Gottesdienst statt Theater Krippenspiel in Hagen wird mit 110 Akteuren ganz groß

Von Katja Steinkamp


Hagen. Die Anstrengungen haben sich gelohnt: Rund 1200 Besucher schauten sich an Heiligabend die große Krippenfeier in St. Martinus in Hagen an. Am Tag vorher waren zu den Bewohnern des Anna-Stifts noch einmal 500 externe Besucher gekommen. Gemeindereferentin Andrea Puke: „Publikum und Aufführende waren begeistert.“

Die letzte Probe für das große Krippenspiel war am Dienstag in der Kirche St. Martinus in Hagen in vollem Gange. 110 Menschen waren in die Aufführung eingebunden. Andrea Puke und Johanna Schmiegelt sind Gemeindereferentinnen und organisierten das Krippenspiel im zweiten Jahr.

Der Chor ist aufgestellt, die Kinder in den Kostümen stehen an ihren Plätzen. Josef Berger fängt an Klavier zu spielen, der Chor und die Kinder zu singen. Die dritte und letzte Probe für das große Krippenspiel in Hagen ist in den letzten Vorbereitungen. „Es gab schon zwei kleinere Proben und heute ist noch einmal die Generalprobe mit allen zusammen“, sagt Andrea Puke, Organisatorin des Stückes. Mehr aus Hagen im Netz lesen Sie hier.

110 Helfer

„Letztes Jahr hat die Dame, die das Krippenspiel immer mit Kindergartenkindern aufgeführt hat, leider nach zehn Jahren aufgehört“, sagte Puke. So habe sie zusammen mit ihrer Kollegin Johanna Schmiegelt überlegt, wie sie das Krippenspiel am Leben erhalten könnten. „Wir wussten, dass wir das nicht so toll mit den Kindern hinbekommen, wie unsere Vorgängerin. Deswegen haben wir die Gemeinde offen gefragt, ob jemand Lust hätte uns zu helfen.“ Es meldeten sich 65 Personen, um an dem Krippenspiel teilzunehmen. Ein Chor habe sich zusammen getan und auch eine Truppe, die sich um das Bühnenbild kümmerte, habe sich gebildet. „Es hat so viel Freude gemacht, dass wir dieses Jahr noch einmal gefragt haben, wer mitmachen möchte. Dieses Jahr sind wir sogar 110 Mitwirkende“, freute sich Puke. Acht Personen bauten das Bühnenbild, darunter Häuser und ein Esel aus Holz, der dieses Jahr seine Premiere habe. Zwei Frauen nähten selbst die Kostüme. „Wir sind so überwältigt von dem Zusammenhalt in der Gemeinde“, sagte Puke.

Trompeten aus Glandorf

Johanna Schmiegelt kümmerte sich um die Texte und um die Organisation. Andrea Puke war für den musikalischen Teil zuständig und übernahm die Chorleitung. „Neben dem Klavier, haben wir Querflöten und 20 Personen, die trommeln. Unsere Trompeten kommen sogar aus Glandorf. Hier helfen auch die Nachbarorte mit“, sagte Puke. Und auch die Altersspanne der Mitwirkenden Personen war groß: „Die Kleinste ist zwei Jahre alt und die Ältesten müssten so um die 50 Jahre sein.“

Puke legte großen Wert auf eine Sache: „Die Besucher sollen wissen, dass es kein Theaterstück, sondern ein Gottesdienst ist. Wir wollen die Weihnachtsbotschaft verkünden.“ Am Samstag fand der Gottesdienst samt Krippenspiel um 15.30 Uhr für die Bewohner des Sankt-Anna-Stiftes statt. „Der Gottesdienst am Samstag ist extra für das Altenheim organisiert. Und offen für die Gemeinde, die es nicht am 24. schaffen.“ Am Sonntag fand die Krippenfeier dann um 15 Uhr in der Kirche statt. Andrea Puke war schon vorher überzeugt: „Dann wird die Kirche voll sein. 1200 Sitzplätze stehen uns hier zur Verfügung.“ Ihre Erwartungen seien mehr als übertroffen, so die Gemeindereferentin am ersten Weihnachtstag. „Wir hätten es uns kaum leisten können, nicht wieder aufzuführen.“ So groß sei die Nachfrage. Sollten sich noch mehr Leute für das nächste Jahr melden, würde die beiden Frauen sich freuen. „Es ist toll, dass so viele Leute helfen wollen. Wenn sich noch mehr melden, dann sagen wir keinem ab.“ Doch das Wichtigste für Puke war: „Es soll einfach allen eine Freude bereiten.“ Das hat geklappt.