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Beifallsstürme für „Dat is Chefsaake“ Plattdeutsches Theater Hagen feiert Erfolg

Von Horst Troiza | 04.01.2016, 16:40 Uhr

Mit einem großen Publikumserfolg ist die plattdeutsche Theatergruppe der Kolpingsfamilie St. Martinus ins neue Jahr gestartet. Der Schwank „Dat is Chefsaake“ von Elke Woltering rief im Saal Stock wahre Beifallsstürme hervor und zeichnete sich durch seine fabelhafte Inszenierung und starke Zeichnung der Charaktere aus.

„Was fühlt sich das Pferd so fremd in des Bauern Oberhemd“ – dieser Kalauer des Komikers Otto kann am besten Bemüht werden, um das Grundgerüst von „Dat is Chefsaake“ zu umschreiben. Denn der Hotelgehilfe Paul (Raphael Ehrenbrink) hat seiner neuen Freundin Sarah (Anne Dillmann) vorgegaukelt, er sei der Besitzer des Landgasthofs Borgberghof. Als sie sich davon überzeugen will, ist Paul in Zugzwang und muss vor seinen wirklichen Chefs Michael (Michael Bensmann) und Steffi (Karin Mayland) Beichte ablegen. Die gehen wohl oder übel auf seinen Vorschlag ein, Paul für den Tag von Sarahs Besuchs Chef spielen zu lassen. Aber hat er auch das Zeug dazu?

Immer kommt es anders

Wie jeder weiß: erstens kommt es anders, und zweitens als man denkt. Sarah bringt überraschend ihre Eltern (Albert Schönhoff und Anne Plogmann) mit, zudem wollen die Drei auch noch über Nacht bleiben. Als dann auch noch der von Michael und Steffi eingeladene Gastrokritiker (Andreas Bolke) zwei Tage früher als erwartet eintrifft, beginnt der ganze schöne Plan zu wanken.

Lachsalven der Verwirrung

Mehr sei an dieser Stelle aber nicht verraten. Höchstens noch, dass die anschließenden Verwirrungen für eine Kaskade an Lachern beim Premierenpublikum sorgten. Besonders die Szene beim Abenddinner hatte es in sich und entfachte einen wahren Beifallssturm. Raphael Ehrenbrink wuchs über sich hinaus und spielte den „dummen August“ überragend. Sätze wie „Dessert? Ik dachte et giewen Schokopudding“ führten bei seinen Chefs Michael und Steffi beinahe zu einen gastronomischen SuperGAU.

Plattdeutsch büffeln für Hauptrolle

Der junge Darsteller hat vor einem Jahr das erste Mal mitgespielt und in dieser Zeit deutlich an Profil gewonnen. Er hat fleißig plattdeutschen Sprachunterricht genommen, sodass er für eine Hauptrolle bereitstand. Eine klasse Leistung bot auch wieder Albert Schönhoff, der nach dem Ausscheiden von Hedwig Bensmann der Grandseigneur der Truppe geworden ist. Dadurch, dass mit Andreas Bolke und Bärbel Spreckelmeyer zwei „alte Hasen“ der plattdeutschen Sprache neu für die Aufführung gewonnen werden konnten, hat der Weggang Bensmanns, die aus Altersgründen ausschied, kompensiert werden können.

Illustre Personenschar

Wie die bereits Genannten hatten sich auch ihre Darstellerkollegen mächtig ins Zeug gelegt. Michael Bensmann spielte überzeugend seine Rolle als Pauls Freund und um seinen Ruf besorgter Hotelier. Seine Partnerin Steffi las Paul so manches Mal die Leviten, ebenso wie die Köchin Henriette (Monika Börger). Werner Kemper spielte den Knecht Heini, der sicherlich nicht die hellste Kerze im Leuchter war, aber gern dem Schluck zusprach.

Zweieinhalb Stunden Spielfreude

Spielleiterin Elisabeth Schönhoff zeichnete sich für die Handlung ohne Längen aus und hat die Darsteller munter agieren lassen. Dabei herauskommen ist muntere Spielfreude, die noch nach zweieinhalb Stunden Intensität besaß. Freunden der plattdeutschen Sprache sollte von dieser Stelle aus angeraten sein, „Dat is Chefsaake“ auf keinen Fall zu verpassen. Weitere Termine sind der 10., 17., 23., 24., 30. und 31. Januar sowie der 6. und 7. Februar, Beginn ist immer um 17 Uhr. An zwei Tagen, dem 29. Januar und dem 5. Februar, beginnen die Aufführungen um 19.30 Uhr. Karten kosten 7 Euro und sind bei Charly Niehenke in der Gaststätte Stock zu erhalten, Tel.: 05401/9332.