Ehemalige Kirche wird zum Raum für Kunst Vernissage der Ausstellung „Bild & Ton“ in Hagen



Hagen. Zur Eröffnung der Ausstellung „Bild & Ton“ von Monika Leonhard und Beatrice Gunschera kamen knapp 100 Kunstfreunde in die Ehemalige Kirche in Hagen. Dort stellten die beiden Künstlerinnen Bilder in Acryl-Mischtechnik sowie Gefäße und Skulpturen aus Keramik aus, die obwohl sie unabhängig von einander geschaffen wurden, perfekt miteinander harmonieren.

„Es sei stets spannend, wenn Kunstwerke den Raum ihres Entstehens verlassen“, erklärte die stellvertretende Bürgermeisterin Mechthild Lauxtermann bei der Vernissage der Ausstellung „Bild & Ton“ mit Werken von Monika Leonhard und Beatrice Gunschera, bevor sie darauf hinwies: „Im historischen Gebäude der ehemaligen Kirche können sich die Bilder und Figuren besonders entfalten.“ Tatsächlich hatten die beiden Künstlerinnen selbst, zuvor den Ausstellungsraum als etwas Besonderes bezeichnet, und auch Henning Zeidler, der die Einführung in die Ausstellung übernahm, wies auf ein „gelungenes Zusammenspiel der Werke und der Räumlichkeit“ hin, und er fügte hinzu: „Viele Farbklänge in diesem Raum finden sich auch in den Bildern und Skulpturen wieder.“

Eine besondere künstlerische Verbundenheit

Die beiden ausstellenden Künstlerinnen und Freundinnen arbeiten zwar jede für sich, stellen jedoch oft gemeinsam aus. Und obwohl ihre Werke getrennt von einander entstehen, zeichnen sie sich durch eine „wunderbare Kombination des Malerischen und der Skulpturen aus“, lobte Zeidler.

Dann wies er beim kleinen Rundgang darauf hin: „Diese Bilder hier weisen Strukturen auf, man findet das Krakelee (feine Haarrisse in der Glasur von Keramiken, Anm. d. Redaktion) der Keramiken darunter wieder.“ In anderen Bildern von Leonhard konnten die Besucher das Muster eines Stachelschwein-Stachels wieder entdecken, der eine von Gunscheras Gefäßen zierte. „Und diese wunderbare Übereinstimmung ist im Vorfeld nicht abgestimmt“, betonte Zeidler, der zudem auf die verschiedenen Farbwelten der Werke hinwies. Diese reichten von „stillen Bildern“ in gedämpften Farben über erdige Töne bis hin zur „ausdrucksstarken Farbigkeit“, erklärte Zeidler.

Auf den Zufall kommt es an

Die Keramiken von Gunschera zeichnen sich durch den Wunsch aus, sich auf das Wesentliche zu reduzieren. Sie setzt auf schlichte Formen und natürlich Farben. Allerdings experimentiert die Künstlerin leidenschaftlich mit archaischen Brandtechniken wie Raku, Pitfire oder Tonnenbränden, bei denen sie viel dem Zufall überlässt.

Beim Niedrigbrandverfahren Raku beispielsweise werden die Keramiken bei 1000 Grad aus dem Ofen genommen und in einer mit Sägemehl gefüllte Tonne gewälzt. „Das wirkt sich stark auf die Glasurfarben aus und die Oberfläche reißt durch den starken Temperaturschock beim Abkühlen ein“, erklärte Zeidler mit Blick auf die für das Verfahren typischen zufälligen Effekte. „Genauso ist es bei Monika, auch bei ihr spielt der Zufallseffekt eine große Rolle“, betonte Zeidler. Denn Leonhard verwende zahlreiche Farbaufträge und verschiedene Materialien, die nicht im einzelnen vorhersehbare Veränderungen mit sich brächten.

Die Künstlerinnen im Gespräch

Im Gespräch erklärte Gunschera: „Sowas wie hier in der Kirche haben wir noch nie gemacht.“ Zudem seien einige ihrer Exponate extra für diese Ausstellung entstanden. Die Hagenerin Leonhard bestätigte noch einmal Zeidler: „Jeder macht seins und dann wird vor Ort geschaut.“

An die Ehemalige Kirche als Ausstellungsort habe sie zudem ursprünglich gar nicht gedacht. Sie hatte sich ursprünglich mit Arbeitsproben an Hagens ersten Gemeinderat Markus Hestermeyer gewandt und gefragt, ob eine Ausstellung im Rathaus möglich sei. Seine Reaktion: „Das kommt schön in die Kirche!“ Mit dem Trägerverein für die Ehemalige Kirche in Hagen wurde die Ausstellung dann zusammen organisiert.

Das Urteil der Besucher

„Ich habe die Künstlerinnen vorher nicht gekannt und bin sehr angetan“, berichtete Katharina Luthermann, die dem Trägerverein der Kirche angehört. Und sie fügte hinzu: „Die Kombinationen, die die beiden geschaffen haben, passen hier ganz bezaubernd rein.“ Michael Matthies wiederum war beim Betreten der ehemaligen Kirche aufgefallen, „wie wunderbar die Keramiken und die Bilder aufeinander abgestimmt sind“. „Das ist das Besondere an der Ausstellung, denn das findet man selten“, erklärte Matthies. Beide Künstlerinnen hätten ihre Eigenständigkeit und dennoch sei ihm ihre Verbundenheit der Werke sofort ins Auge gefallen. Und Ingeborg Scheunemann gestand: „Ich bin eine totale Anhängerin der beiden, kenne sie schon lange, und bin immer dabei, wenn es geht“, so die Mindenerin, bevor sie hinzufügte: „Die Harmonie der beiden Kunstarten ist einfach fantastisch.“


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