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Große Lösung für die Kleinsten Anbau für zwei Krippengruppen an Melanchton-Kita

Von Petra Ropers | 15.06.2018, 16:15 Uhr

Die Melanchton-Kindertagesstätte soll einen neuen, in sich geschlossenen Anbau für zwei Krippengruppen erhalten. Einen entsprechenden Beschlussvorschlag an den Rat fasste der Ausschuss für Familie, Sport, Kultur und Tourismus in seiner Sitzung am Donnerstag.

Mit ihrem einstimmigen Votum für die große Lösung der Variante A legten die Ausschussmitglieder zugleich die Alternative eines kleinen Erweiterungsanbaus für eine weitere Krippengruppe unter Beibehaltung der bestehenden ad acta. Auch das Landesjugendamt hatte zwischenzeitlich die große Lösung favorisiert. Sie sieht vor, die bestehende und die neu einzurichtende Krippengruppe in einem Komplex mit eigenem Außenspielbereich unterzubringen. In Abänderung der ursprünglichen Pläne sollen auch die Ruheräume vom Flur aus erschlossen werden.

Alle Provisorien behoben

Durch den Neubau wird gleichzeitig der derzeitige Krippenraum frei für die aktuell im Wintergarten untergebrachte Kindergartengruppe. Mit der Variante A würden alle Provisorien behoben, betonte der Ausschussvorsitzende Klaus Herkenhoff: „Die Kindertagesstätte ist damit für die Zukunft gut aufgestellt.“ Die Gemeinde zahlt dafür an den einen Zuschuss in Höhe von 630.000 Euro. Ein erwarteter Landeszuschuss in Höhe von 180.000 Euro ist darin eingerechnet. Weitere 55.000 Euro werden für die Sanierung der vorhandenen Räume zur Verfügung gestellt.

„Das Geld ist für die Kinder in Hagen sehr gut angelegt“, meinte Rainer Summe-Frankenberg als Sprecher der Mehrheitsfraktion. Eine Nettoneuverschuldung ist für das Projekt nach Aussage der Verwaltung nicht erforderlich. Einstimmig votierte der Ausschuss auch für eine Fortsetzung des Auditierungsprozesses als „familiengerechte Kommune“. Entscheidend sei dabei nicht das Zertifikat an sich, betonte Bürgermeister Peter Gausmann: „Wichtig ist vielmehr der Prozess selbst.“ So seien bereits im Zuge der Grundzertifizierung einige gute Weichen gestellt worden.

Pflegeplätze fehlen

Als sinnvoll betrachtete Uwe Sprehe (SPD) das Aufbau-Audit: „Wir wollen uns als Ort stetig weiterentwickeln.“ Zur Weiterentwicklung gehört auch, die Zukunft in der Pflege ins Auge zu fassen. Einem Antrag der CDU/FDP-Gruppe folgend stellte Isabell Mindrup von der Verwaltung die Ergebnisse ihrer Bedarfsermittlung im Bereich von stationärer Pflege und Tagespflege vor. Demnach verfügt das St. Anna-Stift aktuell über 93 Plätze für die stationäre Pflege. Für die Tagespflege bieten das St. Anna-Stift und das Rosen-Domizil derzeit je 12 Plätze.

Ausgehend von einer Bevölkerungsvorausberechnung des Landkreises fehlen im Jahre 2020 statistisch 58 stationäre Plätze, im Jahre 2030 beliefe sich nach den Berechnungen der Fehlbedarf auf 65 Plätze. Für den Bereich der Tagespflege liegen keine Vorausberechnungen vor. Sicher scheint jedoch, dass auch bei einer Erweiterung in St. Anna-Stift und Rosen-Domizil in 2030 mindestens 15 Plätze fehlen werden. „Es herrscht Handlungsbedarf“, fasste der Ausschussvorsitzende die Zahlen zusammen.

Ehrenamtsbörse angedacht

Über ihre Tätigkeit in der Jugendarbeit der Melanchton-Kirchengemeinde informierte Diakonin Sina Klöver den Ausschuss. Die Leitung des neuen Ehrenamtsbüros übernimmt künftig Anke Igelbrink. In der Verwaltung ist sie bereits Ansprechpartnerin für das Bündnis für Familie. Für das Ehrenamtsbüro – eines der wenigen im Landkreis unter hauptamtlicher Leitung – steht unter anderem die Vernetzung der Vereine, Verbände und Initiativen auf ihrer Agenda. Angedacht ist auch eine Art Ehrenamtsbörse.