Natur im Wald erforschen Bohnenkamp-Stiftung fördert Sprachsommercamp

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Hagen/Bissendorf. Baum ist nicht gleich Baum. Der eine hat Nadeln, der andere Blätter – und die sehen auch noch völlig unterschiedlich aus. Doch wie heißen die Bäume? Wie lassen sich ihre Blätter beschreiben? Sprache und Natur verbanden sich zwei Wochen lang für 48 Kinder beim Sprachsommercamp in Hagen und Bissendorf.

Bereits seit 2008 engagieren sich Stadt und Landkreis Osnabrück, der Lernstandort Noller Schlucht und der Verein zu Pädagogischen Arbeit mit Kindern aus Zuwandererfamilien (VPAK) als Kooperationspartner für das Sommercamp. Rund 560 Dritt- und Viertklässler konnten seither ganz naturnah und mit viel Spaß ihre Deutschkenntnisse verbessern. Zum ersten Mal empfahl sich nun neben dem Schullandheim in Mentrup-Hagen das Haus Ossenbrock in Bissendorf als zweiter Standort.

Kinder aus 13 Nationalitäten

Zwei Wochen lang waren im mittlerweile neunten Camp Kinder aus 26 Schulen in Stadt und Landkreis Osnabrück und aus 13 verschiedenen Herkunftsländern der „Sprache und Natur auf der Spur“. Denn der Sprachunterricht durch Lehramtsstudenten der Universität Osnabrück beschränkt sich nicht auf trockenes Büffeln von Wortschatz, Grammatik und Lesefluss. Vielmehr verknüpft sich der Unterricht am Vormittag mit spannenden Eindrücken aus Umwelt- und Erlebnispädagogik am Nachmittag.

Natur erleben

„Viele Kinder wachsen heute weitgehend naturfern auf“, weiß Josef Gebbe, Leiter der Umweltbildung am Lernstandort Noller Schlucht. Der Wald rund um das Schullandheim in Hagen-Mentrup lädt sie dazu ein, die Natur zu entdecken, zu erleben und natürlich auch zu versprachlichen. Denn die Fragen und Diskussionen kommen ganz von allein – etwa beim genauen Blick auf das Leben in der Laubstreu. Die Asseln, die dabei aus ihrer Deckung krabbelten, wanderten als Begriff gleich in die „Wortschatzkiste“ und waren am nächsten Morgen noch das Top-Thema im Sprachunterricht.

Interkulturelles Training für Betreuer

„Vor dem Wechsel in die weiterführende Schule steigen die sprachlichen Anforderungen deutlich an“, erklärt Kristina Urbanovic vom VPAK. Während sich Flüchtlingskinder, die oft erst seit kurzer Zeit in Deutschland sind, auf die gesprochene Sprache konzentrieren, fordert der Unterricht die in Deutschland geborenen Kinder aus Zuwandererfamilien daher auch mit Fachbegriffen und komplexeren schriftlichen Übungen heraus. Von den Referenten und Betreuern fordert das Engagement für das Sommercamp großes Einfühlungsvermögen. Der Landkreis bereitete sie deshalb mit einem interkulturellen Training auf die zwei Wochen vor.

Unterstützung durch Bohnenkamp-Stiftung

Ohne die Unterstützung der Friedel & Gisela Bohnenkamp-Stiftung wäre das Sprachsommercamp ohnehin nicht denkbar. Seit 2010 trägt die Stiftung mit jährlich 50000 Euro dafür Sorge, dass Kinder mit ganz unterschiedlichem Hintergrund einen besseren Start in die weiterführende Schule haben. Und die Arbeit der Kooperationspartner kann weitergehen: Das Stiftungskuratorium habe bereits Gelder für die nächsten drei Jahre in Aussicht gestellt, freute sich Gabriele Grosser, Projektleiterin der Stadt Osnabrück.


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