufen worden. „Einer von ihnen hat uns für die nächsten Jahre den Weg gewiesen“, sagte Keiser, „er bestimmte, dass der 100. Geburtstag unserer Kirche ein Jahr lang mit den verschiedensten Veranstaltungen gefeiert werden soll. Gleichzeitig legte er das Motto des Jubiläums fest. Es lautet: ‚Von Hoffnung getragen...‘“ Dann rief sie einige Highlights der zurückliegenden Monate in Erinnerung.

Finanzen im Plan

Mit genauen Zahlen wartete Konersmann auf: Von Anfang Januar dieses Jahres bis zum 22. Mai wurde die Renovierung der Kirche mit zum Teil großer Beteiligung von Gemeindemitgliedern durchgeführt. Nach Beendigung einiger Restarbeiten stellte man zur allgemeinen Erleichterung fest, dass man im Soll geblieben war: Mit dem Osnabrücker Generalvikariat hatte man sich auf die Gesamtsumme von 498000 Euro verständigt, von der die Kirchengemeinde die Hälfte tragen muss. Konersmann: „Mit Stand vom 8.12.2015 haben wir 470000 Euro ausgegeben. Was die Tilgung unseres Anteils angeht, kann ich sagen: Wir sind auf gutem Weg. Unser Spendenkonto hat in diesen Tagen die 100000-Euro-Marke geknackt.“

Blick in die Geschichte

Den Festvortrag hielt Johannes Brand, stellvertretender Vorsitzender des Heimatvereins und verlässliche Stütze der Kirchengemeinde bei so mancher Jubiläumsveranstaltung. Er wies darauf hin, dass das Jubiläums-Motto „Von Hoffnung getragen...“ nicht nur zukunftsweisend verstanden werden kann, sondern auch „Hoffnungsgeschichten“ meint, bei denen in der Vergangenheit Wünsche in Erfüllung gegangen sind. „Seit Anfang des 19. Jahrhunderts, als erstmals eine offizielle Schule in der Niedermark eröffnet wurde, verstummte der Ruf nach einer eigenen Kapelle oder Kirche nicht mehr“, so Brand.

Auch als dieses Begehren 1915 endlich Wirklichkeit wurde, die Kirche gebaut war, sollten weitere Hoffnungen in den nächsten Jahren in Erfüllung gehen. Über den Zustand der unter großen Opfern errichteten Kirche sagte Johannes Brand: „Jeglicher bildnerische Schmuck fehlte. Nicht einmal die Kunstwerke der Altäre waren geliefert.“ Es sollte zwei weitere Jahrzehnte dauern, bis die Kirche Holzfiguren, Kreuzwegbilder und die von 40 verschiedenen Künstlern gestalteten Bildfenster erhielt.

Vatikanisches Konzil

Nicht zuletzt das II. Vatikanische Konzil mit Liturgiereform und größerem Mitspracherecht der Gemeinden bei der Gestaltung des Gemeindelebens habe Hoffnungen wahr werden lassen. Im Zuge der Umsetzung dieser Prozesse näherten sich Katholiken und Gläubige der reformierten Kirchen behutsam an.

Brand: „Große Hoffnungen verbanden sich mit dem Aufbruch in die Ökumene. Erste Initiativen gingen dann vom Gellenbecker Pfarrgemeinderat aus. Sie bezogen die Melanchthongemeinde und bald auch die Martinusgemeinde mit ein und führten zu einer heute selbstverständlichen und nicht mehr fortzudenkenden Gemeinsamkeit hier in Hagen.“

Die letzte halbe Stunde der Jubelfeier blieb den Gästen vorbehalten. Von Pastor Stefan Wagner von der Melanchthongemeinde, Claudia Lügering vom Bischöflichen Generalvikariat, über Hagens Bürgermeister Peter Gausmann bis zu Stefan Muhle vom Landkreis, Architekt Jürgen Hinse und Handwerksvertreter Andreas Eichholz verknüpften alle Redner Glückwünsche mit Episoden aus den Tagen und Jahren guter Zusammenarbeit mit den Gellenbecker Verantwortlichen. Den offiziellen Teil des Empfangs beendete Pfarrer Josef Ahrens. Anschließend waren alle eingeladen zu Imbiss und Getränken.