Von Hagen zum Himalaya Louisa Pieper geht für ein Jahr nach Indien

Von Danica Pieper

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Louisa Pieper zeigt auf der Karte das nordindische Kalimpong, wo sie für ein Jahr als Freiwillige in einer Schule arbeiten wird. Foto: Danica PieperLouisa Pieper zeigt auf der Karte das nordindische Kalimpong, wo sie für ein Jahr als Freiwillige in einer Schule arbeiten wird. Foto: Danica Pieper

Hagen. Die Idee, für einige Zeit ins Ausland zu gehen und dort etwas Soziales zu tun, hat Louisa Pieper schon lange. In diesen Tagen nun wird diese Idee Realität: Die Hagenerin geht als Freiwillige des Bistums Osnabrück für knapp ein Jahr nach Indien, wo sie Kindern Musikunterricht gibt.

In der neunten Klasse kam Louisa Pieper zum ersten Mal der Gedanke, ins Ausland zu gehen, doch konkret Gestalt nahm die Idee in der zehnten Klasse an. Bei den berufsbildenden Tagen des Gymnasiums Oesede in Lingen stellte das Bistum Osnabrück den Freiwilligendienst im Ausland vor: „Ich habe gedacht: Das ist es, was ich machen möchte“, erinnert sich Louisa. Mittlerweile hat die 18-Jährige ihr Abitur absolviert und ist kurz davor, selbst als Freiwillige des Bistums ins Ausland zu gehen – und zwar ins nordindische Kalimpong, das an den Ausläufern des Himalayas liegt.

„Das Land war mir relativ egal“

Dass es Louisa nach Indien verschlagen würde, wusste sie noch nicht, als sie sich beim Bistum bewarb: „Das Land war mir relativ egal.“ Zunächst hat sie mit Russland geliebäugelt oder, weil sie Spanisch spricht, mit Südamerika. Allerdings gefiel ihr auch die Stelle an der Gandhi Ashram School im Kalimpong, die sie schließlich bekam. Der Grund dafür ist die musikalische Ausrichtung: An der Schule wird Louisa, die Klavier spielt, die Lehrer bei der musikalischen Früherziehung unterstützen. „Das ist ein Geschenk“, sagt die Hagenerin über ihre Stelle. „Dort gehen seit Jahren Freiwillige hin und man hört viel Positives darüber. Ich glaube, da habe ich ganz viel Glück gehabt.“

Nicht nur Höhen

Schüler vom Kindes- bis ins Jugendalter besuchen die Gandhi Ashram School, deren Unterrichtssprache Englisch ist. Privat sprechen die Schüler aber auch Nepali. Ein paar Worte davon hat sich Louisa schon angeeignet: „Ich liebe es, neue Sprachen zu lernen“, erzählt sie. Daneben ist es vor allem der kulturelle Austausch, der die Abiturientin an dem Freiwilligendienst reizt. Ihr ist jedoch auch klar, dass ihre elf Monate in Indien nicht nur aus Höhen bestehen werden: „Nach der ‚Flitterwochen-Phase‘ kommt erst einmal eine Phase, in der man alles vollkommen blöd findet. Man muss sich dann klar machen, dass es auch wieder besser wird.“

Durch die Vorbereitungsseminare des Bistums fühlt sich Louisa, die nach ihrer Rückkehr im Gesundheitswesen arbeiten möchte, gut gewappnet für ihre Zeit in Indien. Die Nachrichten von gewalttätigen Übergriffen, die von dem Subkontinent immer wieder mal nach Deutschland dringen, beunruhigen sie dabei nicht – was nicht heißt, dass sie sich nicht vorsichtig verhalten wird und beispielsweise nur in der Gruppe reist. Dennoch ist Louisa optimistisch: „Ich habe noch nie etwas Negatives über Indien von einem Reisenden gehört. Man muss sich halt bewusst sein, dass es eine andere Kultur ist.“


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