Legopferd wird versteigert Bei Horses & Dreams kommen 200.000 Legosteine unter den Hammer



Hagen. Normalerweise werden Pferde bei Horses & Dreams geritten. Für ein ganz besonderes Exemplar aus rund 200.000 Legosteinen gilt das jedoch nicht: Dieses wird am kommenden Wochenende auf dem Hagener Hof Kasselmann zugunsten der Initiative „Reiten gegen den Hunger“ versteigert.

Das Legopferd wurde in den vergangenen Wochen im brandenburgischen Niemegk zusammengebaut. Dort betreibt der einzige zertifizierte Lego-Modellbauer Deutschlands, Rene Hoffmeister, seine Firma „Design in Stein“. Rund 250 Stunden hat er gemeinsam mit seiner Kollegin Marion Weintraut an dem speziellen Ross gewerkelt, das einem Lego-Spielzeugpferd nachempfunden ist. „Die größte Herausforderung war es, den Kopf des Pferdes so stabil zu bauen, dass er trotz seines Gewichts nicht abbricht“, sagt Hoffmeister.

Für den guten Zweck

Doch wozu der ganze Aufwand? Jedes Jahr kommt bei Horses & Dreams ein lebensgroßes Pferd unter den Hammer. Das eingenommene Geld wird stets gespendet – bis 2012 etwa an Unicef oder die Deutsche Krebshilfe.

Seitdem fließt der Erlös an die Initiative „Reiten gegen den Hunger“, die in der Welt des Pferdesports Geld für die Welthungerhilfe sammelt. Gegründet wurde die Initiative vor vier Jahren von der Verlegerin Gudrun Bauer und Ullrich Kasselmann, dem Veranstalter von Horses & Dreams. „Wir wollen dem Reitsport ein soziales Gesicht geben und Menschen helfen, die in Not sind“, begründet Kasselmann das Engagement. Bis heute wurden im Rahmen von „Reiten gegen den Hunger“ mehr als 1,5 Millionen Euro für den guten Zweck gesammelt.

Flüchtlingshilfe

Derzeit würden Projekte an der türkisch-syrischen Grenze gefördert, um die dortige Infrastruktur zu verbessern und die vielen Flüchtlinge mit Wasser zu versorgen. „Die Lebensbedingungen sind dort schlecht. Wir versuchen, sie zumindest etwas erträglicher zu machen“, sagt Kasselmann.

In die Region soll auch ein Teil des Geldes fließen, das die Versteigerung des Legopferdes einbringt. Welche Summe sich Kasselmann wünscht, möchte er nicht verraten. Allerdings betont er die Besonderheit des Exponats, das im Dänemark-Design daherkommt: „Das Pferd ist weltweit einmalig, ein echtes Unikat.“

Anschaffungskosten liegen bei 25.000 Euro

Die Anschaffungskosten lagen bei stolzen 25.000 Euro. Die Summe wurde von den Veranstaltern und dem Lego-Konzern getragen, mit dessen Besitzer Kjeld Kirk Kristiansen Familie Kasselmann einen engen Kontakt pflegt.

Die Besucher können das Legopferd während Horses & Dreams besichtigen – auch damit sich vielleicht noch der ein oder andere Interessent findet, der fleißig mitbieten und den Preis in die Höhe treiben wird. Wer nun meint, bereits das erste Weihnachtsgeschenk für seine Lieben gefunden zu haben, sollte jedoch vorher noch einmal auf seinen Kontostand schauen. Zur Erinnerung: Ein im vergangenen Jahr von Udo Lindenberg gestaltetes Pferd ging bei der ersten Versteigerung für 100.000 Euro über den Tisch, ehe es der neue Besitzer wieder zur Verfügung stellte. Bei der zweiten Auktion kamen noch einmal 80.000 Euro zusammen, sodass insgesamt 180.000 Euro erlöst wurden – die bisherige Rekordsumme.

Konzert der Bundeswehr

Auch das Benefizkonzert der Big Band der Bundeswehr am Samstagabend (19.30 Uhr) steht im Zeichen von „Reiten gegen den Hunger“. Das 26-köpfige Orchester aus Profi-Musikern wartet mit Titeln aus Swing, Rock, Pop, aktuellen Hits und Evergreens auf. Der Erlös aus dem Ticketverkauf kommt der Initiative zugute.

Karten für das Konzert sind unter anderem in den Geschäftsstellen der Neuen Osnabrücker Zeitung erhältlich. Sie kosten23,80 Euro (21,42 Euro ermäßigt).


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