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Erfolg mit plattdeutschem Schwank Sudenfelder Theateraufführung mit urigen Figuren

Von Horst Troiza | 27.02.2017, 15:47 Uhr

Einen steinigen Weg haben die Protagonisten im neuen Theaterstück der Theatergruppe des MGV Sudenfeld zu gehen, bis es zur Traumhochzeit kommt. Schuld daran ist „Ouh Gott, düsse Familge“, so der Titel, denn der Anhang des Brautpaars macht gewaltigen Ärger. Die Premiere des plattdeutschen Dreiakters war ein großer Erfolg.

Dieser Sonntagnachmittag stand ganz im Zeichen der plattdeutschen Sprache. Bevor es auf der Bühne losging, eröffneten die Sänger des MGV unter der Leitung von Jakob Schwarzenberger den Reigen mit ein paar Liedern, wobei sie selbst das Niederdeutsche gebrauchten. Die musikalische Einleitung lautete dieses Mal „Kummt tosamen, süngt een Leed“. Der MGV konnte sich des Beifalls der fast 200 Zuschauer sicher sein.

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Trauung mit Hindernissen

Danach gehörte die Aufmerksamkeit den Darstellern. „Ouh Gott, düsse Familge“ ist ein Schwank, wie ihn sich das Publikum wünscht. Die herrliche Geschichte um eine Trauung mit Hindernissen wartet mit urigen Figuren und Verwicklungen aller Art auf. Ute (Julia Schönebeck) und Mark (Manuel Dierker) wollen in aller Stille heiraten, da ihre Eltern hoffnungslos verkracht sind. Deshalb hat sich das Paar in einer Hütte am See eingemietet, um im nahen Dorf heiraten zu können.

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Daraus wird aber erst einmal gar nichts. So einfach lassen sich die Eltern von Mark (Karin Hülsmann und Benno Markmeyer) und die von Ute (Marion Glasmeyer und Hendrik Kiffmeyer) nicht ausbooten. Sie erscheinen überraschend mit Opa Johann (Hartmut Vorwald) und Hund Daisy an der Hütte, und der familiäre Tumult beginnt. Die Hüttenwartin Klara (Melinda Glasmeyer), Türsteher Pedro (Wilfried Hülsmann) und Leonie (Mechtild Plogmann), die Haushälterin des Pfarrers, steuern ihrerseits noch ihr Möglichstes zum Ausbruch des totalen Chaos hinzu.

Wohldosiertes Timing

Spielleiterin Maria Herkenhoff hat den Dreiakter von Bernd Gombold vom Hochdeutschen auf Platt übersetzt und wieder einmal einen Stimmungskracher auf die Bühne des heutigen „Platzhirsch“ gebracht. An ihrer Seite Souffleuse Elke Sandkämper und Elke Buller (Maske). Die Geschichte wird durchgängig erzählt, die Laiendarsteller agieren glaubwürdig und im wohldosierten Timing knallen die Gags. Besonders die Auftritte der Hüttnerin Klara und die vergnügungsfreudigen Aktionen von Marks Vater Fritz und Opa Johann produzieren Schenkelklopfer ohne Ende. Wenn die beiden Suffköppe beim Frühstück sitzen oder die Pfarrhaushälterin mit einem Baströckchen bestürmen, bricht auch im Publikum Tumult aus – aber einer der gern gesehenen Sorte.

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Nach den Erfolgen der Vorjahre trifft „Ouh Gott, düsse Familge“ ebenso wieder den richtigen Punkt und erweist sich als Volksstück allerreinster Sorte. Die Reaktionen des Publikums waren, am Schallpegel von Lachern und Applaus gemessen, eindeutig: Der Schwank kam an und bot beste zweieinhalbstündige Unterhaltung.

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Weitere Aufführungstermine sind am 4., 5., 12., 18., 19. und 26. März sowie am 1. und 2. April. Die Samstagsvorstellungen beginnen um 19 Uhr, sonntags hebt sich der Vorhang um 17 Uhr.