Gemeinde übergibt DRK-Rettungswache Bessere Ausstattung für Hagener Retter

Von Werner Barthel

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Hagen. Die DRK Rettungswache an der Natruper Straße in Hagen ist so stark ausgelastet, dass der Ruf nach einem zweiten Rettungswagen in der letzten Zeit immer lauter wurde. Während eines einjährigen An- und Umbaus hat die Gemeinde gleich zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen.

Der zweite Rettungswagen erhielt einen Stellplatz im Gebäude, und gleichzeitig wurden die Arbeitsbedingungen der Rettungssanitäter erheblich verbessert. Rund 100000 Euro hat sich die Gemeinde die Baumaßnahmen kosten lassen. Jetzt wurde das neu gestaltete Gebäude seiner Bestimmung offiziell übergeben. Vertreter von Rat und Verwaltung, des Rettungsdienstes des DRK im Landkreis Osnabrück sowie Altbürgermeister Hubert Große Kracht nahmen an der Feier teil.

Wünsche des DRK erfüllt

Wo zunächst nur ein Rettungswagen im Tagdienst unterwegs war, sind es nun also zwei, von denen einer fortan rund um die Uhr einsatzbereit ist. Der zweite ist an allen Tagen von sieben bis 23 Uhr verfügbar. „Wir sind allen Wünschen des DRK nachgekommen und haben mit dem An- und Umbau zugleich Arbeitsbedingungen geschaffen, die auch den Vorgaben der Arbeitsstättenverordnung entsprechen“, sagte Hagens Bürgermeister Peter Gausmann bei der Begrüßung.

Wechselvolle Geschichte

Gausmann erinnerte in diesem Zusammenhang an die wechselvolle Geschichte der DRK Rettungswache in Hagen : Nebst großer Werkstatt befand sie sich zunächst an der Iburger Straße. Im Rahmen der Ortskernsanierung in den 90er Jahren wurde der Standort aufgegeben, weil die Unterbringung der Rettungssanitäter nicht mehr zeitgemäß war. Bereits 1986 erfolgte der Neubau nebst zwei Einliegerwohnungen an der Natruper Straße. Auch die Polizeistation war jahrelang in dem Gebäude untergebracht.

Zweckmäßig und Funktionstüchtig

Helmut Zimmermann, Erster Vorstandsvorsitzender des DRK Rettungsdienstes im Landkreis Osnabrück, würdigte die Bemühungen der Gemeinde: „Es ist ein besonderer Moment, hier in der erweiterten Rettungswache Hagen zu stehen. Ich danke allen Beteiligten für die zielorientierte Planung einer zweckmäßigen und funktionstüchtigen Rettungswache.“

Platz für Fortbildungen

Sie böte nicht nur den dringend benötigten Raum für das zweite Fahrzeug, sondern biete unter anderem neben bis zu vier Ruheräumen auch Platz für die notwendige und gesetzlich vorgeschriebene Fortbildung der Mitarbeiter. „Diese kann jetzt in einem noch besseren Umfeld erfolgen.“ Ein ausdrückliches Lob galt Rat und Verwaltung für schnelles und unbürokratisches Handeln. Herzliche Grußworte richtete Zimmermann auch an Altbürgermeister Hubert Große Kracht, dem Mann der „ersten Stunde“.

Deutliche Verbesserung

Die Führung durch die hellen, freundlichen Räume macht anschließend deutlich, warum sich die Hagener Rettungssanitäter hier wohlfühlen. Schon der Desinfektionsraum lässt keinen Vergleich mehr mit seinem Vorgänger zu. „Früher haben wir hier selbst noch die Desinfektion per Hand gemischt“, erklären Manfred Koch und Stefan Kirsch, die beiden verantwortlichen Wachleiter, „heute beherrscht ein Desinfektions-Dosiergerät den Raum, das auf Knopfdruck das benötigte Gemisch produziert.“ Die gegenüberliegende Wand nimmt ein Schrank ein, in dem alle Bedarfsmittel wie Thorax-Drainage oder Beatmungsschläuche gelagert sind.

Räume für Sanitäter

Das enge Büro von einst ist zum Medizin- und Produktionslager umfunktioniert worden. Aus dem früheren Standort des Rettungswagens ist ein großzügiger Aufenthalts- und Schulungsraum entstanden. Sein behelfsmäßiger Vorgänger wurde zu einer wohnlich eingerichteten Küche umfunktioniert. Im Obergeschoss befinden sich die Ruheräume der Rettungssanitäter und Sanitäterinnen, die gemeinsam mit der DRK Rettungswache am Franziskus Hospital immerhin 39 Personen umfassen.

Breites Einsatzspektrum

Im gesamten Kreisgebiet hält der Landkreis über die beauftragten Hilfsorganisationen 36 Fahrzeuge vor. „Allein im vergangenen Jahr war die Rettungswache Hagen mit acht Prozent der Rettungswageneinsätze und Krankentransporte überproportional stark vertreten“, betonte Helmut Zimmermann. Was nicht weiter verwunderlich ist, bedenkt man die ganze Bandbreite von Einsätzen, die von Hagen aus gefahren werden. Dazu gehören unter anderem Verbrennungen, Vergiftungen, Verkehrsunfälle, Herzinfarkte oder Schlaganfälle genauso wie Versorgung von Kindernotfällen bis hin zur spontanen Geburt.


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