Durchs Wattenmeer des Hüggel Heimatverein führt durch den Silbersee-Stollen

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Hagen/Hasbergen. Im Rahmen seines Jahresprogramms lud der Heimatverein am Samstag interessierte Bürger zu einer Führung durch den Stollen am Silbersee im Hüggel ein. Trotz des schlechten Wetters folgten rund 30 Teilnehmer der Einladung zum Ausgangspunkt auf den Jägerberg.

Er freue sich, dass so viele Menschen aus der Kirschgemeinde die nassen Bedingungen nicht gescheut und den Weg zum Unterstand in der Nachbarschaft der Traditionsgaststätte „Zum Jägerberg“ gefunden hätten, sagte der Vorsitzende des Heimatvereins, Antonius Thorwesten, zu Beginn der Veranstaltung. Nach einer kurzen Einleitung übergab er das Wort an die beiden Führer Heinz Kappelmann und Jörg Hillemann.

Bevor es jedoch unter Tage gehen konnte, beruhigte das Expertenduo die Gäste. „Der Stollen ist trocken.“ Wer wollte, konnte sich neben den vorgeschriebenen Helmen auch Gummistiefel kostenlos ausleihen. Im Anschluss wurden die Teilnehmer aus Sicherheitsgründen in zwei Gruppen aufgeteilt.

Abstieg in die Geschichte des Hüggels

Das erste Team, bestehend aus 15 Personen, machte sich unter der Führung von Hillemann sofort an den Abstieg zur Sohle des in der Region bekannten Sees. Weil es sich bei dem Gelände des Hüggel um ein Naturschutzgebiet handelt, konnten sich hier zahlreiche seltene Arten wieder ansiedeln. So wies Hillemann etwa auf die Tatsache hin, dass es in der Umgebung des Silbersees einheimische Orchideenarten zu finden gebe. Auch seien die Höhlen des ehemaligen Bergwerkes von einer großen Schar Fledermäuse bewohnt.

Am Eingang des Stollens zum ehemaligen Bergwerk wusste der Führer auch einiges aus der lokalen Geschichte zu berichten. So lauschten seine Zuhörer, an den Überresten eines englischen Bren Gun Carrier stehend, etwa den Schilderungen um die Erbeutung dieses gepanzerten Militärfahrzeugs durch deutsche Soldaten und seine spätere Entsorgung zu Kriegsende. Laut Hillemann sei das Gefährt in den Nachkriegsjahren geborgen und ausgeschlachtet worden. So haben etwa die Räder eine weitere Verwendung am Handwagen eines fliegenden Händlers gefunden.

Steinerne Zeugen vergangener Seetage

Nach diesen historischen Schilderungen führte Hillemann seine Gruppe in das Wattenmeer des Hüggel. So sei heute nur wenigen Menschen bekannt, das vor rund 250 Millionen Jahren das Umland am Meer gelegen habe. Gleich zu Beginn konnten sich die Gäste durch versteinerte Überreste ehemaliger Meeresbewohner vom regen Treiben im urzeitlichen Meer überzeugen. Neben der Darstellung fossiler Lebenswesen machte der Gang durch den Stollen auch das Leben „unter Tage“ für die Gäste erlebbar.

Kleine Minnarbeiter

Natürlich durfte auch eine Erklärung zu den legendären „Hüggelzwergen“ nicht in Hillemanns Ausführungen fehlen. Dabei stellte er Fiktion und Wahrheit gegenüber. Seiner Auffassung nach handelte es sich bei den „Hüggelzwergen“ um reale Minenarbeiter. Denn die Tatsache, dass ein kleiner Arbeiter weniger Platz bei seiner Tätigkeit brauche als ein Großer, mache diese Annahme wahrscheinlich. Auch die markanten Mützen hätten ihren realen Bezug gehabt, so Hillemann: „Das waren die ersten Helme.“ Auf diese Weise hätten Bergleute früherer Tage ihre Köpfe geschützt, so der Experte weiter.

Rückkehr durch den Regenwald

Mit vielen Eindrücken aus den verschiedenen Epochen der Erdgeschichte kehrte die Gruppe zum Eingang zurück, um der zweiten Gruppe Platz zu machen. Der anschließende Aufstieg zum Ausgangspunkt ließ für Manchen wegen des anhaltenden Regenfalls und der dichten Vegetation das Gefühl aufkommen, in den Dschungel vergangener Jahre zurückversetzt worden zu sein.


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