Roman von Günther Fischer Hagener Autor veröffentlicht Stasi-Krimi

Von Harald Preuin

Günther Fischer hat mit „Capitán Vadell und die Stasi“ den ersten aus einer noch folgenden Reihe von Kriminalromanen vorgelegt. Foto: Harald PreuinGünther Fischer hat mit „Capitán Vadell und die Stasi“ den ersten aus einer noch folgenden Reihe von Kriminalromanen vorgelegt. Foto: Harald Preuin

Hagen. Stasi-Knast Berlin-Hohenschönhausen, Porto Christo auf Mallorca und Hagen am Teutoburger Wald. Wie hängt das zusammen? Hagen reiht sich eher zufällig ein mit Günther Fischer, der den Krimi „Capitán Vadell und die Stasi“ schrieb, der eine Verbindung zwischen den Punkten strickt. Es ist die Geschichte der Stasi nach der Wende 1989, denn „die Stasi ist noch überall“, sagt der Buchautor.

Durch seine journalistische Brille hat der Hagener Fakten zum Roman zusammengetragen. In Berlin-Hohenschönhausen lernt er Roland Arndt kennen, der als Stasi-Sträfling nicht nur Folter, Erniedrigung und Haft, sondern auch Experimente mit Psychopharmaka erleiden musste. Arndt erklärt heute Besuchern in Hohenschönhausen, wie es in der Stasifolterkammer zuging. Dass nun Mallorca ins (Roman-)Spiel kam, ist auf Fischers intime Kenntnisse der Insel zurückzuführen. Das erste Mal war er 1962 dort und danach immer wieder.

Hörfunk- und Fernsehjournalist

Es ist eine faszinierende Story, die der Hörfunk- und Fernsehjournalist vor seinen Lesern ausbreitet. Die Spannung erreicht an manchen Stellen den Punkt, der einem den Atem stocken lässt. Besonders, wenn das menschenverachtende Vorgehen der Stasi gegen die eigene Bevölkerung in der DDR vor Augen geführt wird. Es ist nicht allein die körperliche Gewalt, die die bösartige Krake Stasi anwendet, sondern die intrigante und infame Art und Weise, wie sie mit ihren Tentakeln Familien zerreißt.

Story spielt auf Mallorca

Vieles spielt auf Mallorca, wo Capitán Pedro Vadell ins Spiel kommt, der Chefermittler der Guardia Civil in Palma. Er leitet die Mordkommission auf der Urlauberinsel, auf der eine Stasi-Kolonie aus Hohenschönhausen als Gutmenschen getarnt lebt und arbeitet.

Dass sie letztlich auffliegt, ist dem eher zufälligen Kontakt zwischen dem ehemaligen Häftling und seinen Peinigern zu verdanken. Doch damit beginnt die eigentliche Geschichte in Fischers Roman, dessen aufregendes Ende hier nicht verraten werden soll.

Erster Roman einer geplanten Reihe

Die Idee zu seinem ersten Capitán Vadell-Roman, dem weitere folgen sollen, trug Fischer einige Jahre mit sich herum. Doch dann verdichtete sich die Frage, was eigentlich aus den Stasischranzen geworden ist. „Alle Dokumentationen zum Thema enden mit der Wende“, sagt Fischer. Da müsse noch so einiges aufgearbeitet werden, dazu sei die Gesellschaft gegenüber DDR-Bürgern verpflichtet, besonders jenen, die unter der Stasi-Knute gelitten haben.

Mehr als 30000 Deutsche haben auf Mallorca ihren festen Wohnsitz. Darunter findet sich leider auch eine ständig wechselnde Gruppe von Klein- und Großkriminellen, die dort Sicherheit und Unterschlupf vor der deutschen Justiz sucht, weiß Günther Fischer von Juan Canedo, dem Chefermittler der Mordkommission in Palma und Alter Ego von Roman-Ermittler Capitán Vadell.

Der Roman „Capitán Vadell und die Stasi“ ist direkt online unter www.buchbestellung-fischer.de und im Buchhandel (ISBN 978-3-00-050807-3) erhältlich. Den Vertrieb hat seine Frau übernommen, die seit 2005 die Rechteinhaberin seiner Werke ist.

Regionale Geschichten

Der zweite Band ist in Arbeit und trägt den Titel „Capitán Vadell und die Tote am Es Trenc“. Zwischendurch wird es einen Band mit Kurzgeschichten geben: „Capitán Vadell ermittelt“, so der Arbeitstitel. Von Günther Fischer stammen auch die regionalen „Kamingeschichten“ und die „Geschichten von nebenan“, in denen typische Eigenarten, politische Kapriolen und Provinzpossen aus dem Osnabrücker Land aufgespießt werden. (Weiterlesen: Günther Fischer als Heimatfotograf)


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