25 Jahre Jugendhilfe in Hagen Mehr als nur Wohngruppe: Jugendhof Obermeyer feiert Jubiläum

Von Werner Barthel

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Diese Familie steht im Mittelpunkt: Inzwischen sind vier Generationen der Obermeyers am Betrieb des Jugendhofs beteiligt. Foto: Werner BarthelDiese Familie steht im Mittelpunkt: Inzwischen sind vier Generationen der Obermeyers am Betrieb des Jugendhofs beteiligt. Foto: Werner Barthel

Hagen. Angefangen hat es mit sieben Jugendlichen, inzwischen betreuen die Familie bis zu 45 hilfebedürftige Minderjährige gleichzeitig: Der Jugendhof Obermeyer hat sich zu einem wichtigen Träger der Jugendhilfe in Hagen entwickelt. In diesem Jahr feiert er 25. Jubiläum.

1992 haben sich die beiden Sozialpädagogen Christiane und Franz Schuten mit einem eigenen Angebot zur Jugendhilfe selbstständig gemacht. Den Start wagten sie mit sieben Jugendlichen in einer Wohngruppe, zu der auch die eigenen fünf Töchter gehörten. Daraus entwickelte sich ein breit gefächertes Jugendhilfeangebot, das auch überregional auf große Anerkennung stößt.

Vom Kleinkind bis zum jungen Erwachsenen

Das wurde auch an den Gästen der Jubiläumsfeier deutlich. Dazu gehörten Vertreter vom Landesjugendamt, dem Landesverband der privaten Einrichtungen, den Kirchen und der Politik. Franz Schuten dankte in seiner Begrüßung besonders Ehefrau Christiane und den zwei Töchtern, mit denen er den Familienbetrieb leitet. Gemeinsam halten sie für Kinder ab vier Jahren ein stationäres und teilstationäres Angebot bereit: Es gibt Tagesgruppen, eine Fünf-Tage-Wochengruppe, eine Wohngruppe auf Zeit, eine Kinder- und Jugendwohngruppe, eine heilpädagogische Gruppe, eine Verselbstständigungsgruppe für ältere Jugendliche und junge Erwachsenen sowie verschiedene familienunterstützende Maßnahmen. Insgesamt werden 45 Plätze an drei Standorten vorgehalten, 50 Mitarbeiter helfen bei der Betreuung.

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Diese Entwicklung von der Wohngruppe zu einem wichtigen Träger der Jugendhilfe wurde bei der Jubiläumsfeier von den Gästen gewürdigt. „Das Team Schuten steht Kindern und Jugendlichen auf dem schwierigen Weg des Erwachsenenwerdens, der Suche nach sich selbst und nach allem, was das Leben zu bieten hat, zur Seite“, betonte etwa Bürgermeister Peter Gausmann. Der Jugendhof Obermeyer habe sich erfolgreich für Chancengleichheit und -gerechtigkeit der ihnen anvertrauten Kinder und Jugendlichen eingesetzt. Sein Fazit: „Was wir heute hier erleben, ist das Zwischenergebnis einer langen Arbeit, die hier von einem privaten Träger für und mit Familien erbracht wurde.“

Unzählige Regeln gehören zum Konzept

Reinhold Schwarze, langjähriger Wegbegleiter der Schutens und Leiter der Jugendhilfe im Caritas Sozialwerk Lohne gab in seinem Vortrag einen Einblick in den Alltag in der Einrichtung. Von Tochter Kathrin wisse er, dass auf dem Hof „immer etwas los sei“. Unzählige Regeln tragen dazu bei, dass das System funktioniert. „So unangenehm das manchmal war, sie boten den Kindern aber zugleich Orientierung, Klarheit und Sicherheit“, erläuterte Schwarze. Er war es auch, der den Gästen die Grundausrichtung aller Bemühungen des Jugendhofes nahebrachte: dem Kind oder Jugendlichen einen dauerhaften Verbleib in seiner ursprünglichen Familie oder zumindest den Kontakt zu seinen familiären Wurzeln zu sichern. Schwarze: „Dort , wo die eigene Familie als Lebensort nicht mehr möglich ist, begleiten die Schutens die jungen Menschen auf ihrem Weg in die Selbstständigkeit.“

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Alle Erwartungen, Anforderungen und Impulse, so Schwarze weiter, die von außen an den Jugendhof herangetragen wurden, seien offen aufgenommen und differenziert und flexibel in einem internen Entwicklungsprozess umgesetzt worden. Daraus seien in enger Abstimmung mit den beteiligten Familien, Ämtern und Einrichtungen eigene Konzepte entwickelt worden. „Das Entscheidende bei all diesen Bemühungen war jedoch, dass ihr immer irgendwann an einem Punkt den Mut hattet, den Sprung ins kalte Wasser zu wagen.“


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