Experimente, Spiele und Schulalltag Tag der offenen Tür in der Oberschule Hagen

Von Werner Barthel

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Hagen. Mit Workshops, Infobörse, Kleinkindbetreuung und Stehcafe beging die Oberschule Hagen ihren diesjährigen Tag der offenen Tür, den rund 100 Viertklässler aus Hagens Grundschulen und ihre Eltern nutzten, um die Oberschule kennen zu lernen.

In Gruppen führten Lehrkräfte und ältere Schüler ihre kleinen und großen Gäste durch Fachräume und machten sie mit den Gegebenheiten vor Ort vertraut. Ein Willkommensgruß, der von Herzen kam und die Herzen erreichte: Gleich zu Beginn des Tages der offenen Tür empfingen Sängerinnen und Schulorchester unter Leitung der Fachlehrer Lina Plois und Stefan Holtgrave mit einigen Kostproben ihres Könnens kleine und große Gäste. Anschließend machte Schulleiter Simon Borgers alle mit dem Verlauf der „Tour“ durch die Schule vertraut.

An allen strategisch wichtigen Stellen waren ältere Schüler und Lehrer postiert. Sie wiesen Eltern- und Schülergruppen den Weg, führten gelegentlich Kinder, die sich verlaufen hatten, mit ihren Eltern zusammen und sorgten vor allem dafür, dass keine Staus vor den Fachräumen entstanden. Schließlich galt es, nicht weniger als acht Workshops zu besuchen. Hilfreich war hier eine Maßnahme, die gleich zu Anfang bereitwillig von Eltern und Kindern befolgt wurde: Kinder wie Eltern fanden sich in Achtergruppen zusammen, denen jeweils eine Lehrkraft zur Seite gestellt wurde.

Im Sprachlabor zum Beispiel wurden sie dann von einer Schülerschar erwartet, die ihnen Einblick in den Englischunterricht gaben und gleichzeitig Gelegenheit eröffneten, ihre eigenen Kenntnisse der englischen Sprache „an den Mann zu bringen“. Es war Markttag, und die Viertklässler sollten Verschiedenes einkaufen. Unter Regie von Fachlehrer Martin Riechardt war jedem Kind eine Einkaufsliste nebst Spielgeld in die Hand gedrückt worden.

Wie beim echten Markt schrien die „Händler“ durcheinander, priesen ihre Pflaumen oder Kartoffeln und bemühten sich, Unschlüssige möglichst an ihren Tisch zu locken –alles auf Englisch. Es war wie im Unterricht alles andere als perfekt, so dass es viel zu lachen gab und schließlich auch die „Kundschaft“ Spaß daran fand, ihre Wünsche auf Englisch zu äußern. Wer seine Einkaufsliste erfolgreich abgearbeitet hatte, erhielt am letzten Stand nach eingehender Kontrolle des Einkaufskorbes ein süße Belohnung.

Hoch her ging es auch im nagelneuen Chemieraum zu. Nur dass hier im Unterschied zum Sprachlabor zwischendurch atemlose Stille herrschte. Kinder und Eltern wurden unter anderem Augenzeugen von einem Experiment, das den Absturz der „Hindenburg“ verständlich machte. Während Fachlehrer Rolf Schwake keinen Augenblick Gläser, Flüssigkeiten und Schutzmaßnahmen aus dem Blick verlor, führten seine Schüler das verblüffend einfach, aber sehr eindrucksvolle Experiment vor:

„Genau wie die Hindenburg vor 80 Jahren“, führte ein Schüler aus, „beginnt auch ein Luftballon zu schweben, wenn man ihn mit Wasserstoff füllt.“ Sprach’s und ließ besagten Ballon fliegen. „Jetzt bedarf es nur eines Funken“, so der Schüler eines 10. Schuljahrs, „und es kommt zu einer Explosion.“ Alle Zuschauer wichen zurück, als ein brennendes Streichholz an den Luftballon gehalten wurde. Die Vorsichtsmaßnahme war wichtig, wie sich alle im nächsten Augenblick überzeugen konnten: Mit lautem Knall löste sich der Ballon auf und hinterließ einen mächtigen Feuerball. Wem nach so viel Aufregung erst einmal nach ein bisschen Erholung zumute war, ging in die Mensa, um eine Erfrischung zu sich zu nehmen oder ließ sich über Fächerangebote oder Mittagsbetreuung informieren.

Weitaus ruhiger und beschaulicher ging es an diesem Nachmittag in der Schulküche von Fachlehrerin Annegret Tieben-Knue zu. Hier hatten Schüler der siebten und achten Klassen im Wahlpflichtkurs Hauswirtschaft schon am Vormittag die leckeren Muffins gebacken, die die künftigen Mitschüler jetzt verzieren und natürlich probieren durften. Gleichzeitig erhielten die Kleinen auch einen Einblick, welch strenge Regeln hier herrschen: Kein Schüler des Wahlpflichtkurses verließ seinen Platz, ohne nicht alle Backutensilien ordentlich aufgeräumt und die Tischplatte mit einem feuchten Tuch gewischt zu haben.

„Genau das ist unser Hauptanliegen an so einem Tag wie heute“, erläuterte Schulleiter Simon Borgers, „wir wollen unsere Gäste ein bisschen unterhalten, aber ihnen auch gleichzeitig ein Stück normalen Unterricht zeigen.“ Im Übrigen hatten er und sein Kollegium allen Grund, zufrieden zu sein. Borgers: „Wiederholt haben mir Eltern bestätigt, dass unsere heutige straffe Organisation, die manchem anfangs vielleicht etwas übertrieben erschien, dafür gesorgt hat, dass Eltern und ihre Kinder nicht nur alle Workshops besuchten, sondern vor allem unsere Schule und ihrer Einrichtungen kennen lernen konnten.“


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