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Haushaltsentwurf 2016 vorgestellt Hagener Rat will 3,8 Millionen Euro investieren

Von Danica Pieper | 21.12.2015, 15:58 Uhr

Harmonie pur herrschte auf der letzten Sitzung des Hagener Rats in diesem Jahr. Ein Grund für die gute Stimmung: Der Haushaltsentwurf für das Jahr 2016. Trotz geplanter Investitionen von knapp vier Millionen und Mindereinnahmen bei der Gewerbesteuer weist Hagen wie in den vergangenen Jahren einen ausgeglichen Haushalt vor, erklärte Kämmerin Christine Möller.

Trotz der guten finanziellen Lage warnte Bürgermeister Peter Gausmann vor Euphorie: „Wir können nicht allzu große Sprünge machen.“ Ein Grund sind sinkende Einnahmen bei der Gewerbesteuer, sagte Christine Möller. Die Kämmerin rechnet für 2016 mit einem Rückgang der Gewerbesteuereinnahmen von 2,6 auf 2,35 Millionen Euro. Dafür erhöht sich das Aufkommen aus der Grundsteuer leicht gegenüber dem Vorjahr auf 1,35 Millionen Euro. Dieser Trend soll sich in den kommenden Jahren dank der Ausweisung neuer Baugebiete fortsetzen.

Die Einkommenssteueranteile setzt Möller wie im vergangenen Jahr mit 5,2 Millionen Euro an. Daneben rechnet die Kämmerin derzeit damit, dass Hagen 2016 3,83 Millionen Euro aus dem Finanzausgleich erhält und damit 400000 Euro mehr als 2015. Steigende Einnahmen bedeuteten allerdings auch steigende Umlagen, betonte Möller. So steigt die Kreisumlage 2016 von 5,415 auf 5,446 Millionen Euro. Die Gewerbesteuerumlage sinkt von 498000 auf 450000 Euro und die Entschuldungsumlage bleibt bei 24000 Euro.

Entschuldung vorantreiben

Apropos Entschuldung: Diese will Hagen auch im kommenden Jahr vorantreiben. Da die Gemeinde 2015 kein Darlehen aufnehmen musste, senkte sie den Schuldenstand von 11,31 auf 10,63 Millionen Euro. Die Pro-Kopf-Verschuldung sinkt dadurch von 841 auf 791 Euro. Für 2016 rechnet Möller derzeit mit einer Entschuldung von 55200 Euro, sollte der vorsorglich eingestellte Kredit von 613800 Euro gebraucht werden. Dies war in den letzten Jahren allerdings nicht der Fall.

Investitionen in Sicherheit und Straßen

Für das kommende Jahr sieht Hagen zahlreiche Investitionen vor. Wichtigster Punkt ist hier die Fortführung der Ortskernsanierung. Für 2016 rechnet die Verwaltung mit Baukosten in Höhe von 650000 Euro, von denen die Gemeinde ein Drittel übernimmt. Für den Hochwasserschutz am Dillbach und am Goldbach sind 320000 Euro vorgesehen, wobei die Gemeinde 243000 Euro an Zuwendungen aus dem Hochwasserschutzprogramm erhält.

 (Weiterlesen: Endspurt bei Planung des Hagener Marktplatzes) 

Auch in die Feuerwehr wird weiter stark investiert: Für den Umbau des Feuerwehrgerätehauses in der Niedermarkt sind im kommenden Jahr 270000 Euro vorgesehen, dazu kommt Sachausstattung in Höhe von 28000 Euro. Beide Hagener Wehren erhalten digitale Funkmeldeempfänger für je 15000 Euro. Für die Niedermark kommt 2017 ein Hilfslöschfahrzeug dazu, die Obermarkt erhält 2018 ein Löschfahrzeug. Beide kosten etwa 300000 Euro. Auch die Rettungswache des DRK wird umgebaut: Hier rechnet Möller mit Kosten von 104000 Euro. Ein anderer großer Posten ist die Sanierung der L95 mit Gesamtkosten in Höhe von 430000 Euro, dazu kommen weitere Straßenbaumaßnahmen in Höhe von 143000 Euro.

Grünes Licht für Krippenerweiterung

Die Grundschule St. Martin erhält für die EDV-Verkabelung und Trockenbauarbeiten 20000 Euro, für die Sporthalle der Oberschule sind 10000 Euro für eine elektrische Übertragungsanlage sowie 50000 Euro für Sicherheitsbeleuchtung vorgesehen. Größte Investition im Bildungsbereich ist der Bau eines weiteren Krippenraumes in der Gellenbecker Kita St. Marien. Hier kommen Kosten von rund 365000 Euro auf die Gemeinde zu. Der Rat gab direkt im Anschluss einstimmig grünes Licht für die Erweiterung der Kita. 2017 soll dann die dringend notwendige Renovierung des Franziskus-Kindergartens stattfinden. Hier für setzt Möller 300000 Euro an.