Der Geist von Martin lebt 1200 Teilnehmer beim Martinsumzug durch Hagen

Von Ulrich Eckseler

In einer Theateraufführung veranschaulichten die Messdiener die Geschichte des Heiligen Martin. Martin (r) überreicht dem hungernden und frierenden Bettler ein Stück Brot und teilte darauf auch seinen Mantel mit ihm. Foto: Ulrich EckselerIn einer Theateraufführung veranschaulichten die Messdiener die Geschichte des Heiligen Martin. Martin (r) überreicht dem hungernden und frierenden Bettler ein Stück Brot und teilte darauf auch seinen Mantel mit ihm. Foto: Ulrich Eckseler

Hagen. Wenn man so möchte, hatte Sankt Martin am Sonntag in Hagen ein Heimspiel. Denn die katholische St. Martinus Gemeinde hatte alle Kindergarten- und Grundschulkinder zu einem Martinsumzug durch den Ortskern eingeladen.

Traditionell begann die Veranstaltung mit einem Wortgottesdienst in der Kirche, bei dem das Martinusspiel aufgeführt wurde. „Sankt Martin, Sankt Martin, Sankt Martin ritt durch Schnee und Wind“, hallte es durch die voll besetzte Kirche. Rund 1200 Kinder, Eltern sowie Betreuerinnen und Betreuer scheuten den Regen nicht und waren der Einladung gefolgt. Pfarrer Josef Ahrens war beeindruckt von den vielen fantasievoll gestalteten Laternen, die die Kinder teils in ihren Kindergartengruppen selbst gebastelt haben.

Im Schnee, da saß ein armer Mann

Mit einem Martinsspiel verdeutlichten Messdiener der Martinusgemeinde den anwesenden Kindern die Geschichte des Heiligen, in einer kurzen Theateraufführung. Um das Jahr 316 war Martin Soldat in der römischen Armee. Als ihm an einem kalten Wintertag auf der Straße ein hungernder und frierender Bettler begegnete, stieg er von seinem „hohen Ross“, so Ahrens, und stellte sich damit auf die Stufe des armen Mannes. Der Mann tat ihm so leid, dass Martin seinen warmen Mantel mit seinem Schwert teilte und dem Bettler eine Hälfte schenkte. Darauf erschien Martin der Bettler nachts in einem Traum und offenbarte sich als Jesus Christus. Nach diesem Erlebnis ließ sich Martin taufen.

„Der Geist von Martin lebt“

„Der Geist von Martin lebt“, so Ahrens. Der Heilige sei wach und achtsam gewesen und habe wahrgenommen, was sich im Leben abspielt. „Wenn ihr auch teilt, wenn ihr auch Spielzeug teilt mit denen, die weniger haben, dann habt auch ihr die Chance Jesus zu begegnen“, richtete sich Ahrens an die Kinder. Und die folgten dem Aufruf. Denn sie hatten Spielsachen gesammelt, die sie nicht mehr benötigen, und spendeten diese, sodass sich ein kleiner Berg um den Altar der Kirche auftürmte. Teilen mache das Leben reicher, betonte der Pfarrer. Zum Abschluss sangen die Anwesenden das Martinslied.

„Ida hat sich sehr auf den Umzug gefreut“

Nach dem Gottesdienst zogen Klein und Groß durch den Ortskern von Hagen. Über Schulstraße, Osnabrücker Straße und Dorfstraße führte der Weg zurück zum Martinusheim. Angeführt wurde der Zug von der als Martin verkleideten Messdienerin, die, ganz wie der Heilige, auf einem Pferd ritt. Mit dabei, unter anderem, die kleine Ida. Im Spielkreis des Kindergartens St. Christophorus hat sie mit ihren Eltern Carina und Stephan Dittrich eine eigene Laterne in Form eines Vogels gebastelt. „Ida hat sich sehr auf den Umzug gefreut. Als sie die vielen Menschen in der Kirche gesehen hat, war sie aber etwas schüchtern, das hat sich aber bald gelegt“, gab der Vater mit einem Lächeln zu verstehen. Auch viele andere Familien haben die Einladung der Gemeinde gerne angenommen. Die vierjährige Emma kommt eigentlich aus Osnabrück, aber ihre Urgroßmutter wohnt in Hagen, sodass sie sich mit Mama und Papa auf den Weg machte. Begleitet wurde der Umzug vom Musikzug Wiesental Hagen, der verschiedene Martinslieder anstimmte.

Ihren gemütlichen Ausklang fand die Veranstaltung dann am Treffpunkt unterhalb der Martinus-Kirche bei Martinsgänsen, Glühwein, Kinderpunsch und Kakao.