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Hilfe aus Hagen nach Erdbeben Kolpingwerk informiert in Hagen über Lage in Tansania

19.02.2017, 13:20 Uhr

Naturkatastrophen haben die Kraft, intakte Strukturen innerhalb eines Landes zu schädigen. Eine derartige Zerstörung erlebte der ostafrikanische Staat Tansania nach einem schweren Erdbeben im September. Walter Mahr vom Kolpingwerk des Hamburger Diözesanverbands hilft schon seit vielen Jahren in Tansania und berichtete im Hagener Pfarrheim St. Martinius wissenswerte Dinge über das Land am Äquator.

Seit Ende der 1980er Jahre engagiert sich das bundesweite Kolpingwerk für den Aufbau sozialer Strukturen in Tansania. Mit beteiligt ist der ehemalige Lehrer Walter Mahr, der mehrfach nach Afrika gereist ist: „Ich habe damals eine Partnerschaft mit einer örtlichen Schule in Gang gebracht. Ich plane demnächst einen halbjährigen Aufenthalt dort“, so Mahr. Dank einer befreundeten Familie aus Hagen, nahm der Hamburger Kontakt mit der örtlichen Kolpingsfamilie auf und erklärte den Gästen die Lage in dem fremden Land.

Bildung hat Vorrang

Das Kolpingwerk baute in den letzten Jahren Schulen, schaffte Ausbildungsplätze, verbesserte die örtliche Versorgung durch Ackerbau und Tierzucht – und förderte die Solarenergie. „Alle Vorhaben werden nicht in Deutschland, sondern vor Ort in Tansania entwickelt und konzipiert“, erklärte Walter Mahr. Insbesondere die Bildungseinrichtungen spielen für den pensionierten Lehrer eine übergeordnete Rolle in einem Land, das unter einer hohen Analphabetenquote leidet: „Die Schulausbildung ist für afrikanische Verhältnisse relativ gut. Die Absolventen verlassen deshalb nicht den Kontinent und bleiben für das Studium in Ostafrika“, erklärte Mahr, der seit fünfzig dem Kolpingwerk angehört.

Mahr schätzt insbesondere die Herzlichkeit der Menschen: „Sie haben eine sehr positive Grundeinstellung. Man bekommt beispielsweise eine Flasche Cola angeboten, was für deren Verhältnisse teuer ist. Diese sollte man trotzdem nicht ablehnen.“ Ebenfalls positiv blickte er auf die politische – und religiöse Situation. „Die Politik fördert die Bildung. Auch die christlich-muslimische Bevölkerung sieht sich als ein Volk – und bekämpft sich nicht gegenseitig.“ Seiner Meinung nach steht und fällt die Entwicklung Tansanias mit drei Faktoren: „Die Bildung muss beibehalten werden, die Eliten sollen verhalten reagieren und die Korruption mindern. Zudem sollte das Weltwirtschaftssystem sich auf die Bedürfnisse Afrikas anpassen.“

Spenden nach dem Erdbeben

Die Hagener Kolpingsfamilie zeigte hilfsbereit und signalisierte ihre Hilfe: „Am Palmsonntag werden wir vor der Kirche Kerzen verkaufen. Der Erlös geht nach Tansania“, hieß es von den Verantwortlichen. Bei dem Erdbeben der Stärke 5,7 kamen 17 Menschen ums Leben - mehr als 250 wurden verletzt. Zudem wurden zahlreiche Häuser und Bildungseinrichtungen zerstört.