Neues Angebot Hagener Trauercafé findet Sonntag erstmals statt

Von Danica Pieper

Die Mitglieder der Gruppe präsentieren ihren frisch gedruckten Flyer (von links): Ingrid Wolters, Anke Blömer, Schwester M. Peregrina und Susanne Ritschel. Es fehlen Martina Plogmann und Gritt Kriesen-Igelbrink. Foto: LoheiderDie Mitglieder der Gruppe präsentieren ihren frisch gedruckten Flyer (von links): Ingrid Wolters, Anke Blömer, Schwester M. Peregrina und Susanne Ritschel. Es fehlen Martina Plogmann und Gritt Kriesen-Igelbrink. Foto: Loheider

Hagen. Der Trauer einen Raum geben: Am Sonntag findet im Gustav-Görsmann-Haus in Gellenbeck erstmals ein Trauercafé statt. Organisiert wird das Café vom Hagener Hospizverein und den drei Kirchengemeinden.

Im Herbst vergangenen Jahres hatte sich auf Initiative von Klaus Schlautmann-Haunhorst, Diakon in St. Martinus und Vorsitzender des Hagener Hospizvereins, eine Trauerpastoral gegründet. Sechs Frauen von den katholischen Kirchenkirchengemeinde St. Martinus und Mariä Himmelfahrt, von der evangelischen Melanchtongemeinde und vom Hospizverein entwickeln dabei gemeinsam Angebote für Trauernde. Eine erste Aktion der Gruppe war ein Stehcafé im Frühjahr auf den drei Hagener Friedhöfen. „Das war eine ganz spannende Geschichte, da sind ganz tolle Gespräche gelaufen“, berichtet Anke Blömer vom Pfarrgemeinderat der St. Martinus-Gemeinde. Die positive Rückmeldung habe sie dazu ermutigt, ein Trauercafé anzubieten.

Jeder ist willkommen

Das erste Trauercafé findet am Sonntag von 15 bis 17 Uhr im Gustav-Görsmann-Haus in der Gellenbecker Kirchstraße statt. Insgesamt vier Termine sind bis März geplant. „Die Idee, dass das in den Herbst geht, kam von einer Dame, die bei uns in der Gruppe ist, und die gesagt hat: ‚Im Winter ist es immer schwieriger und an den Sonntagen‘“, so Blömer. Das Café findet abwechselnd in den drei Kirchengemeinden statt. Die Organisatoren betonen jedoch, dass jeder willkommen ist, egal welchen Glaubens, ob Mann oder Frau, alt oder jung – und unabhängig davon, wie lange der Verlust zurückliegt. Blömer erinnert sich an eine Frau, die seit acht Jahren um ihren Mann trauert und von ihrer Umgebung zu hören bekommt, dass es doch irgendwann gut sein müsse. „Auch solchen Leuten möchten wir Raum geben, dass man sprechen kann, ohne dass man dumm angesehen wird“, erklärt Blömer.

Austausch im Mittelpunkt

Eine Anmeldung für das Trauercafé ist nicht notwendig. Für das erste Treffen haben die Organisatorinnen einen kleinen Text zum Einstieg vorbereitet, im Mittelpunkt soll jedoch der Austausch stehen. In gemütlicher Atmosphäre bei Kaffee und selbst gebackenem Kuchen haben die Besucher die Möglichkeit, über ihren Verlust zu sprechen und sich mit Menschen in ähnlicher Situation auszutauschen. „Wir werden uns dazu setzen und zuhören. Das Wichtigste ist, dass man wirklich ins Gespräch kommt“, erklärt Blömer. Verschwiegenheit ist selbstverständlich: „Alles, was dort besprochen wird, bleibt auch dort“, so die Ehrenamtliche.

Fortsetzung geplant

Drei Folgetermine stehen schon fest: Am 6. November ist das Trauercafé in der St. Martinusgemeinde, am 15. Januar in der Melanchtongemeinde und am 5. März wieder in der Gellenbecker Himmelfahrtsgemeinde. Sollte das Café gut angenommen werden, können sich die Organisatorinnen gut vorstellen, es weiterzuführen – eventuell auch häufiger und im Sommer. Flyer zum Trauercafé liegen in den Hagener Kirchen aus.