Lachs, Spinat und Schokoschaum Hagener Paten und Flüchtlinge zusammen am Herd

Kochen verbindet: In der Lehrküche der Oberschule schwingen (von links) Ralf Lampert, Rainer Apke, Marita Kriege, Sanna Ahmad und Silann die Kochlöffel. Foto: Horst TroizaKochen verbindet: In der Lehrküche der Oberschule schwingen (von links) Ralf Lampert, Rainer Apke, Marita Kriege, Sanna Ahmad und Silann die Kochlöffel. Foto: Horst Troiza

Hagen. Beim letzten Mal waren Bulgur, Taboulé und Baklava zubereitet worden, jetzt wurden Lachs, Spinat und Kartoffeln aufgetischt: Auf Initiative der KAB von St. Martinus trafen sich vor Kurzem syrische Flüchtlinge und ihre Paten in der Schulküche der Oberschule zum gemeinsamen Kochen.

Marita Kriege schaut lächelnd zu Sanna herüber, die konzentriert Salz auf die rohen Lachsstücke rieseln lässt. „Kommt da noch etwas drauf“, fragt die 14-jährige Syrerin die Schulsozialarbeiterin. Ein wenig Pfeffer und ein Spritzer Zitrone fehlen noch – „So essen wir in Deutschland Lachs“, sagt Kriege.

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Hilfe vom Caterer

Ein paar Schritte weiter steht Ralf Lampert, ein bekannter Caterer im Ort. Auf die Frage, wie er zur Gruppe der Flüchtlinge und ihrer Paten kommt, sagt er schlicht „Ich wollte den Flüchtlingen hier bei der Eingewöhnung helfen – das geht gut mit einem gemeinsamen Kochkurs“. Dann wendet er sich aber schnell Silann zu, der drei Jahre älteren Schwester von Sanna. „Kurz blanchieren, dann in der Pfanne in Öl und Knoblauch wenden, so behält der Spinat seine dunkelgrüne Farbe“, erklärt der Profi dem Mädchen.

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Überall in der Schulküche wird geschnitten, geputzt, gebraten und gekocht. Es duftet herrlich, für hiesige Nasen sind das gewohnte Gerüche, denn Spinat, Lachs und Kartoffeln stehen heutzutage weit oben in der Gunst ernährungsbewusster Deutscher. Für den syrischen Gaumen sind sie dagegen ein wenig gewöhnungsbedürftig, wie der 14-jährige Ahmad zugibt. „Bei uns zu Hause gibt es mehr Gewürze. Aber das hier schmeckt mir auch sehr gut. Und es macht Spaß, zusammen zu kochen.“

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Zweites Kochen

Das ist auch der Hintergedanke des Treffens. „Man kommt sich näher beim Kochen. Und man guckt mal in die Töpfe der anderen und lernt etwas über deren Kultur“, sagt Rainer Apke, der Vorsitzende der KAB in Hagen. Im vergangenen Jahr hatte es schon einmal einen solchen Termin gegeben, damals hatte die syrische Küche auf der Speisekarte gestanden. Ganz lecker sei das gewesen, erinnern sich einige der Anwesenden.

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Nun dampft es aus allen Töpfen, der Tisch wird schon gedeckt. Der Höhepunkt des Treffens ist ganz klar das gemeinsame Essen. Sanna bekennt, Fisch viel lieber als Fleisch zu mögen, und freut sich darauf, den Lachs zu probieren, den sie selbst zubereitet hat. Und ein wenig schaut sie in Richtung der Süßspeise, die es zum Abschluss geben wird. Schokoladenschaum ist etwas, das ohne Vorbehalt auch dem syrischen Gaumen munden wird.

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