Nicht nur Pflichtprogramm Rocktrail rocken bei Stocks in Hagen a.T.W.

Die Kombination ist ein absoluter Klassiker: als Rocker alter Schule schwört Rocktrail-Gitarrist Manuel Geers auf Les Paul und Marshall. Foto: Markus StrothmannDie Kombination ist ein absoluter Klassiker: als Rocker alter Schule schwört Rocktrail-Gitarrist Manuel Geers auf Les Paul und Marshall. Foto: Markus Strothmann

Hagen. Während einen Steinwurf entfernt die Maiwoche tobte, spielten am Samstag fünf Herren in der Gaststätte Stock ein Coverprogramm mit ausgesuchten Rockperlen. Mit einer feinen Setlist sorgten Rocktrail auf dem Saal für Stimmung.

Rocktrail beschränkten sich nicht aufs Pflichtprogramm des Classic Rock, sondern griffen für ihr Set auch mal tiefer in die Kiste. Klar gab es Creedence Clearwarter Revival – aber nicht „Bad Moon Rising“ oder „Proud Mary“, sondern „Fortunate Son“. Thin Lizzy´s Version von „Whiskey in the Jar“ kam dran – aber auch der „Cowboy Song“. Als Sänger Andreas Kösters „On the Road again“ ankündigte, dachten wohl die meisten an Canned Heat, tatsächlich handelte es sich aber um „Davy´s on the Road again“ von Manfred Mann´s Earth Band – definitiv auch ein Song, den man gehört haben sollte. Und Material von Tom Petty wird zwar von Rock-Coverbands auf der ganzen Welt rauf und runter gespielt, aber wann hört man schon mal eine schöne Version von „Mary Jane´s Last Dance“? 

Den richtigen Ton getroffen

Leadgitarrist Manuel Geers spielte die Soli der Rockklassiker nicht nur virtuos, sondern sieht mit langen grauen Haaren und Bart und Tattoos auch selbst wie ein Rockklassiker aus. Egal ob ZZ Top, Thin Lizzy oder Clapton: Geers traf den richtigen Ton. Andreas Kösters hatte zwar bei „Fortunate Son“ offenbar seine eigene Vorstellung von der Phrasierung des Textes, ließ aber stimmlich nichts anbrennen. Interessant war die Rocktrail-Version von „Whiskey in the Jar“: Instrumental war sie nah an Thin Lizzy, beim Gesang ließ Andreas Kösters sich aber eher von Metallicas James Hetfield leiten und röhrte die Nummer entsprechend kräftig. Warum Rhythmusgitarrist und Keyboarder Uli Wöstmann ausgerechnet bei „Born to be wild“ die Tasten wegließ zugunsten der zweiten Gitarre, wird wohl sein Geheimnis bleiben: Der Song kam gut, aber die Orgelantwort im Refrain musste das Publikum sich leider denken.


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