Unterstützung von allen Seiten Abgesoffenes Hagener Zeltlager war gegen Hochwasser nicht versichert

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Hagen. Das Hagener Jungenzeltlager im Emsland ging diesen Sommer in einem schweren Unwetter unter. Schaden: Rund 29000 Euro. Versicherung: Fehlanzeige. Sven Bensmann von der Lagerleitung berichtet, wie man die fünfstellige Problematik in den Griff bekam.

180 Liter Wasser pro Quadratmeter kamen in der betreffenden Nacht runter; die Radde trat über die Ufer und verwandelte den Zeltplatz vorübergehend in ein Gewässer . Nachdem das Gröbste überstanden war, machten die Gruppenleiter erstmal Bestandsaufnahme. „Da dachten wir noch, das wird ein Versicherungsfall“, sagt Sven Bensmann, „wird haben jeden Schaden dokumentiert und alles fotografiert.“

Während die Hälfte der Gruppenleiter zurück nach Hagen fuhr, um das alternative Zeltlager am Schultenholz auf die Beine zu stellen, blieb der Rest im Emsland, um aufzuräumen. „Kurz danach bekamen wir dann die Nachricht, dass gar nichts versichert ist. Es hätte alles abbrennen können; auch wenn es ein Erdbeben gegeben hätte oder alles geklaut worden wäre, hätten wir alles wiedergekriegt. Nur bei Hochwasser nicht“, so Sven Bensmann.

Zelte, Möbel, Geräte

Der Großteil der Summe, rund 21000 Euro, entfällt auf den Kauf neuer Zelte, sowie die Reinigung, Reparatur und Imprägnierung derjenigen, die noch zu retten waren. Dazu kommen kaputte Elektrogeräte, Küchenschränke, haufenweise durchweichte Gesangbücher, Gesellschaftsspiele und mehr.

„Wir wollten nicht gleich öffentlich machen, dass die Versicherung nicht zahlt, um in Ruhe arbeiten zu können“, sagt Sven Bensmann, „darum haben wir auch keinen öffentlichen Spendenaufruf gestartet.“ Das hätte wohl bürokratischen Mehraufwand dritten Grades ausgelöst, der kaum noch zu bewältigen gewesen wäre. Stattdessen sprach die Lagerleitung mit den richtigen Leuten.

„Mehr Hilfe, als wir annehmen konnten“

Nach einigen Gesprächsterminen stand fest: Die Gemeinde Hagen und das Bistum Osnabrück übernehmen jeweils rund ein Drittel des Schadens. Weitere wichtige Spender sind die Katholische Arbeiterbewegung (KAB) Hagen , die örtliche Kolpingsfamilie und deren Theatergruppe, dazu kommen mehrere Privatpersonen.

„Der Zusammenhalt und die Unterstützung hier in Hagen ist einfach überwältigend“, sagt Sven Bensmann, „Vereine und Verbände kamen auf uns zu und haben gefragt: Was braucht ihr?“ Dasselbe galt im Übrigen auch für das Räumen des Zeltplatzes im Emsland und die Durchführung des alternativen Lagers in Hagen : „Es gab mehr Hilfsangebote, als wir annehmen konnten.“

Große Jugendmesse im November

Um die Ereignisse noch einmal Revue passieren zu lassen, findet am 12.11. eine große Jugendmesse in der Martinuskirche statt. „Wir wollen noch einmal drüber sprechen, allen Helfern danke sagen, und - ganz wichtig - die Sache endlich abschließen. Denn jetzt freuen wir uns einfach nur drauf, nächstes Jahr wieder richtig geil ins Zeltlager zu fahren“, sagt Sven Bensmann. Zur Messe eingeladen ist ausdrücklich ganz Hagen.

Einige erklärende Worte zum Gottesdienst zum Schluss: „Wir wollen gar nicht den Eindruck erwecken, dass wir alle jeden Sonntag in die Kirche gehen. Das ist nicht so. Aber mit Dingen wie dem Zeltlager bietet die Kirche hier die Möglichkeit, christliche Werte wie Gemeinschaft wirklich zu erleben, statt nur drüber zu reden. Das ist das, was Kirche für uns ausmacht.“


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