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Große Hilfsbereitschaft Beste Stimmung im etwas anderen Hagener Jungenzeltlager

Von Markus Strothmann, Markus Strothmann | 28.06.2016, 17:19 Uhr

Das Hagener Jungenzeltlager sollte im Emsland stattfinden. Leider soff der Zeltplatz beim Unwetter am Donnerstag spektakulär ab. Kurzerhand stampften die Organisatoren ein Ersatzlager aus dem Boden, und jetzt sind doch alle da, wo sie sein wollen: Mitten im Zeltlagerfeeling.

Am Dienstag stand die Königsdisziplin des Jungenzeltlagers auf dem Programm: der Tagesstationslauf (TSL) über zwölf Kilometer. Statt durchs Emsland ging es für die Kids nun also durch heimische Gefilde - natürlich geht da zum Mittagessen trotzdem keiner nach Hause. Die Lagerleitung schaffte per Bulli und Anhänger Riesentöpfe Bockwurst, Nudelsalat und Kartoffelsalat zum Checkpoint; die erste Gruppe wartete auf schon. Ungefähr die Hälfte der 17 Stationen waren bereits absolviert und sechs Kilometer zu Fuß zurückgelegt. Sowas macht Kohldampf, zumal ein Marsch am Teutoburger Wald anstrengender ausfallen dürfte, als ein Gang durchs platte Emsland. Schlechte Stimmung angesichts der Umstände: Fehlanzeige. „Macht auf jeden Fall Spaß“, kommentierte ein junger Teilnehmer den Lauf - von gegenteiligen Meinungen keine Spur.

Stundenlang im faradayschen Käfig

Sven Bensmann von der Lagerleitung gab Würstchen an die hungrigen Tagesstationsläufer aus und schilderte nebenbei das heftige Unwetter, das am Donnerstag den vorzeitigen Abbruch des ursprünglichen Lagers in Westerloh bei Haselünne erzwang. „Wir waren gerade fertig mit dem Aufbauen, da hat es angefangen. Wir mussten mehrere Stunden lang im Auto sitzen, ungefähr von 21 Uhr bis 4 Uhr morgens. Es hat pausenlos geblitzt und gedonnert, es wäre fahrlässig gewesen, da überhaupt auszusteigen.“ Teile der Ausrüstung sind immer noch im Emsland, auch wenn aus allen Richtungen Hilfe kam, etwa von der Haselünner Feuerwehr und einem ortsansässigen Bauern. 20 ehemalige Zeltlager-Mitstreiter aus Hagen fuhren spontan mit Traktor und Heuhänger nach Westerloh, um die Zelte abzuholen.

Übers Wochenende werden die Hagener am Schultenholz campieren, aber die Zelte, die in Westerloh standen, sind dafür definitiv nicht zu gebrauchen. Sven Bensmann: „Die sind jetzt nicht komplett kaputt, aber natürlich nicht mehr imprägniert und unglaublich dreckig.“ Für Ersatz sorgt die Freiwillige Feuerwehr Hagen, das Zeltlager Gellenbeck und das Deutsche Rote Kreuz. „Die Hilfsbereitschaft ist überwältigend“, so Sven Bensmann.

„Komplettes Programm nicht zu schaffen“

Zwei Tage brauchten die Gruppenleiter, um das Lager für zu Hause neu zu planen. Während eine Hälfte der Leute im Emsland aufräumte, kümmerte sich der Rest in Hagen um das Ersatzprogramm. „Eigentlich planst du sowas ein halbes Jahr im Voraus, dann hast du auf einmal zwei Tage“, sagte Eric Wöhrmann, „das komplette Programm ist zeitlich nicht zu schaffen, aber die wichtigsten Spiele und Aktionen machen wir.“

Wie sehr sich die Kinder eigentlich auf ihr Zeltlager gefreut haben, wurde so richtig deutlich, als die Absage kam. „Manche haben geweint, als sie davon gehört haben“, so Sven Bensmann. Da war schnell klar: „Wir machen jetzt einfach das Beste draus.“ Auch die Organisatoren selbst wollten das Zeltlager auf keinen Fall einfach so sausen lassen. Eric Wöhrmann dazu: „Klar ist das jetzt ein Behelf, aber wir haben uns da selbst drauf gefreut und können gar nicht anders.“

Auch wenn die Entfernung von zu Hause einen großen Teil von Abenteuern dieser Art ausmacht, lassen sich die Hagener ihr Zeltlager 2016 nicht vermiesen. Sven Bensmann: „Das Zeltlagerfeeling, das was es besonders macht, ist da!“