Kirschkönigin Anemone Gentsch Nach der Masterarbeit einen Hagener Kirschlikör

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Hagen. Kirschkönigin Anemone Gentsch ist seit acht Monaten im Amt. Im Gespräch hat uns die 27-Jährige erzählt, warum sie Kirschkönigin werden wollte und welche Delikatesse aus der Heimat sie am liebsten isst – so viel sei verraten: Die roten Kirschen sind es nicht.

Anemone Gentsch sitzt am Esstisch ihrer Wohnung in Hagen. Für den Besuch musste sich die 27-jährige Studentin Zeit frei schaufeln. Zwar stehen im Moment keine Veranstaltungen an, bei denen sie die Kirschgemeinde repräsentieren wird. Aber Anemone Gentsch schreibt gerade an ihrer Masterarbeit; ein Glossar über deutsche Kollokationen für Konferenzdolmetscher.

Die Entscheidung, sich für das Amt der Kirschkönigin zu bewerben, fiel erst im vergangenen Jahr. Nach dem Tode ihres Vaters zog Anemone Gentsch von ihrem Studienort Leipzig zurück nach Hagen, um ihre Mutter zu unterstützen. „Die Masterarbeit kann ich auch von Hagen aus schreiben. Dafür muss ich nicht in Leipzig sein.“

„Mal etwas anderes sehen“

Aber ob Hagen oder Leipzig – die Masterarbeit bedeutet für die Sprachstudentin viel Schreibtischarbeit. „Ich wollte aber nicht nur am Schreibtisch sitzen, sondern auch mal etwas anderes sehen“, sagt Gentsch. Wieso also nicht als Kirschkönigin bewerben? „Ich bin hier in Hagen aufgewachsen und der Gemeinde sehr verbunden.“ Also schickte sie eine Bewerbung an die Stadtverwaltung. Und tatsächlich: Anemone Gentsch sollte die Thronfolgerin von Claudia Bittner werden.

Nach einem kurzen Briefing von Jenny Menkhaus von der Hagener Wirtschaftsförderung rund um das Thema „Kirschkönigin“ und dem Besuch des Kirschlehrpfades konnte der Amtszeit nichts mehr im Wege stehen. Die wichtigsten Eigenschaften der Kirschkönigin brachte Anemone Gentsch bereits mit: „Die Kirschkönigin muss sprachbegabt sein und darf keine Scheu haben, auf einer großen Bühne vor vielen Menschen zu stehen,“ erklärt sie. Man dürfe nicht schüchtern sein, immerhin sei man bei offiziellen Auftritten als Kirschkönigin von zahlreichen Kindern und Eltern umgeben.

Horses and Dreams

Auch Auftritte vor internationalen Gästen wie beim Reitsportfestival „Horses und Dreams“ auf dem Hof Kasselmann gehöre zu den Pflichten der Kirschkönigin. Man müsse ein Kostüm-Typ sein, der gerne in diese Rolle schlüpft, beschreibt es die 27-Jährige.

Und, natürlich, man muss eine gewisse Kirschaffinität mitbringen. Auch das ist bei Anemone Gentsch der Fall: „Kirschen sind tolles Obst; ich bin gerne Kirschkönigin – Kohlregentin oder Kornkönigin klingt nicht so schön,“ gibt sie zu. Eine Kirschkönigin, das sei schon was Besonderes: „Weinköniginnen gibt es zahlreiche, Kirschköniginnen nicht.“

Nicht alle Termine wahrnehmen

Nach der Proklamation begann ihre zweijährige Amtszeit, zahlreiche Termine mussten wahrgenommen werden. „Meine Vorgängerin hatte viel Kontakt zu Königinnen anderer Gemeinden, da bekam ich auf einmal an die 15 Einladungen,“ erzählt Gentsch. Doch die 27-Jährige muss Studium und Regentschaft unter einen Kirsch-Hut bringen. Und das gelinge ihr sehr gut: „Ich habe vier, fünf interessante Termine ausgewählt, die ich wahrnehmen werde.“

(Weiterlesen: So war das Hagener Kirschfest 2015)

Die Teilnahme an der Landwirtschaftsmesse „Grüne Woche“ in Berlin hat sie dieses Jahr daher lieber verschoben. „Im kommenden Jahr werde ich die Gemeinde und ihre Kirschprodukte in Berlin repräsentieren.“ Besonders am Herzen liegt Gentsch dabei der helle Kirschfruchtaufstrich, „der ist köstlich und mit seiner gelben Farbe eher ungewöhnlich für eine Kirschmarmelade,“ schwärmt sie.

Auftrag für nachkommende Generationen

Man erfahre im Austausch mit anderen Königinnen viel über die verschiedenen Regionen, so Gentsch. „Ich finde es gut, wenn man Lokales fördert. Die Gemeinde Hagen setzt sich dafür ein, ursprüngliche Kirschsorten für die nächsten Generationen zu erhalten.“ Menschen für die Natur zu sensibilisieren sei in der heutigen Zeit sehr wichtig, denn „sein Handy kann man nicht essen.“

Ein Gläschen Likör zum Abschluss

Anemone Gentsch drängt es zurück an den Schreibtisch. In drei Wochen ist der Abgabetermin für ihre Masterarbeit. Was danach kommt? Ganz klar: Bewerbungen schreiben. Um Beruf und Königinnenamt ausüben zu können, möchte die 27-Jährige am liebsten in der Region bleiben. „Aber Jobs wachsen leider nicht wie die Kirschen an den Bäumen,“ lacht sie. Eines steht auf jeden Fall schon fest: „Wenn ich mit der Masterarbeit fertig bin, gönne ich mir ein Gläschen Hagener Kirschlikör.“

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