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Bürgerfest am Alten Pfarrhaus in HagenHandwerk wie zu Uromas Zeiten Bürgerfest am Alten Pfarrhaus in Hagen

Von Stephanie Langer | 13.09.2011, 13:50 Uhr

Wie hat ein Schmied vor 100 Jahren gearbeitet? Und lassen sich Schafe gerne scheren? Das und einiges mehr erfuhren die Besucher beim Bürgerfest des Heimatvereins am Sonntag rund um das Alte Pfarrhaus.

Verschiedene Hand- und Hauswerke wie zu Uromas Zeiten wurden gezeigt. So konnte man Heiner Witke und seinem Sohn Stephan beim Leiterbau zusehen. Normalerweise arbeite man zehn Stunden an einer Leiter, erzählt Stephan Witke. Aber die Witkes hatten da, frei nach Jean Pütz, „schon mal was vorbereitet“. Deshalb fertigten sie nur noch die Sprossen an. Außerdem hatte Heiner Witke eine Handseilerei dabei. Die wurde zwar erst vor 15 Jahren gebaut, allerdings nach historischem Vorbild. Mit dem Gerät ist ein solides Seil in wenigen Minuten fertig. Vor allem die Kinder liebäugelten mit einem neuen Springseil.

Martin Brockmeyer, eigentlich Schlosser von Beruf, schert in seiner Freizeit Schafe und ließ die Besucher am Sonntag dabei zusehen. „Ist das Schaf betäubt?“, fragten sich einige Zuschauer, da ein Tier regungslos verharrte, während Brockmeyer die Wolle abrasierte. „Das liegt am Tier, manche sind auch ganz schön bockig“, so der Experte. Allerdings sei eine Schafschur am 11. September doch ein eher „atypischer Termin“. Denn normalerweise mache man das im Sommer, mittlerweile sei schon die Neuwolle nachgewachsen, was zu Verfilzungen führe.

Ludger Nobbe backte im historischen Ofen Brot für die Kinder, und das Töpfereimuseum im Alten Pfarrhaus war für Besucher geöffnet.

Auf der Bühne traten unter anderem der Singekreis des Heimatvereins, das Gitarrenensemble Absaits und der Männergesangverein Sudenfeld auf.

Viele Hagener verbanden den Gang zur Wahlurne mit einem Abstecher an die Martinistraße. „Wir haben das extra am Wahltag gemacht, weil die Leute sowieso im Dorf sind“, sagt Johannes Brand, stellvertretender Vorsitzender des Heimatvereins. Durchaus geschickt geplant – und sicher nicht schlecht für die Wahlbeteiligung.