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Besichtigung bei Dyckerhoff Hagener Ratsmitglieder befürchten Umweltbelastungen

Von Wolfgang Elbers | 16.07.2015, 19:07 Uhr

Der Termin der Werksbesichtigung durch Hagener Ratspolitiker hat schon länger festgestanden, aber plötzlich eine besondere Aktualität erhalten: Dyckerhoff in Lengerich, das von der Kirschgemeinde aus nur über den Berg liegt, plant, den Einsatz sogenannter Sekundärbrennstoffe auszuweiten.

Diese Form der Abfallverbrennung ist Mittwochabend auch bei der Unternehmensbesichtigung Hauptthema gewesen. „Wir werden die Aussagen der Fachleute dazu abwarten. Aber das ist für uns ein ganz wichtiger Punkt. Wir haben durch von uns nicht zu beeinflussende Umweltbelastungen schon die Einstufung als Luftkurort verloren und würden natürlich weitere Verschlechterungen nicht akzeptieren. Dann werden wir wie Löwen gegen solche Pläne kämpfen“, hat Hagens Bürgermeister Peter Gausmann zum Abschluss Werksleiter Franz-Josef Barton wissen lassen. Es gebe zu den Plänen noch Fragezeichen, die sorgfältig geklärt werden müssten. Abfallverbrennung sei ein Reizthema.

Scoping-Termin im September

Die Unterlagen für den Anfang September bei der Bezirksregierung in Münster stattfindenden „Scoping-Termin“, der gesetzlich vorgeschrieben ist und bei dem die Auswirkungen auf die Umwelt mit Vertretern verschiedener Behörden sowie anerkannten Naturschutzverbänden erörtert werden, sind noch gar nicht im Hagener Rathaus eingetroffen. Diese seien aber auf dem Weg, wie die Verantwortlichen am Lengericher Standort der zum italienischen Zementhersteller Buzzi zählenden Dyckerhoff-Gruppe den Hagener Gästen erklärten.

Energiekostengründe

Dass Termin und Thema schon vor der normalen Vier-Wochen-Frist öffentlich geworden sind, hängt mit den Ferien zusammen: „Die Genehmigungsbehörde und wir wollen eine größtmögliche Offenheit in der Brennstofffrage, und deshalb gehen die Unterlagen schon so früh raus, damit sich alle auf das Datum einstellen können“, erläuterte Werksleiter Barton zum Zeitpunkt. Dyckerhoff setzt in Lengerich schon jetzt neben Braunkohle bis zu 75 Prozent Sekundarbrennstoffe ein, zu denen zum Beispiel der Abfall aus der Region in der Müllbehandlungsanlage im Osnabrücker Hafen verarbeitet wird. Aus Energiekostengründen soll die Einsatzrate auf bis zu 100 Prozent ausgeweitet werden.